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Abfahrt auf der Streif : Dominik Paris macht es paradiesisch

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Nicht das erste Mal gewinnt er: Dominik Paris jubelt nach seiner Einfahrt in Kitzbühel. Bild: AFP

Zweiter Sieg auf der Streif: Dominik Paris ist der Schnellste bei der Abfahrt in Kitzbühel. Schon 2013 hatte der Italiener gewonnen. Dahinter überzeugen zwei Franzosen.

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          Selbst auf der Streif in Kitzbühel reicht den ambitionierten deutschen Speedfahrern ein Platz in den Top 15 nicht mehr. „Eigentlich müsste ich zufrieden sein, wenn man die Plazierung anschaut“, sagte Andreas Sander nach seiner Fahrt auf Rang 13. „Das bin ich aber nicht, denn es war mehr drin.“

          1,34 Sekunden fehlten ihm auf den Italiener Dominik Paris, der nach 2013 zum zweiten Mal die schwerste Weltcup-Abfahrt der Welt gewann. „Das ist ein bisschen anders, ein paar mehr Emotionen“, sagte der Südtiroler im Vergleich zu seinem ersten Sieg. Zudem hatte er 2015 auch einmal den Super-G für sich entschieden.

          Die beiden überraschend starken Franzosen Valentin Giraud Moine (+0,21 Sekunden) und Johan Clarey (+0,33) wurden Zweiter und Dritter in einem Rennen, das erstmals seit vier Jahren wieder alle wichtigen Passagen der 3,3 Kilometer beinhaltete und bei traumhaftem Wetter weitgehend ohne Stürze und vor allem ohne Verletzungen über die Bühne ging. Der Österreicher Max Franz verlor früh einen Ski. Der bis kurz vor Schluss sehr schnelle Beat Feuz aus der Schweiz raste in den Fangzaun, fuhr aber eigenständig die letzten Meter von der Traverse ins Ziel.

          Sander ließ nach eigener Einschätzung - beobachtet von vielen Promis wie Arnold Schwarzenegger, Bernie Ecclestone und Niki Lauda - gleich in mehreren Streckenteilen Zeit liegen. Dennoch mache sein erster Rang in den Punkten in einer Abfahrt in diesem Winter Mut für die anstehenden zwei Schussfahrten in Garmisch und die folgende WM im Februar. „Es war schon okay, was er gezeigt hat“, sagte auch der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Da sind noch ganz andere hinter dem Andi gelandet, die sonst vor ihm sind.“

          Der Norweger Kjetil Jansrud etwa, der vier der vorausgegangenen sechs Speedrennen der Saison gewonnen hatte, und diesmal nur auf Rang 36 landete; sogar noch hinter dem zweitbesten Deutschen, Josef Ferstl. Für den Bayer blieb einen Tag nach dem guten achten Platz im Super-G nur Position 34 in der Abfahrts-Wertung. „Das ist echt richtig schade", meinte der Bayer, dessen Vater die Hahnenkamm-Abfahrt 1978 und 1979 als bislang einziger Deutscher gewann. Doch ein früher Fahrfehler machte alle Chancen auf ein Spitzenergebnis zunichte.

          Im Netz gefangen: Den Schweizer Beat Feuz erwischte es auf der Streif. Kurz vor dem Ende verlor er das Gleichgewicht auf Skiern und stürzte in die Auffangnetze. Zum Glück aber war nichts passiert: kurz nachdem ihn Betreuer aus den Netzen befreit hatte, stand er wieder.

          Thomas Dreßen schied an der Ausfahrt Steilhang aus, blieb bei seinem Sturz in den Fangzaun aber unverletzt. Auch Dominik Schwaiger brachte sein Rennen nicht ins Ziel. Der Riesenslalom-Spezialist war in der zweiten Weltcup-Abfahrt seiner Karriere bis zur Hausbergkante hervorragend unterwegs und sogar auf Kurs in die Top Ten, ehe er doch noch scheiterte.

          Nach den zuletzt starken Eindrücken in Gröden und Santa Caterina wertete Maier das Wochenende in Kitzbühel keineswegs als Enttäuschung: „Es ist nicht so, dass uns das depressiv stimmt. Alles unter 10 und 15 ist für uns noch eine gute Leistung. Es geht nicht immer nur vorwärts.“ Paris habe zuletzt auch einen Durchhänger gehabt und stehe nun in Kitzbühel ganz oben.

          Auch Sander ordnete das Resultat bei aller Unzufriedenheit vernünftig ein. „Es war so spannend wie nie. An die, die vorne sind: Respekt und Gratulation. Da sind wir leider noch ein Stück weg", sagte der 27-Jährige. Zufrieden geben wollen sich er und seine Teamkollegen damit allerdings nicht.

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