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Der Aufschwung der Alpinen : Niemals aufgeben

Die deutschen Alpinen sind im Olympiawinter gut in Schwung gekommen: Thomas Dreßen fährt als erster Abfahrer seit 2004 aufs Podest Bild: dpa

Kaum fällt der Star aus, fahren die anderen Alpinen aufs Siegerpodest. Der Aufschwung von Dreßen und Luitz hat aber weniger mit Neureuthers Kreuzband zu tun, als mit den Visionen einen Österreichers.

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          Ein Österreicher in Deutschland, kann das gut gehen? Mathias Berthold hätte sich wahrlich einen leichteren Karriere-Weg aussuchen können. Nach Olympia 2014 kündigte er den siegessicheren Posten als Cheftrainer der alpinen Skiläufer in seinem Heimatland und wechselte ausgerechnet zu dem in seiner Sparte eher belächelten als beneideten großen Nachbarn aus dem Norden. In Deutschland war Berthold zwar zuvor schon bis 2010 als Frauen-Cheftrainer erfolgreich gewesen, aber es gibt durchaus Stellen im internationalen Sport, die von höherem Prestige und größerer Aussicht auf Erfolg geprägt sind als die Übernahme der chronisch erfolglosen deutschen Männer.

          Aber Berthold folgte einem tieferen Plan und sprach gegen das Lächeln der Etablierten stets davon, bis zu den Winterspielen 2018 würden die deutschen Männer den Anschluss an die Weltspitze schaffen. Und zwar auch in den Speed-Disziplinen.

          Nach dem jüngsten Wochenende sieht es so aus, als könnten seine Visionen wahr werden. Zwei Skiläufer, deren Namen eher nur Insidern geläufig waren, fuhren binnen 24 Stunden aufs Siegerpodest: der hochtalentierte, aber oft zu fahrige Stefan Luitz behielt endlich auch einmal in einem zweiten Durchgang die Nerven. Und der lockere Thomas Dreßen, der vor Kurzem noch froh darüber war, mit Assen wie Aksel Lund Svindal und Weltmeister Beat Feuz überhaupt Rennen fahren zu dürfen, stand plötzlich mit ihnen auf dem Siegerpodest.

          Visionärer Trainer mit langem Atem: Mathias Berthold

          Dreßen stoppte damit eine schwarze Serie seit 2004, als Max Rauffer als bislang letzter deutscher Abfahrer auf einem Weltcup-Siegerpodest gestanden hatte. Und nebenbei qualifizierten sich auch Andreas Sander und Josef Ferstl schon für Olympia in Pyeongchang. Drei deutsche Abfahrer bei Winterspielen hat es seit Markus Wasmeiers Zeiten nicht mehr gegeben. In Sotschi, wo Berthold noch den Olympiasieg seines Landsmanns Matthias Mayer bejubelte, durften die Deutschen nicht mal mit einem Exoten-Quotenmann starten.

          Und nun folgte eine Bescherung am ersten Adventswochenende, die für Alpindirektor Wolfgang Maier „fast wie Weihnachten“ anmutete. Und das, nachdem Felix Neureuther als vermeintlich einziger Erfolgsgarant mit einem Kreuzbandriss aus dem Rennen geworfen schien. Nach dem Verletzungspech des bislang einzig erfolgreichen Charismatikers waren die anderen gefordert und hielten dem Druck stand. Prompt kündigte Neureuther an, dass auch für ihn der Winter längst noch nicht zu Ende ist. Er wolle alles dransetzen, dann eben ohne Kreuzband bei Olympia starten zu können. Es sollte sich eben keiner zu früh stoppen lassen: Wasmeier war 1994 ja sogar Doppel-Olympiasieger. Und das, nachdem kein Mensch mehr mit ihm gerechnet hatte.

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