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Brandbrief des Bundestrainers : „Pechstein vertritt nur Eigeninteressen“

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Immer Ärger mit Claudia Pechstein: Vor der WM schreibt der Bundestrainer einen offenen Brief. Bild: dpa

Es geht weiter turbulent zu im deutschen Eisschnelllauf. Bundestrainer Erik Bouwman attackiert unmittelbar vor der WM Claudia Pechstein. Die Eisschnellläuferin reagiert mit Sarkasmus.

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          Bundestrainer Erik Bouwman hat einen Tag vor Beginn der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften Claudia Pechstein scharf angegriffen. „Leider sorgt ihr Verhalten dafür, dass wir ihre Leistungen nicht mehr genießen können. Über ihre übertriebene Freundlichkeit könnten alle im deutschen Team kotzen. Sie trägt eine Maske mit einer boshaften doppelten Agenda“, erklärte Bouwman in einem Brief, den die „Bild“ am Donnerstag veröffentlichte.

          Die Tatsache, dass ihr Freund Matthias Große eine ernsthafte Option auf das Amt des DESG-Präsidenten ist, sei „der größte Witz, den ich je im Spitzensport erlebt habe“, unterstrich Bouwman. „Alle Menschen, die sich ein bisschen im Eisschnelllauf auskennen, wissen, dass Claudia Pechstein nur Eigeninteressen hat. Sie hat noch nie im allgemeinen Interesse gehandelt“, sagte er. Der Streit zwischen Bouwman und der 48-jährigen Pechstein währt schon seit dem vorigen Sommer, als der Niederländer erklärte, er habe „keinen Bock“, die fünfmalige Olympiasiegerin aus Berlin zu trainieren.

          Pechstein, die am Samstag bei der Mehrkampf-WM in Hamar antritt, erklärte auf Anfrage: „Ich bin hier bei einer WM und konzentriere mich auf den Sport. Vielen Dank an den Bundestrainer, dass er mich mit seiner Wortmeldung unmittelbar vor dem Beginn der Wettkämpfe bestmöglich unterstützt.“ Ihr Lebensgefährte Große konterte unter Anspielung auf die Vorgänge bei Hertha BSC: „Da hat Erik Bouwman aber blitzartig von Jürgen Klinsmann gelernt, wie man sich selbst disqualifiziert. Da habe ich es relativ einfach und muss nur Michael Preetz zitieren: Das ist perfide, das ist ungehörig.“

          Der Bewerber für das vakante Präsidentenamt im Verband fügte hinzu: „Jemand, der die erfolgreichste Athletin des Verbandes am Tag vor der WM öffentlich diskreditiert, ist nicht in der Lage, ein Team zu führen. Wenn sein Verhalten nicht unverzüglich sanktioniert wird, ist es mehr denn je Zeit dafür, im Verband für Ordnung zu sorgen.“

          Bouwman setzte später seine Generalabrechnung mit Pechstein auch in niederländischen Medien fortgesetzt. „Wir haben hier eine Schlangengrube mit Leuten, die zu einer sehr negativen Strömung gehören“, sagte der 47 Jahre alte Niederländer der Tageszeitung „De Telegraaf“ (Freitag). Nach den Worten von Bouwman „sabotiert“ eine Gruppe angeführt von Pechstein die Pläne des Verbandes, Anschluss an die Top-Nationen zu finden. Pechstein und Co. glaubten heilig an die Methode, mit der die ostdeutschen Spitzenläufer groß geworden waren. „Aber die Entwicklungen im Eisschnelllauf sind so schnell. Ständig gibt es Erneuerung“. Wenn man da nicht mitmache, werde man verlieren. „Das ist in Deutschland geschehen. Wir sind jetzt ein Entwicklungsland.“

          Er eskaliert nun, weil sich Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große um das vakante Präsidentenamt im Verband bewirbt und angekündigt hat, auf den Coach verzichten zu wollen. „Es hätte große Folgen, wenn Große gewählt wird“, warnte Bouwman. „Ich fühle mich verpflichtet, die Alarmglocken zu läuten“, fügte er hinzu und verteilte Ratschläge an „diejenigen, die an den Zauberstab von Matthias Große glauben: Denkt noch einmal gut darüber nach.“ Große hat indes die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft aufgefordert, das Verhalten von Bouwman zu sanktionieren. Der Verband zeigte sich überrascht von den Äußerungen des Bundestrainers und will zunächst über eine Reaktion beraten.

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