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Nach Streit um Spitze : Pechstein-Partner Große wird Eisschnelllauf-Präsident

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„Gutes Konzept“: Matthias Große (rechts) soll DESG-Präsident werden. Bild: dpa

Acht Monate lang war das Amt des DESG-Präsidenten unbesetzt. Nun hat sich das Präsidium für eine kommissarische Lösung entschieden. Matthias Große soll den Eisschnelllauf-Verband aus dem Schlamassel ziehen.

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          Claudia Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große soll als kommissarischer Präsident die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft vor dem Untergang retten. Ab sofort wird der Berliner Immobilien-Unternehmer als kommissarischer Präsident des Verbandes eingesetzt, bis am 19. September die regulären Wahlen durch die Mitglieder der DESG anstehen.

          Schatzmeister Dieter Wallisch bestätigte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur die Einsetzung von Präsidentschaftsbewerber Große.  „Das verbliebene Präsidium hat am Mittwochabend diese Entscheidung getroffen. Matthias Große hat bei seiner Bewerbung um das vakante Amt ein gutes Konzept vorgelegt“, sagte Wallisch, der seit dem Rücktritt der damaligen Präsidentin Stefanie Teeuwen gemeinsam mit Vizepräsident Uwe Rietzke die Geschäfte des finanziell angeschlagenen Verbandes führte. Zuerst hatte der rbb über die Entscheidung berichtet.

          Matthias Große steht nun vor riesigen Herausforderungen, denn die Finanzlage des Verbandes ist ebenso wie die sportliche Situation alles andere als rosig. „Ich muss mir jetzt einen genauen Überblick über die Finanzen verschaffen. Ich will wissen: Wie sieht es wirklich aus“, sagte Große der Deutschen Presse-Agentur. Zuletzt war von Schatzmeister Wallisch eine Finanzlücke für dieses Jahr von mindestens 400.000 Euro bestätigt worden – für einen der kleinsten Leistungssportverbände eine gehörige Summe.

          Als zweite Baustelle sieht Große die Frage des Bundestrainers Erik Bouwman. Der Niederländer war zuletzt mit Angriffen gegen die mit 48 Jahren immer noch beste deutsche Athletin Claudia Pechstein an die Öffentlichkeit gegangen. „Es kann wirklich nicht sein, dass eine 48-Jährige immer noch beste Deutsche ist. Für Claudia ist das natürlich gut, aber für den Verband eine Schande“, sagte Große.

          „Wenn ein Boot zu langsam ist, ist nicht das Wasser daran schuld, sondern diejenigen, die das Boot präpariert haben“, folgerte der 52-Jährige. Er wolle jetzt erst einmal Ruhe in den Verband bringen. „Das Gegeneinander muss aufhören, deswegen glaube ich, dass ich der Richtige bin“, sagte Große.

          Das sehen nicht alle so. Vor allem von den Athletensprechern Moritz Geisreiter und Leon Kaufmann-Ludwig war die Kandidatur von Große heftig kritisiert worden. Große will nun die Monate bis zur ordentlichen Wahl am 19. September nutzen, um alle Sportler und Verantwortlichen von seinem Konzept zu überzeugen. Bei dieser Veranstaltung könnten auch noch weitere Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen.

          „Mein Konzept ist klar. Alle, die dagegen sind, müssen ihre Konsequenzen ziehen“, stellte Große unmissverständlich klar. Angesprochen mit dieser Aussage könnte auch Sportdirektor Matthias Kulik sein, der mit Große zuvor schon heftig aneinander geraten war und den Berliner vor der vergangenen Saison aus dem Betreuerstab der Auswahlmannschaft ausgeschlossen hatte.

          Eigentlich hatte die Präsidentschaftswahl am 28. März in Erfurt stattfinden sollen. Doch wegen der Corona-Pandemie war die Außerordentliche Mitgliederversammlung damals abgesagt worden.

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