https://www.faz.net/-gzn-833b8

Eintracht Frankfurt : Diskussionen um Schaaf „nicht zielführend“

Monolog: Eintracht-Trainer Schaaf spricht, Anderson hört zu. In Bremen war der Brasilianer noch am Ball. Jetzt wird auch er am Knie operiert. Bild: Heiko Rhode

Bruno Hübner, Sportdirektor der Frankfurter Eintracht, hat sich vor Trainer Thomas Schaaf gestellt. Den plagen derweil andere Sorgen: Im Spiel gegen Hoffenheim wird ein weiterer Profi ausfallen.

          3 Min.

          Der nächste Tiefschlag, die nächste Operation. Diesmal ist es Bamba Anderson, der sich einem Eingriff am Knie unterziehen muss. Dr. Christoph Seeger, der Mannschaftsarzt der Frankfurter Eintracht, hat bei dem Innenverteidiger einen Knorpelschaden im rechten Knie diagnostiziert.

          „Das Verletzungspech, welches uns schon über die gesamte Saison begleitet, bleibt uns auch zum Saisonende treu“, sagte Cheftrainer Thomas Schaaf. „Nach dem Ausfall von Alex Meier und Sonny Kittel steht uns ein weiterer, wichtiger Spieler wegen einer Knieverletzung für die letzten drei Partien nicht zur Verfügung.“ Dass der Brasilianer seit Jahren mit Knieproblemen zu kämpfen hat, ist bekannt. Der nun folgende Eingriff wird die dritte Operation sein, der sich der 27 Jahre alte Südamerikaner unterziehen muss.

          Spiel gegen TSG Hoffenheim am Samstag

          Schon als Anderson noch in den Diensten des erstklassigen Bundesligarivalen Borussia Mönchengladbach stand und leihweise für die Eintracht am Ball war, wussten die Frankfurter Verantwortlichen um Andersons Schwäche im rechten Knie. In der ganz speziellen Geschichte leidgeprüfter Eintracht-Profis ist Andersons bevorstehende Operation schon die achte eines Frankfurter Fußballspielers in dieser Saison.

          Vor ihm mussten oder müssen noch Sonny Kittel, Constant Djakpa, Nelson Valdez (alle Kreuzbandrisse), Stefan Aigner, Marco Russ (beide Meniskusschäden), Carlos Zambrano (Außenband) und Alexander Meier (Patellassehne) am Knie operiert werden.

          Anderson also wird an diesem Samstag fehlen, wenn sich die Eintracht anschickt, ihre bislang so erfreuliche Heimbilanz auch gegen die TSG Hoffenheim (Anpfiff 15.30 Uhr) zu bestätigen. Seit neun Spielen schon ist es keiner gegnerischen Mannschaft mehr geglückt, Schaafs Team in der zumeist ausverkauften Frankfurter Arena zu bezwingen.

          Stefan Aigner wird spielen

          Auch gegen die Truppe aus dem Kraichgau wird mit einer prächtigen Kulisse gerechnet. Lediglich 1000 Restkarten sind noch erhältlich. Der Verein hat am Donnerstag zudem darum gebeten, aufgrund des Bahnstreiks rechtzeitig anzureisen, zumal keine Züge am Bahnhof Stadion und der Station Niederrad halten.

          Erfreulich für die Eintracht: Nach den Trainingseindrücken vom Donnerstag wird auch der zuletzt schmerzlich vermisste Stefan Aigner wieder dabei sein. Der torgefährliche rechte Außenmann (neun Saisontreffer) hatte die vergangenen beiden Auswärtsspiele in Dortmund und Bremen verpasst. Ein Ausfall mit Folgen: Beide Begegnungen wurden verloren. Jetzt aber scheinen die muskulären Probleme, die Aigner zuletzt an seiner stürmischen Arbeit hinderten, ausgestanden zu sein. Bei einem der letzten vorbereitenden Übungsspielchen jedenfalls stand er ebenso in der mutmaßlichen Startelf wie auch Marc Stendera.

          Wobei der andere Kreativspieler von der linken Seite früher als die Kollegen in die Kabine trottete. Wegen leichter Probleme am Knöchel quittierte Stendera vorzeitig den Dienst. Sportdirektor Bruno Hübner als aufmerksamer Trainingsbeobachter sprach von einer „reinen Vorsichtsmaßnahme“.

          Verhältnis zwischen Schaaf und Mannschaft sei gut

          Hübner nutzte zudem die Gelegenheit, um ein wenig aus dem Innenleben der Eintracht zu berichten. Nachdem am Donnerstag von der „Bild“-Zeitung publiziert wurde, was seit Wochen schon hinter vorgehaltener Hand die Runde macht, sah sich der Eintracht-Sportdirektor zu einem Statement genötigt. „Diskussionen um den Trainer sind nicht zielführend“, so Hübner. Er bezog sich dabei auf Aussagen aus dem Mannschaftskreis, wonach es in der Kommunikation zwischen Schaaf und den Spielern Defizite gebe. „Das Verhältnis zwischen Thomas Schaaf und dem Verein ist absolut vorbildlich“, sagte Hübner. „Wir alle schauen jetzt auf die kommenden drei Spiele. Alles andere müssen wir hinten anstellen.“

          Hübner und mit ihm der Rest der Frankfurter Führungsriege dürfte in der aktuell in vielerlei Hinsicht angespannten Situation allergrößten Wert darauf legen, die Saison 2014/2015 mit Anstand zu Ende zu bringen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft alles geben wird, um bestmögliche Ergebnisse zu erreichen.“ An diesem Samstag vor heimischer Kulisse gegen Hoffenheim, in der Woche darauf auswärts im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC sowie zum Saisonfinale am 23. Mai gegen Bayer 04 Leverkusen.

          Drei Spiele, drei Bewährungsproben. „Die Mannschaft ist gewillt“, sagte Hübner am Donnerstag. „Sie geht die vor ihr stehenden Aufgaben voll an – schon aus eigenem Interesse.“ Entsprechende Erfolgserlebnisse vorausgesetzt, können die Spieler materiell von weiteren Punkten und Siegen in Form von Prämien profitieren. So wie auch die Eintracht im Hinblick auf die sogenannte Fernsehtabelle. Dort sieht es, da immer Zeiträume von fünf Jahren betrachtet werden müssen, so aus, dass der Klub „im schlimmsten Fall 2,5 Millionen Euro“ weniger an Einnahmen haben könnte, wie Vorstandschef Heribert Bruchhagen ausrichten ließ.

          Sportdirektor Hübner leugnete nicht, dass das Abrutschen in der Tabelle von Platz acht auf aktuell Rang zwölf seine Position nicht unbedingt stärke, um neue Spieler nach Frankfurt zu holen. „Spieler, die wir im Kopf haben, sind natürlich auch bei anderen Vereinen begehrt“, sagte er. Andererseits sagte der Manager aber auch, „dass wir mit guten Spielern in Kontakt stehen. Sie haben uns positive Signale gesendet.“ Es ist an der Mannschaft, im Saisonendspurt positive Signale aus dem Stadion zu senden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

           Der Sarg des getöteten Wissenschaftlers am Sonntag in der iranischen Stadt Mashhad

          Mord an Atomwissenschaftler : Ein Stich ins iranische Herz

          Der „Vater“ des iranischen Atomprogramms wird Opfer eines Anschlags. Kaum jemand zweifelt daran, dass Israel dahinter steckt. Das Attentat ist auch ein Fingerzeig für Joe Biden und seinen Umgang mit Iran.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.