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Weltreiterspiele in Caen : Pferd stirbt beim Distanzreiten

  • -Aktualisiert am

Düsteres Spektakel: Die anspruchsvolle Strecke zehrt an den Kräften der Pferde Bild: dpa

Die am meisten diskutierte Disziplin der Weltreiterspiele steht auch in der Normandie unter keinem guten Stern. Ein Pferd kommt beim Distanzreiten ums Leben, als es gegen einen Baum prallt.

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          Die am meisten diskutierte Disziplin der Welt-Reiterspiele, das Distanzreiten, hat auch in der Normandie unter keinem guten Stern gestanden. Schon auf der ersten Schleife des 160 Kilometer langen Ausdauerritts kam am Donnerstag ein Pferd ums Leben. Anderthalb Stunden nach dem Start in Sartilly verunglückte Claudia Romero Chacon aus Costa Rica mit Dorado so schwer, dass das Pferd auf der Stelle starb.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Eine sofortige Untersuchung durch die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) ergab, dass das Pferd gegen einen Baum geprallt war und sich tödlich am Kopf verletzte. Die Reiterin war bei Bewusstsein und wurde ins Krankenhaus gebracht. Mit den Bedingungen des Rennens, das am frühen Morgen begann und erst am Abend endete, habe dieser Unfall nichts zu tun, betonte der Weltverband in einer offiziellen Mitteilung.

          Eine Häufung von Todesfällen und Ermüdungsbrüchen in diesem Sport, einer von acht Disziplinen der alle vier Jahre ausgetragenen Multi-Weltmeisterschaften, hat zuletzt zu massiver Kritik geführt. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen auffällig viele Fälle von arabischen Reitern, die ihre Pferde überfordern und dopen.

          Der 65 Jahre alte Titelverteidiger Scheich Mohammed al Maktoum, Regent von Dubai und Ehemann von Reiterpräsidentin Haya bint al Hussein, war diesmal nicht am Start, sondern verfolgte das Rennen, begleitet von einer großen Entourage, als Zuschauer. Vor zweieinhalb Wochen hatte Haya überraschend verkündet, sie stehe der FEI nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. Dies habe aber nichts mit den Zuständen im Distanzreiten zu tun.

          Tiefer Boden, schwüles Wetter

          Tagelanger Regen hatte die Pisten rings um die pittoreske Kulisse von Mont St. Michel so schwergängig gemacht, dass nach zwei Fünfteln der Strecke die Mindestgeschwindigkeit von 15 auf 14 Kilometer pro Stunde reduziert werden musste, andernfalls wäre die Ausfallrate zu hoch geworden. Schon zur Mittagszeit waren vier von fünf deutschen Reitern ausgefallen – Melanie Arnold (Kirchheim-Teck) mit Sevinc musste alleine weiterreiten. Die Mannschaft, die vor vier Jahren in Kentucky die Bronzemedaille gewonnen hatte, war nicht mehr existent.

          Melanies Schwester Sabrina Arnold mit Sultan, Jenny Stemmler (Potsdam) mit Radja d’Aurabelle und Gabriela Förster (Naumburg) mit Priceless Gold gaben auf. Nabab de Majorie, das Pferd von Belinda Hitzler (Dillingen), wurde wegen Lahmheit aus dem Rennen genommen. Die anspruchsvolle Strecke über Wiesen und steinige Wege, der tiefe Boden und das schwüle Wetter zehrten an den Kräften der Pferde. Überall waren die Schläge der Schmiede zu hören. Sie mussten im Akkord Eisen ersetzen, die der Schlamm von den Pferdehufen gezogen hatte.

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