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Golf-Masters in Augusta : Patrick Reed liegt überraschend vorne

  • -Aktualisiert am

Der Amerikaner Patrick Reed führt in Augusta das Feld an. Bild: EPA

Der Amerikaner hat sich überraschend an die Spitze des Feldes geschlagen. Jordan Spieth ist dagegen eingebrochen.

          2 Min.

          Die Bilanz von Patrick Reed beim Masters liest sich nicht besonders eindrucksvoll. Vier Mal nahm der 27 Jahre Texaner bisher beim Treffen der Meister des Spieles im Augusta National Golf Club teil, zweimal verpasste er den Cut (2014 und 2017) und belegte die Plätze 22 (2015) und 40 (2016).

          Umso überraschender ist es, dass der Amerikaner bei der 82. Auflage des Masters und seiner fünften Teilnahme bei Halbzeit des Turniers nach Runden von 69 und 66 und insgesamt 135 Schlägen mit zwei Schlägen vor dem Australier Marc Leishman (137/70+67 Schläge) führt. „Auch wenn ich bisher beim Masters nicht allzu gut spielte, habe ich dabei viel gelernt“, sagte Reed, dem am Freitag bei der besten Tagesrunde von 66 Schlägen an allen Par-5-Löchern ein Birdie gelang und der nur 22 Putts benötigte.

          Spieth ist eingebrochen

          Allerdings lauern hinter den beiden Spitzenreiter gleich fünf Major-Sieger, Profis, die in ihrer Karriere im Gegensatz zu beiden Führenden schon eines oder gar mehrere der vier Saisonhöhepunkte, insgesamt zehn an der Zahl, gewonnen haben. Auf Rang drei folgt der Schwede Hendrik Stenson (139/69+70). Platz vier teilen sich der Nordire Rory McIlroy (140/69+71) und der Amerikaner Jordan Spieth (140/66+74). Gemeinsam auf dem sechsten Platz liegen die beiden Führenden der Weltrangliste, die Amerikaner Dustin Johnson (141/73+68) und Justin Thomas (141/74+67).

          Die beiden Spitzenreiter haben allerdings ebenfalls schon bewiesen, dass bei den Großereignissen mithalten können: Reed, der Weltrangliste auf Rang 24 geführt,  kam im Vorjahr bei der PGA Championhip mit zwei Schlägen Rückstand hinter Thomas auf den geteilten zweiten Platz. Leishman, in der Hackordnung der Branche die Nummer 16, verlor 2015 erst im Stechen der British-Open gegen den Amerikaner Zach Johnson.

          Aber das Führungsduo und der unerwartete Einbruch von Spieth, der am ersten Tag noch so souverän gewirkt, waren nicht die einzigen unerwarteten Ereignisse. Wer hätte es vor diesem Master es für möglich gehalten, dass die beiden deutschen Teilnehmer Martin Kaymer und Bernhard Langer nach zwei Runden besser als oder zumindest gleichauf mit Tiger Woods liegen? Der 33 Jahre alte Rheinländer Kaymer hat nach Runden von 74 und 73 insgesamt 147 Schläge benötigt und liegt damit auf dem 35. Rang. Der 60 Jahre alte Wahl-Amerikaner Bernhard Langer hat mit 148 (74+74) einen Schlag mehr auf dem Konto und rangiert wie Woods (148/73+75) auf Platz 40. Der Favorit und Publikumsliebling Woods, der erstmals seit 2015 wieder beim Masters mitspielte, war nicht die einzige Enttäuschung für die amerikanischen Fans. Woods’ alter Konkurrent Phil Mickelson (149/70+79) schaffte nach einem guten Auftakt geradeso den Cut.

          Der dreimalige Masters-Champion erreichte genau die Schlagzahl, die nötig war, um auch am Wochenende mitzuspielen. Dagegen sprachen die beiden Deutschen im Feld davon, dass sie super gespielt hatten.  Kaymer ärgerte sich nach der fast sechsstündigen Runde gewaltig über seinen Mitspieler Zach Johnson. Der Masters-Sieger von 2007 ließ sich für jeden Schlag unheimlich viel Zeit, manchmal überlegte er fast fünf Minuten, ehe er endlich seinen Schlag ausführte.

          Dem Rheinländer riss einmal sogar der Geduldsfaden, so dass er seinen Ball schlug, obwohl er nicht an der Reihe war. Für die beiden Schlusstage hat sich der ehemalige Weltranglistenerste vorgenommen, vor allem die Par-5-Löcher zu attackieren: „Ich muss die Löcher viel aggressiver spielen, um weiter nach vorne zu kommen.“

          Langer dagegen beklagt wieder einmal, dass er auf diesem 6800 Meter langen Platz im Nachteil sei. Weil er den Ball nicht mehr so weit schlägt wie die wesentlich jüngeren Konkurrenten, muss er an den Par-4-Löcher nach dem Drive immer zu langen Eisen greifen – und mit diesen Schlägern lässt sich der Ball auf den beinharten Grüns kaum stoppen: „Wenn ich einen Superschlag mache, kommt der Ball trotzdem 15, 20 Meter vom Loch zur Ruhe.“ Für den Altmeister dürfte es am Samstag noch schwerer werden: Der Wetterbericht sagt Regen voraus und auf einem nassen Platz rollt der Ball nicht so weit wie auf trockenen Fairways. Kein Wunder, dass der Senior im Feld auf einen Fehler der Meteorologen hoffte, denn: „Mittlerweile bin ich ein Schönwetterspieler.“

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