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Golf-Masters in Augusta : Bill Haas übernimmt Führung

  • -Aktualisiert am

In Führung: der 31 Jahre alte Bill Haas Bild: dpa

Am ersten Tag des Masters schickt sich Bill Haas an, die Erfolgsgeschichte seiner Familie fortzusetzen. Doch die Konkurrenz ist ihm dicht auf den Fersen. Auch Bernhard Langer spielt einen guten ersten Tag.

          3 Min.

          Es gibt im Golf keine Familie, die auf eine solch stolze Bilanz beim Masters zurückblicken kann – und die Erfolgsgeschichte scheint noch nicht beendet. Nach dem ersten Tag des 78. Masters führt Bill Haas, der jüngste Spross einer Masters-Dynastie, nach einer Runde von 68 Schlägen das Feld an. Dahinter folgen der australische Titelverteidiger Adam Scott, der Amerikaner Bubba Watson, Masters-Champion von 2012, und der Südafrikaner Louis Oosthuizen, der vor zwei Jahren Watson im Stechen unterlegen war (alle 69 Schläge).

          Auch wenn ausgewiesene Masters-Spezialisten dem Spitzenreiter im Nacken saßen, nach dem Auftakt am Donnerstag war eine Familie das beherrschende Thema. Bob Goalby, der Großonkel von Bill Haas, gewann 1968 das Masters. Bills Vater Jay Haas spielte 22 Mal beim Turnier der Meister mit, landete fünf Mal unter den Top Ten und kann als bestes Ergebnis den dritten Platz von 1995 vorweisen. Bills Onkel Dillard Pruitt belegte beim ersten Major des Jahres 1992 den 13. Platz. Ein weiterer Onkel, Jerry Haas, stand etliche Mal im Feld.

          Tradition verpflichtet: Bill Haas

          Und nun schickt sich der 31 Jahre alte Bill Haas an, die Tradition fortzusetzen. Ein perfektes Vorbild hat er vor Augen: „Ich erinnere mich an die 64 Schläge am zweiten Tag, die meinen Vater 1995 bei Halbzeit in Führung brachten, als wäre es gestern gewesen“, sagte Bill Haas. Am Donnerstag konnte sein 60 Jahre alter Herr Papa, der auf der PGA Tour neun Siege und auf der Champions Tour deren 16 feierte, zusehen, wie sich der Filius an die Spitze des Felds schob. Jay Haas begleitete seinen Sohn auf der Runde, gab gut gelaunt den Fans Autogramme und freute sich schon auf das gemeinsame Abendessen. „Da rede ich immer nur von seinen guten Schlägen. Ich kritisiere ihn nie“, sagte der stolze Vater.

          Bill Haas hat im Gegensatz zu seinem Vater bisher bei den Majors nie eine Rolle gespielt.
          Bill Haas hat im Gegensatz zu seinem Vater bisher bei den Majors nie eine Rolle gespielt. : Bild: dpa

          Bill Haas hatte im Gegensatz zu seinem Daddy bisher bei den Majors nie eine Rolle gespielt. Als bestes Ergebnis bei den vier Jahreshöhepunkten steht für den auf Platz 31 der Weltrangliste geführten Profi aus North Carolina bisher ein zwölfter Rang bei der PGA Championship 2011 in den Annalen. Das heißt aber nicht, dass Haas nicht weiß, wie man große Turniere gewinnt. Er triumphierte insgesamt fünf Mal auf der PGA Tour, darunter bei der Tour Championship vor drei Jahren, der ihm zusätzlich den mit zehn Millionen Dollar dotierten Sieg im FedExCup einbrachte.

          Der junge Stadler ist gut gestartet 

          Auch ein Teil des zweiten Vater-Sohn-Duos, das bei diesem Masters für Schlagzeilen sorgte, konnte zufrieden sein. Kevin Stadler lag nach 70 Schlägen gemeinsam mit sechs weiteren Spielern auf dem fünften Platz.

          Der 34-jährige Sohn von Craig Stadler, dem Masters-Champion von 1982, war damit zwölf Schläge besser als sein 60-jähriger Vater. Der konnte mit 82 Schlägen auf Platz 95 nur einen weiteren Altmeister, den 62 Jahre alten zweimaligen Masters-Sieger Ben Crenshaw (83 Schläge) und den Südafrikaner Brendon Grace (84) hinter sich lassen.

          Langer auf Platz 20

          Für die beiden Deutschen im Feld verlief der Tag unterschiedlich. Obwohl Bernhard Langer von einer starken Bronchitis geplagt wird und seit drei Tagen den Infekt mit Antibiotika bekämpft, beendete er den ersten Tag mit einer Par-Runde von 72 Schlägen auf Rang 20. „Ab dem sechsten Loch hatte ich keine Energie mehr“, sagte der 56 Jahre alte Masters-Champion von 1985 und 1993, „ich musste mich förmlich über die Hügel quälen.“ Seinem Spiel merkte man die Anstrengung nicht an. Ein unglückliches Doppelbogey am 12. Loch, als durch aufkommenden Wind sein Ball im Wasser landete, und zwei vergebene Birdie-Chancen auf den Löchern 16 und 17 vermasselten ihm ein besseres Ergebnis. Dennoch ist der Routinier überzeugt, noch einmal das Turnier trotz des Längennachteils gegenüber der jüngeren Konkurrenz gewinnen zu können.

          Der Amerikaner Bubba Watson
          Der Amerikaner Bubba Watson : Bild: AFP

          Martin Kaymer dagegen hat sich immer noch so recht mit dem Platz angefreundet. Vor allem am Abschlag der Löcher 7, 9 und 14 beschleicht ihn regelmäßig ein ungutes Gefühl: „Diese Löcher liegen mir einfach nicht.“ Kaymer sagte, spielerisch sei er zufrieden, aber drei verzogene Abschläge links in die Bäume, ein misslungener Chip, der das Grün nicht erreichte und zu viele Putts addierten sich am Ende auf insgesamt 75 Schläge. Damit liegt der 29 Jahre alte Profi aus Mettmann vor der zweiten Runde nur auf Rang 53 – und muss sich steigern, um nicht wie bei seinen ersten drei Auftritten in Augusta den Cut zu verpassen.

          Nach zwei Runden dürfen bei diesem Turnier nur die Top 50 und alle schlaggleichen Spieler am Wochenende antreten, sowie alle, die nicht mehr als zehn Schläge Rückstand auf den Spitzenreiter aufweisen.

          US Masters, in Augusta/Georgia, (8 Mio. Dollar/Par 72)

          1. Runde:

          1. Bill Haas (USA) 68 Schläge
          2. Adam Scott (Australien)
          Louis Oosthuizen (Südafrika)
          Bubba Watson (USA) alle 69
          5. Kevin Stadler (USA)
          Jonas Blixt (Schweden)
          Gary Woodland (USA)
          Jimmy Walker (USA)
          Choi Kyung-Ju (Südkorea)
          Brandt Snedeker (USA)
          Marc Leishman (Australien) alle 70

          ...20. Bernhard Langer (Anhausen) 72
          53. Martin Kaymer (Mettmann) 75

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