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Mit Speerwerfen Insel gewinnen : „Hoffentlich passt eine Sauna drauf“

  • Aktualisiert am

Insel in Sicht? Thomas Röhler zur blauen Stunde im Berliner Olympiastadion. Bild: dpa

Besonderer Anreiz für die deutschen Speerwerfer Thomas Röhler und Johannes Vetter bei den Paavo-Nurmi-Games in Finnland: Sie können eine Insel gewinnen. Es gibt nur einen Haken.

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          Olympiasieger Thomas Röhler fragte lieber noch einmal genau nach, nachdem er von der Prämie beim Meeting in Turku am Dienstag gehört hatte. „Die Verbindung war nicht perfekt“, sagte der Jenaer. Aber es stimmt: Es gibt eine Insel zu gewinnen. Auch Weltmeister Johannes Vetter fand den großen Preis „verrückt“. Aber der 25-Jährige würde sich natürlich auch freuen, Insel-Besitzer zu werden.

          Den deutschen Speerwurf-Assen winkt bei den Paavo-Nurmi-Games im Süden Finnlands tatsächlich eine Insel - eine kleine zwar, aber immerhin. Das Eiland gehört zu dem rund 20.000 kleine Inseln umfassenden Turku-Archipel. Röhler hofft, dass sie „groß genug ist, damit eine Sauna drauf passt.“

          Doch so einfach wird es nicht, Herr des Eilands zu werden: Wer die Insel haben will, muss den Wettkampf gewinnen und zudem weiter werfen als 93,09 Meter: auf dieser Marke steht seit Juni 1999 der finnische Rekord von Aki Parviainen.

          93,09 Meter - das ist selbst für Extraklasse-Werfer wie Röhler und Vetter keine Leichtigkeit. Nur drei Männer haben in der Speerwurf-Geschichte mit dem neuen Speer überhaupt weiter geschmissen, neben den beiden Deutschen der zurückgetretene Weltrekordler Jan Zelezny (98,48 Meter) aus Tschechien, der schon 1996 in Jena diesen unfassbaren Hieb schaffte. Sowohl Röhler, der im Mai 2017 in Doha 93,90 Meter warf, als auch Vetter, dessen deutscher Rekord von 94,44 Meter aus dem Juli 2017 in Luzern stammt, hatten in der Vorsaison neue Bestleistungen aufgestellt.

          In diesem Jahr ging es auch schon ziemlich weit. Vetter führt die Weltrangliste an (92,70), Röhler liegt auf Rang drei (91,78). Und dazwischen schob sich noch Andreas Hofmann als Dritter im Bunde, nachdem er am Wochenende in Offenburg 92,06 Meter warf. Der Mannheimer rangiert damit auch auf Rang acht in der „ewigen“ Weltbestenliste.

          Einer der drei deutschen 90-Meter-Männer beim Armzug: Johannes Vetter

          Dass die Speere mittlerweile fast immer über die magische Marke von 90 Meter fliegen, wenn die Deutschen am Start sind, „scheint für viele fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein“, sagte Röhler: „Aber das ist es keinesfalls.“ Auch die finnische Insel werde nicht automatisch ihren Besitzer wechseln. „Wir reden hier über den finnischen Rekord, er ist weiterhin eine Traumweite, wenn auch seit vergangenem Jahr eine in Reichweite“, so der 26-Jährige.

          Röhler, Vetter und Hofmann - die Leistungsdichte der deutschen Speerwerfer ist fast schon beängstigend. Tschechiens Vizeweltmeister Jakub Vadlejch hat über drei Meter Rückstand auf das deutsche Trio, dass nach Turku vor allem auch bei der Heim-EM in Berlin im August rocken will. Und auf dem Weg dahin belebt Konkurrenz das Geschäft. „Jeder ist schlagbar“, sagte Hofmann zuletzt. Und meinte damit wohl vor allem Röhler und Vetter. Auch er will die Insel.

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