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Giro d’Italia : Buchmann lässt es gelassen angehen

  • Aktualisiert am

Sieger bei der „Stampede“ des Tages: Tim Merlier (l.) Bild: Reuters

Die Zeit von Emanuel Buchmann beim Giro d’Italia soll erst in den steilen Bergen kommen. Das Rosa Trikot trägt vorerst Filippo Ganna, die erste Sprintankunft geht an Tim Merlier.

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          Mit einem Dämpfer für die deutsche Podiumshoffnung Emanuel Buchmann und dem ersten Sprintsieg des Belgiers Tim Merlier ist der 104. Giro d’Italia auf seine dreiwöchige Reise gegangen. Nach den ersten 187,6 von insgesamt 3479,9 Kilometern bis zum Ziel in Mailand ist Buchmann bereits ins Hintertreffen geraten, nachdem er im Auftaktzeitfahren fast eine Minute auf den italienischen Weltmeister und Gesamtersten Filippo Ganna, aber auch einige Sekunden auf die größten Rivalen im Gesamtklassement verloren hatte.

          „Ich glaube, man konnte heute den Giro nicht unbedingt verlieren, und es gibt noch viele schwierigere Etappen“, sagte Buchmann nach dem bescheidenen Auftakt. Die Erwartungen waren beim Team Bora-hansgrohe aber andere. „Von Emanuel haben wir, ehrlich gesagt, ein bisschen mehr erhofft, aber er kommt gerade aus dem Höhentrainingslager, und so ist das immer ein bisschen schwierig“, sagte Sportdirektor Jens Zemke. Am Sonntag erreichte der Kletterspezialist im Hauptfeld das Ziel.

          Der Tagessieg war nach 179 Kilometer von Stupinigi nach Novara eine Angelegenheit für die Sprinter. Dabei siegte Merlier vor den beiden Italienern Giacomo Nizzolo und Elia Viviani. Der Niederländer Dylan Groenewegen, der nach neunmonatiger Sperre beim Giro sein Comeback gab, spielte als Vierter noch nicht die Hauptrolle. Groenewegen hatte seinen Landsmann Fabio Jakobsen am 5. August vorigen Jahres auf der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt in einem abschüssigen Zielsprint in Kattowitz bei mehr als 80 Kilometern pro Stunde in eine Absperrung gedrängt. Jakobsen lag zwischenzeitlich im künstlichen Koma und musste mehrmals operiert werden.

          Das Rosa Trikot des Gesamtersten ist an den ersten Tagen wie im Vorjahr eine klare Angelegenheit für Ganna. Der Italiener war in seiner Spezialdisziplin beim Zeitfahr-Auftakt in Turin eine Klasse für sich und siegte deutlich vor seinem Landsmann Edoardo Affini. Von den größten Anwärtern auf den Gesamtsieg wusste vor allem der junge Belgier Remco Evenepoel mit nur 19 Sekunden Rückstand zu überzeugen. Die Leistung war umso beachtlicher, zumal der 21-Jährige erstmals seit seinem Beckenbruch vor fast neun Monaten ein Rennen gefahren war. „Es war sehr emotional auf der Startrampe. Ich hatte Tränen in den Augen“, berichtete Evenepoel, der sich am Sonntag auch noch zwei Bonussekunden holte. Der frühere Vuelta-Sieger Simon Yates (Großbritannien/0:38), der ehemalige Tour-Champion Egan Bernal (Kolumbien/0:39) und Altmeister Vincenzo Nibali (Italien/0:41) waren im Zeitfahren allesamt langsamer, aber immer noch schneller als Buchmann (0:55).

          Der Ravensburger, der 2019 bei der Tour de France Gesamtvierter war, will bei der Italien-Rundfahrt als erster Deutscher auf das Podest. Das Profil kommt dem Kletterspezialisten entgegen. Mehr als 47.000 Höhenmeter sind in den nächsten drei Wochen zu bewältigen. „Dieser Giro wird auch wahrscheinlich in der dritten Woche entschieden, wo es mehrere brutale Etappen gibt“, sagte Zemke.

          Am Montag könnten erneut die Sprinter zum Zug kommen. Ein Berg der dritten und zwei Anstiege der vierten Kategorie sollten auf dem dritten Teilstück über 190 Kilometer von Biella nach Canale für die schnellen Männer machbar sein.

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