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Beachvolleyball bei der EM : „Das kriegen wir schon irgendwie gewuppt“

  • -Aktualisiert am

Eingespieltes Team: Karla Borger (rechts) und Julia Sude kennen sich schon seit dem Sandkasten. Bild: dpa

Drei Turniere, drei Formate in kürzester Zeit: Nach Erfolgen im Nations Cup und dem Elite-Turnier steht für Karla Borger und Julia Sude nun der Höhepunkt einer besonderen Beachvolleyball-Trilogie an.

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          „Das kriegen wir schon irgendwie gewuppt“, meint Karla Borger. Scheinbar leicht dahergesagt, aber doch ein Satz wie ein Statement. Wien, Hamburg, München binnen weniger Tage. Drei Turniere, drei verschiedene Formate. Nations Cup hier, Elite-Turnier dort – beides erfolgreich absolviert. Nun EM zum Abschluss und Höhepunkt der Trilogie. Wenn die Müdigkeit eigentlich nach einer Auszeit ruft. Schon irgendwie „ärgerlich, dass die Höhepunkte so eng terminiert sind“, sagt Borger. Kriegen sie aber gewuppt. Ist ja immer nur Beachvolleyball. Und damit kennen sich die beiden Routiniers aus.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Karla Borger (33), deren Mutter Cordula Pütter einst Europameisterin war, und Julia Sude (34), deren Vater Burkhard als „Mister Volleyball“ in die deutsche Sportgeschichte einging, sind ein gut abgestimmtes Team. Sie spielten schon gemeinsam im Sandkasten, als ihre Eltern noch aktiv auf dem Beachvolleyballfeld agierten.

          Sie machen sich nicht verrückt

          Erstaunlich eigentlich, dass sie erst seit 2019 gemeinsame Sache auf dem Feld machen. Die Olympischen Spiele in Tokio sollten ihren Karrierehöhepunkt darstellen – daraus wurde aber nichts: Aus in der Vorrunde, Platz 19. Umso besser lief es danach: Bei der EM in Wien sicherten sie sich Bronze, das hoch dotierte World-Tour-Finale gewannen sie sogar.

          In dieser Woche spielt Karla Borger zum zehnten Mal bei einer EM mit. Julia Sude gar zum elften Mal. Beide haben schon Medaillen gewonnen. Sie machen sich nicht mehr verrückt. Am Morgen des EM-Eröffnungsspiels in München begeben sie sich in Hamburg erst auf die Anreise.

          Optimale Turniervorbereitung sieht anders aus, aber das kriegen sie gemeinsam mit ihrem neuen Trainer, dem Brasilianer Ricardo Brunale de Andrade, genannt „Vento“, schon gewuppt. Ins Turnier steigen die beiden dann am Dienstag um 11.00 Uhr ein, als Favoritinnen gegen die Ukrainerinnen Khmil/Lazeranko.

          In Hamburg hatten sie am Sonntag den dritten Platz beim Elite-Event auf der prestigeträchtigen World-Tour belegt. Mit einem Resultat, das es auch nicht alle Tage zu quittieren gibt: Gegen die Brasilianerinnen Barbara Seixas de Freitag und Carolina Solberg Salgado kassierten Borger/Sude im ersten Durchgang eine 10:21-Klatsche – vergleichbar mit einem 0:6-Satzverlust im Tennis –, um die Partie dann doch noch zu drehen: 23:21 und 15:11. Satz und Sieg sowie Bronze als Lohn des Durchhaltens. Sie haben es in ihrer unaufgeregten Art tatsächlich gewuppt bekommen. Schon in der Vorrunde waren sie gegen die Weltranglistenersten mit einem 2:1 als Siegerinnen vom Feld gegangen.

          Maximales Mitfiebern bei Spielen

          Eine weitere Woche zuvor hatten Borger/Sude die deutsche Mannschaft zu Platz zwei beim erstmalig ausgetragenen Nations Cup in Wien geführt. Gemeinsam mit den WM-Dritten Cinja Tillmann und Svenja Müller unterlagen sie erst im Finale den Spielerinnen aus der Schweiz. Bei diesem neuartigen Format spielten beide Teams je ein Match. Bei Punktgleichheit entschied ein Golden Set um den Sieg – mit kurzfristig nominierter Aufstellung.

          Die Spielweise sorgte für maximales Mitfiebern während der Partien der nationalen Partnerinnen – was in dem Pärchen-Sport sonst eher nicht der Fall ist. Bei der EM spielt nun freilich wieder jedes Duo für sich allein – Gastgeber Deutschland ist allerdings gleich mit fünf Frauen- und vier Männerteams am Start. Neben Borger/Sude und Tillmann/Müller gehen bei den Frauen auch Chantal Laboureur und Sarah Schulz sowie Sandra Ittlinger und Isabel Schneider an den Start.

          Dazu genießt die Olympiasiegerin und zweimalige Europameisterin Kira Walkenhorst bei ihrem internationalen Comeback an der Seite von Newcomerin Louisa Lippmann eine Wildcard. Die meisten Erfahrungen mit Siegerehrungen und Medaillenzeremonien bringen freilich Karla Borger und Julia Sude mit – zumindest was den bisherigen Verlauf des stressigen Monats August angeht.

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