https://www.faz.net/-gtl-ah7ie

Bahnrad-WM in Roubaix : Deutsche Sprintshow – Hinze holt Gold vor Friedrich

  • Aktualisiert am

Bahnrad-WM in Roubaix: Emma Hinze vor Lea Sophie Friedrich Bild: Reuters

Emma Hinze hat die Enttäuschung Olympia verdaut und sich abermals den WM-Titel gesichert. Die 24-Jährige gewinnt damit bei all ihren bisherigen WM-Starts. Bei den Männern kommt noch eine Bronzemedaille dazu.

          2 Min.

          Emma Hinze ist bei der Bahnrad-WM einfach nicht zu schlagen. Die 24 Jahre alte Titelverteidigerin sicherte sich am Freitagabend in Roubaix Gold im Sprint und damit ihren insgesamt fünften Titel – in Berlin 2020 und Roubaix 2021 war sie bislang auch nur in fünf Disziplinen am Start. Teamkollegin und Freundin Lea Sophie Friedrich schaffte es bei der beeindruckenden Sprintshow zwar ins Finale, musste sich aber im mit Spannung erwarteten deutschen Duell nach zwei packenden Durchgängen geschlagen geben.

          F.A.Z. Newsletter Sport

          Mo. – Fr. um 16.00 Uhr; Sa. – So. um 18.00 Uhr

          ANMELDEN

          Zuvor hatte Hinze Olympiasiegerin Kelsey Mitchell aus Kanada zweimal deutlich besiegt und damit ihre derzeitige Topform unter Beweis gestellt. „Es macht einfach Spaß“, sagte Hinze, die in den Tagen von Roubaix wieder einen gelösteren Eindruck macht als noch in Tokio, als ihr der mediale Druck und die Erwartungshaltung einfach zu viel wurden. Am Sonntag will Hinze im Keirin auch ihren dritten Titel verteidigen und das nächste spektakuläre WM-Triple perfekt machen. Friedrich ist als Titelverteidigerin im 500-Meter-Zeitfahren am Samstag eine der Favoritinnen.

          „Ich habe im Vorfeld nicht dran geglaubt, weil ich mich nicht so gut gefühlt habe wie vor Berlin. Es ist richtig cool! Ich hatte ein paar Rechnungen offen, die ich begleichen wollte“, sagte Hinze nach einer Machtdemonstration im Finale, die auch die neue Vizeweltmeisterin Friedrich anerkannte: „Emma ist in dieser Form einfach unschlagbar.“ Der zum Jahresende scheidende Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel meinte nach dem 35. WM-Gold unter seiner Leitung: „Wahnsinn! Jetzt kommt doch ein bisschen Wehmut auf. Es ist ein historischer Erfolg, der zeigt, dass Olympia mit vielen Problemen am Rande belastet war. Hier hat sich Emma wieder fokussiert.“

          Bronze für Eilers im 1000-Meter-Zeitfahren

          Vor dem Kräftemessen der beiden Sprint-Frauen hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) eine weitere Medaille bejubeln dürfen. Joachim Eilers holte im 1000-Meter-Zeitfahren in einer Zeit von 1:00,008 Minuten Bronze und musste sich nur Jeffrey Hoogland (Niederlande) und Nicholas Paul (Trinidad und Tobago) geschlagen geben. „Wir haben viel Arbeit geleistet. Meine Form wurde von mal zu mal besser, darauf wollen wir aufbauen. Das motiviert mich, dass es nochmal mit einer Medaille belohnt wurde“, sagte Eilers.

          Nach drei von fünf WM-Tagen liest sich die deutsche Bilanz stark. Neben drei WM-Titeln stehen auch eine Silber und zwei Bronzemedaillen auf dem BDR-Konto. Selbst die Ausbeute von der Heim-WM (viermal Gold, einmal Silber, dreimal Bronze) zu schlagen, scheint möglich, da es am Wochenende weitere Medaillenchancen gibt.

          Ohne Edelmetall blieb hingegen der ehemalige Weltmeister Theo Reinhardt, der im Punktefahren nicht über Rang neun hinauskam. In der Einerverfolgung der Männer setzte sich der Amerikaner Ashton Lambie gegen die starke italienische Konkurrenz um Jonathan Milan (Silber) und Straßenrad-Profi Filippo Ganna (Bronze) durch.

          Weitere Themen

          Koslowski nicht mehr Frauen-Bundestrainer

          Volleyball : Koslowski nicht mehr Frauen-Bundestrainer

          Felix Koslowski ist nicht mehr Bundestrainer der deutschen Volleyballerinnen. Nach sechs Jahren unter seiner Leitung und einer zuletzt enttäuschenden EM würde dem Team „ein neuer Impuls guttun“.

          Topmeldungen

          Die SPD-Führung am Sonnabend in Berlin

          SPD für Koalitonsvertrag : Diese Koalition wird kein Selbstläufer

          Der baldige Kanzler Scholz hat die Rückendeckung seiner Partei. Aber es lauern Gefahren: Die SPD verklärt die Regierungsjahre mit der Union als Zeit der sozialen Kälte. Und die erfolgreiche Geschlossenheit könnte rissig werden.

          Kommunikationskrise in München : Wie Nagelsmann die Bayern steuert

          Corona, Impfen, Qatar: Cheftrainer Julian Nagelsmann ist in München auch Außenminister und Feuerwehrmann. Das wirft vor dem Topspiel in Dortmund die Frage auf: Was machen eigentlich seine Vorgesetzten?
          Winfried Kretschmann am Sonnabend in Heidenheim

          Debatte angestoßen : Kretschmann wirbt für Impfpflicht

          Der baden-württembergische Ministerpräsident sieht das Impfen als einzigen Ausweg aus der Pandemie. Nur außergewöhnliche Maßnahmen böten einen Weg aus dem „Teufelskreis“. Außerdem will er die Legislaturperiode zu Ende bringen.