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Klettern bei Olympia in Tokio : Sturm der Entrüstung vor dem Aufstieg

Alex Megos will nicht nur am Fels, sondern auch bei Olympia in der Halle erfolgreich sein. Bild: dpa

Erstmals ist Sportklettern 2020 bei Olympia dabei. Begeisterung aber kam zunächst nicht auf. Ganz im Gegenteil. Nun läuft die WM. Und die Deutschen kämpfen um ihre Tickets – mit prominenter Unterstützung.

          Es ist eine Weltmeisterschaft, natürlich, es geht um Medaillen, aber für Urs Stöcker, den Bundestrainer der deutschen Sportkletterer, ist das eher zweitrangig. Denn bei den Titelkämpfen der Kletterer in Hachioji (Japan), die am Sonntag begonnen haben, geht es auch um die ersten Startplätze für jenen Tag, der Denken, Planen und Handeln in der Szene seit langer Zeit bestimmt: den ersten olympischen Wettkampf der Sportkletterer bei den Sommerspielen 2020 in Tokio. Je sieben Athleten bei Männern und Frauen qualifizieren sich bei der WM für diese olympische Premiere, maximal zwei pro Land und Geschlecht. „Und das hat für uns Priorität“, sagt Stöcker. Die Einladung zu Olympia vor drei Jahren hatte in der Kletterszene stürmische Reaktionen hervorgerufen. Allerdings nicht vor Begeisterung – sondern aus Entrüstung.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Schuld an der Aufregung war das neu ausgetüftelte Wettkampfformat namens „Olympic Combined“: Statt Medaillen in den drei traditionellen Kletterdisziplinen zu vergeben, dem Lead (Vorstiegsklettern mit Seil), dem Bouldern (Klettern in Absprunghöhe) und dem Speed (Klettern auf Zeit), wird in Tokio 2020 nur jeweils ein Olympiasieger in einer Kombinationswertung der drei Disziplinen gekürt. Viele Kletterer fühlten sich vor den Kopf gestoßen, auch weil das Speedklettern, das auf einer fixen Standardroute ausgetragen wird, eine rein athletische Übung sei und mit dem individuellen, kreativen Geist des Kletterns herzlich wenig zu tun habe. Boykottdrohungen machten die Runde, selbst der beste Kletterer der Welt, der Tscheche Adam Ondra, stellte seinen Verzicht in Aussicht. Spätestens da herrschte Aufruhr, und für kurze Zeit sah es aus, als fahre die Olympia-Premiere der Kletterer prompt gegen die Wand.

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          Flohe gewinnt sensationell Bronze

          Sportkletterer Yannick Flohe aus Essen hat bei der WM im japanischen Hachioji sensationell die Bronzemedaille in der Disziplin Bouldern gewonnen. Der 19-Jährige, der für die Sektion Aachen des Deutschen Alpenvereins (DAV) startet, lag nach einem enorm anspruchsvollen Wettkampf knapp hinter dem zweitplatzierten österreichischen Weltklasse-Kletterer Jakob Schubert. Gold gewann Tomoa Narasaki (Japan), der als einziger Finalist zwei der vier Boulder bis zur Spitze klettern konnte. Schon die Qualifikation von Flohe für das Finale der besten sechs Starter war eine Überraschung gewesen. Die Medaille holte er mit der Bewältigung seiner dritten Zone an der letzten Wand.

          Jan Hojer (Köln) belegte Rang elf, Alexander Megos (Erlangen) Rang 26. Afra Hönig (Landshut) erreichte bei den Frauen Rang 21. Es siegte Titelverteidigerin Janja Garnbert. Die Tschechin ist auch noch aktuelle Lead- und Kombinations-Weltmeisterin. Beim Bouldern klettern die Athleten in Absprunghöhe an einer Wand, an der sie verschiedene Segmente bewältigen müssen. Die weiteren Disziplinen sind Lead und Speed. Der aus allen drei Disziplinen bestehende Kombinationswettbewerb findet in der kommenden Woche statt: Ausschließlich in diesem Dreikampf werden 2020 in Tokio erstmals Olympiamedaillen im Klettern vergeben. (sid)