Rudi Gutendorf ist tot : Koblenz, Ruanda, Fidschi

Sein Leben führte ihn in mehr als 30 Länder. Nun ist er mit 93 Jahren gestorben. Zum Tod des Fußball-Weltenbummlers Rudi Gutendorf.
Wer ihn im hohen Alter sah oder gar mit ihm sprach, konnte irritiert sein. Rudi Gutendorf wirkte manchmal wie ein junger Fußballtrainer, der noch die Welt erobern will. Lange, sorgfältig gekämmte Haare, Trainingsanzug und Sportschuhe, als würde er gleich eine Mannschaft in der Kabine empfangen oder, wie Gutendorf sagte: in seine „Werkstatt“ gehen. Er mochte die Frage immer noch, was seine nächste Trainerstation sein könnte, es zuckte mit über 90 immer noch in ihm, wenn er die Möglichkeiten, die nicht wirklich existierten, abwog. Eine 56. Arbeitsstelle kam nicht mehr hinzu. In der Nacht zum Samstag starb der Koblenzer im Alter von 93 Jahren. 55 Mannschaften in mehr als 30 Ländern und auf allen fünf Kontinenten hatte er in seiner Laufbahn trainiert. So viele wie kein anderer Fußballtrainer auf der Welt – aber es reichte ihm noch immer nicht.





