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Fußballprofi Nigel de Jong : „Ich muss schlauer spielen“

Nigel de Jong: „Nervosität und Druck gehören dazu“ Bild: dpa

Nervosität und Druck gehören zum Job als Fußballprofi dazu, meint Nigel de Jong. Der Niederländer über seine Kick-Box-Einlage im WM-Finale und die Herausforderungen im Abstiegskampf mit Mainz 05.

          Nigel de Jong ist einer der am höchsten dekorierten Spieler,die je für Mainz 05 gespielt haben: Er hat in seiner Karriere Meistertitel mit seinem Heimatverein Ajax Amsterdam und mit Manchester City gewonnen, zudem bestritt er mit den Niederlanden das WM-Finale 2010. Abstiegskampf wie nun mit dem Tabellensechzehnten der Fußball-Bundesliga war dem Niederländer bislang unbekannt. Nebenbei ist der 33-Jährige auch als Geschäftsmann tätig. Ein Kunde wartet nach dem Interview auf sein neues Fahrzeug aus dem Autohaus, das de Jong schon zu seinen Zeiten beim Hamburger SV mitgegründet hat. „Jetzt kann ich da auch wieder tätig sein, weil ich in Deutschland bin“, sagt er. „Ich probiere mich im Rahmen meines Zeitbudgets möglichst viel damit zu beschäftigen: Da gehört eine Auslieferung mal dazu.“

          Haben Sie die Diskussion um Per Mertesacker verfolgt?

          Nein.

          Es ging um Druck und darum, dass er vor jedem Spiel mit Übelkeit zu kämpfen hatte. Und er sagte, dass er beim Halbfinal-Aus bei der WM 2006 Erleichterung spürte, weil es vorbei war mit dem Druck.

          Wow. Das höre ich so zum ersten Mal.

          Gibt es bei Ihnen auch dieses Gefühl?

          Nervosität und Druck gehören dazu. Das ist Teil des Jobs. Man ist nicht Fußballer geworden, indem man immer den leichten Weg gehen will. Wenn Per Mertesacker darunter so litt, dass er froh war, ausgeschieden zu sein, dann ist das für mich schwer zu fassen. Ich will immer weiterspielen. Ich bin ein Typ, der nicht zu viel darüber nachdenkt, was man von mir erwartet, sondern ich spiele mein Spiel, weil ich den Fußball liebe.

          Mit dem Wechsel aus Istanbul nach Mainz haben Sie sich einem unbekannten Druck ausgesetzt: Es geht um Abstiegskampf. Wollten Sie das oder gab es keine Alternative?

          Ich habe die Entscheidung bewusst getroffen, weil ich Fußball spielen und nicht auf der Bank oder der Tribüne sitzen will. Für mich war es kein Problem, in den Abstiegskampf zu gehen. Man muss auch mal einen Schritt zurückgehen und nicht einfach nur bei erfolgreichen Vereinen spielen. Das musst du akzeptieren und die Aufgabe annehmen und als Herausforderung ansehen.

          Trainer Schwarz verlangt von den Spielern, die Situation auf dem Relegationsplatz als Chance zu begreifen, bei der man etwas gewinnen kann. Sind Sie von der Herangehensweise überzeugt?

          Sandro redet darüber, dass wir positiv sein müssen. Wir müssen stolz darauf sein, dass wir den Abstiegskampf gewinnen können. Das ist wie der Gewinn einer Trophäe, wenn wir das schaffen.

          Und Sie wollen etwas erreichen, was Sie bei Ihren bisherigen Topklubs nicht erreichen konnten?

          Ja, genau. Deswegen bin ich hier. Es ist wichtig für den Verein, die Menschen, die hier arbeiten, für die Fans und die Stadt. Mit dieser Aufgabe identifiziere ich mich. Wenn das jeder versteht, gewinnen wir den Abstiegskampf.

          Wenn Sie diese Herausforderung bestehen wollen, wie frustrierend war es dann für Sie, vor dem Einsatz gegen Schalke vier Spiele lang von der Bank aus zusehen zu müssen?

          Es ist nie leicht, auf der Bank zu sitzen. Aber es gehört dazu. Wenn der Trainer überzeugt ist, dass er in einem anderen System andere Spieler braucht, dann muss ich mich dem unterordnen. Ich bin kein Typ, der sagt: Ich bin Nigel de Jong und muss immer spielen.

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