Madagaskar beim Afrika Cup :
Das Island Afrikas

Christian Eichler
Ein Kommentar von Christian Eichler
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Vorbild Island auch beim Jubeln: Die Spieler Madagaskars feiern nach dem Sieg gegen Kongo den Einzug ins Viertelfinale des Afrika Cups.
Vorbild Island auch beim Jubeln: Die Spieler Madagaskars feiern nach dem Sieg gegen Kongo den Einzug ins Viertelfinale des Afrika Cups.AFP

Für zwei Dinge war Madagaskar in der Fußballwelt bisher bekannt: vokalreiche Spielernamen und ein Spiel mit 149 Eigentoren. Beim Afrika Cup steht der Außenseiter nun überraschend im Viertelfinale – und schreibt am Fußballmärchen des Jahres.

Bisher war Madagaskar im Fußball durch ein einziges Spiel bekannt. Das allerdings bizarrste und einseitigste der Fußballgeschichte. Es fand 2002 beim Finalturnier um die nationale Meisterschaft statt und endete 149:0, ohne dass der Sieger selbst ein Tor geschossen hätte. Aus Protest gegen eine Entscheidung im Spiel zuvor beförderte der entthronte Titelverteidiger Stade Olympique de l’Emyrne den Ball nach jedem Anstoß ins eigene Tor, im Durchschnitt alle 36 Sekunden. Mit diesem Matchplan nahm ein Trainer namens Ratsimandresy Ratsarazaka all die Parameter des modernen Fußballs vorweg, die seitdem nicht mal ein Pep Guardiola in dieser Vollkommenheit wiederholen konnte. Kein einziger Fehlpass. Kein Ballverlust. Hundert Prozent Ballbesitz. Hundertprozentige Chancenverwertung.

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