Regionalliga-Reform :
Der Protestherbst hat begonnen

Christoph Becker
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Fußballfans? Marx und Engels im Ost-Berliner Ambiente (Foto von 1991)
Fußballfans? Marx und Engels im Ost-Berliner Ambiente (Foto von 1991)Wolfgang Haut

Beim Fußballspiel in Köln legen Drittligaprofis die Arbeit nieder. Ihr Streik für das „Kompassmodell“ soll den DFB vor dem Bundestag unter Druck setzen.

Alle Bälle liegen still, wenn dein starker Fuß es will! Hatten Marx und Engels damals die Regionalliga-Reform im Sinn, als sie die Proletarier aller Länder zur Vereinigung aufgerufen haben? Die Indizienkette führt jedenfalls in eine eindeutige Richtung.

1845: „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ erscheint. 1848: Kommunistisches Manifest. 1857: Der erste Fußballklub der Welt wird in Sheffield gegründet. Und so weiter, und so fort. Kürzen wir die Beweisführung ab.

September 2026: Im Kölner Sportpark Höhenberg erleben 5956 Zuschauer am Freitagabend die Solidarisierung bessergestellter Profis der dritten Fußballliga mit den Werktätigen der Regionalliga in Nord, West, Südwest, Bayern und Nordost.

Gemeinsam sind sie stark: Spieler von Hansa Rostock (Foto vom DFB-Pokalspiel gegen Stuttgart am 21. August)
Gemeinsam sind sie stark: Spieler von Hansa Rostock (Foto vom DFB-Pokalspiel gegen Stuttgart am 21. August)dpa

Als Schiedsrichter Sebastian Hilsberg die Partie zwischen Viktoria Köln und Hansa Rostock anpfeift, streiken die Fußballspieler, und die Zuschauer protestieren. Für die Einführung des sogenannten „Kompassmodells“, das die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier reduzieren und allen Meistern den Aufstieg ermöglichen soll.

Der Protestherbst hat begonnen, der entscheidende, außerordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes ist für 18. Dezember angesetzt. Die Rostocker Profis hatten die Haltung am Freitag übrigens geradezu vorbildlich verinnerlicht. Als der Ball nach dreißig Sekunden zu rollen begann, spielte Viktoria einen 4:0-Sieg heraus.

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