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FFC Frankfurt : Präsident Adler tritt zurück

Bald nicht mehr in der Verantwortung: Bodo Adler gibt den Vorsitz beim FFC Frankfurt auf Bild: Wolfgang Eilmes

Der Frauenfußball-Bundesligaklub FFC Frankfurt sucht einen neuen Vorsitzenden: Nach sechs Jahren gibt Bodo Adler sein Amt überraschend zum 30. April auf. Adler begründet seine Entscheidung mit Differenzen mit einer Vorstandskollegin.

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          Bodo Adler hat seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden des Frauenfußball-Bundesligaklubs FFC Frankfurt zum 30. April angekündigt. Der 64 Jahre alte Steuerberater, der den Verein seit 2010 rein ehrenamtlich führt, hat Meinungsverschiedenheiten mit einer seiner vier Stellvertreterinnen im fünfköpfigen Vorstand als Grund angeführt. „In erster Linie geht es um sachliche Differenzen, die aber ins Persönliche übergingen“, sagte Adler, der erst im Dezember bei der Mitgliederversammlung im Amt bestätigt wurde. Anders als bei der Versammlung vor zweieinhalb Jahren, als es Kritik an der Arbeit des Vorsitzenden und seines Vorstands gegeben hatte, gab es dabei große Rückendeckung für die Vereinsführung. „Da ich nicht erwarten kann, dass jemand wegen mir aufhört, muss ich eben zurücktreten, weil ich unter diesen Bedingungen nicht professionell arbeiten kann und mir das auch nicht weiter antun will.“

          Adler hatte nach eigenen Worten nach der Wiederwahl des Vorstands gehofft, die Differenzen beilegen zu können, was nicht gelungen sei. Nun will er den Rücktritt auch als mahnendes Signal an die entsprechende Vorstandskollegin verstanden wissen. Auch gewöhnlich gut informierte Insider des Klubs waren am Mittwoch indes überrascht und konnten auf Nachfrage nur mutmaßen, welche der Stellvertreterinnen Annelie Hauptvogel, Ulrika Tyralla-Hotz, Marion Beier oder Iris Eberling Auslöser für Adlers Entscheidung gewesen sein könnte. Bei der Mitgliederversammlung soll der Vorstand noch einen harmonischen Eindruck erweckt haben.

          Manager Dietrich bedauert Entscheidung

          Adler betonte derweil, dass sein Rücktritt nichts mit Manager und Investor Siegfried Dietrich zu tun habe. Dietrich wiederum bedauerte Adlers Entscheidung. „Ich habe mit ihm wie mit seinen Vorstandskolleginnen sehr eng zusammengearbeitet und immer sehr großen Respekt gehabt vor der ehrenamtlichen Tätigkeit im Vorstand“, sagt Dietrich. „Genauso muss ich nun diese sehr persönliche Entscheidung respektieren.“ Den Zeitpunkt unmittelbar vor dem wichtigen Verfolgerduell beim VfL Wolfsburg, in dem eine Vorentscheidung im Kampf um einen Champions-League-Platz geht, und dem Champions-League-Viertelfinale gegen den schwedischen Klub Rosengard empfand Dietrich als etwas unglücklich. Adler sagte dazu, dass er sich nicht so wichtig nehme, dass das Team „besser oder schlechter spielt wegen mir“.

          Dietrich geht derweil davon aus, dass der restliche Vorstand die Arbeit des Vorsitzenden kommissarisch übernimmt, ehe einer geeigneter Nachfolgekandidat gefunden ist. Adler wiederum will den Verein noch bei der Auswärtsfahrt im Europapokal nach Malmö am kommenden Mittwoch repräsentieren und noch die nächste Vorstandssitung am 12. April leiten und bei dieser Gelegenheit die Geschäfte übergeben. „Ab dem 1. Mai bin ich dann nur noch als Fan bei den Spielen“, sagt er.

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