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Zweite Bundesliga : Der HSV ist Hamburger Stadtmeister

  • Aktualisiert am

Derbyheld: HSV-Torjäger Pierre-Michel Lasogga jubelt über ein Tor. Bild: Reuters

Der HSV gewinnt erstmals seit 2002 ein Prestigeudell. Am Millerntor sichert sich der Absteiger wichtige Punkte im Kampf um den Wiederaufstieg. Während in Hamburg ein Spielabbruch drohte, wurde die Partie in Fürth schon vorab vom Winde verweht.

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          Schwarz-Weiß-Blaue Party auf dem Kiez: Der Hamburger SV hat das emotionale Zweitliga-Stadtderby beim FC St. Pauli für eine Machtdemonstration genutzt und den Erzrivalen im Aufstiegsrennen auf sieben Punkte distanziert. Durch den 4:0 (1:0)-Erfolg ist das Team von Trainer Hannes Wolf nach dem 25. Spieltag Tabellenzweiter und bleibt dem Spitzenreiter 1. FC Köln dicht auf den Fersen.

          2. Bundesliga

          Überschattet wurde die Begegnung vom wiederholten Einsatz von Pyrotechnik von beiden Fanlagern. Schiedsrichter Felix Brych schickte beide Mannschaften in der 82. Minute in die Kabine. Nach rund fünfminütiger Unterbrechung setzte er das Spiel fort. Torjäger Pierre-Michel Lasogga mit einem Doppelpack (32., 61.), Khalid Narey (53.) und Douglas Santos (88.) sorgten vor 29.226 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion für großen Jubel im Gästeblock.

          Für eine ganze Generation von HSV-Fans war es der erste Derby-Sieg, den bis dato letzten Erfolg gegen den ewigen Gegner hatten die "Rothosen" im April 2002 (4:0) gefeiert. Die Kiezkicker um Coach Markus Kauczinski waren dagegen nach einem viel zu passiven Auftritt chancenlos. St. Pauli bleibt Vierter und hat vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz drei (Union Berlin). "Es gibt ganz sicher wichtigere Dinge als Fußball, aber im Moment nicht", hatte HSV-Coach Wolf bei Sky vor dem Anpfiff der Partie gesagt, auf die beide Fanlager wochenlang hingefiebert hatten.

          Die Gäste folgten der klaren Ansprache. Während sich St. Pauli sehr tief zurückzog, dominierte das Auswärtsteam mit einer Spielanlage, die auf viel Ballbesitz ausgelegt war. Aaron Hunt, der kurz vor dem Halbzeitpfiff ausgewechselt werden musste, spielte seine Übersicht und Technik immer wieder aus. Erst setzte er Douglas Santos gefährlich ein (21.), dann war er Wegbereiter für die Führung mit einem Freistoß an die Latte, den Abpraller nutzte Lasogga. St. Pauli besaß in der ersten Hälfte nur eine echte Gelegenheit durch den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Alexander Meier per Direktabnahme (28.), nach dem Wechsel musste mehr kommen.

          Und es kam direkt mehr. Ryo Miyaichi prüfte HSV-Keeper Julian Pollersbeck ernsthaft (46.). Auch nach dem zweiten Gegentor kämpften die Hausherren wacker weiter, doch der HSV zeigte sich hoch effizient. Bakery Jatta hatte bei einem Aluminium-Treffer (76.) gar noch einen weiteren Treffer auf dem Fuß. Das Spiel war von der Polizei als Hochrisikospiel deklariert worden und etwa 1800 Kräfte waren rund um die Reeperbahn im Einsatz. Sie setzten eine klare Trennung der Fanlager durch. Vor dem Anpfiff blieb es bis auf einige Scharmützel vergleichsweise ruhig, während des Spiels brannte dann allerdings immer wieder Pyrotechnik in den Kurven.

          Sandhausen gewinnt Kellerduell

          Der SV Sandhausen hat im Abstiegskampf einen Big Point gelandet. Das Team von Trainer Uwe Koschinat gewann das Keller-Duell am Sonntag bei Aufsteiger 1. FC Magdeburg mit 1:0 (0:0) und gab die Rote Laterne des Tabellenletzten an den FC Ingolstadt ab. Das Tor des Tages erzielte Stürmer Andrew Wooten in der 73. Minute, nachdem sich beide Mannschaften zuvor kaum in die Strafräume gewagt hatten. Magdeburgs Vorsprung auf Sandhausen schmolz durch die Niederlage auf zwei Punkte.

          In der Magdeburger Arena entwickelte sich von Beginn an ein Spiel, das den Tabellenplätzen der beiden Teams entsprach. Die Zweikämpfe wurden verbissen geführt, spielerische Ansätze waren dagegen kaum erkennbar. Zudem erstickten viele Fehler die zarten Offensivbemühungen im Keim. Die Folge: In der äußerst schwachen ersten Halbzeit erspielten sich weder die Magdeburger noch die Sandhausener eine nennenswerte Torchance.

          Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie etwas munterer. Nachdem der FCM nach einer Ecke plötzlich die große Chance zur Führung hatte, schlugen die Gäste im Gegenzug eiskalt zu: Nach einer Kopfballverlängerung von Kevin Behrens behielt Torschütze Wooten die Nerven.

          Spiel in Fürth vom Winde verweht

          Das ebenfalls für Sonntagmittag angesetzte Spiel zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Dynamo Dresden ist aufgrund einer amtlichen Unwetterwarnung abgesagt worden. Das teilten beide Klubs rund zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff um 13.30 Uhr mit.

          Immer wieder Unterbrechungen: Richard Neudecker vom FC St. Pauli und eine der Pyroshows im Hintergrund.
          Immer wieder Unterbrechungen: Richard Neudecker vom FC St. Pauli und eine der Pyroshows im Hintergrund. : Bild: Reuters

          Der Deutsche Wetterdienst prognostizierte für die Region um Fürth im Zeitraum von 12.00 bis 24.00 Uhr neben starken Niederschlägen auch das Auftreten von schweren Sturmböen. Es wurden Böen bis zu einer Windstärke 11 und über 100 km/h vorhergesagt. Der Sportpark Ronhof  in Fürth besitzt nur eine Betriebserlaubnis bis zur Windstärke 8.

          „Der Gastgeber kann als Veranstalter des Spiels die Sicherheit der Stadionbesucher bei solch schweren Sturmböen nicht garantieren, daher war die Spielabsage unumgänglich“, sagte Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest, wird aber schnellstmöglich angesetzt und durch die DFL bekanntgegeben.

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