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HSV : Tuchel wohl nicht, Zinnbauer vielleicht

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Fast schon eine Graue Eminenz bei Trainerdiskussionen: Thomas Tuchel soll in Hamburg abgesagt haben Bild: dpa

Der HSV sucht einen neuen Trainer: Eine baldige Verpflichtung von Thomas Tuchel ist nach Informationen von FAZ.NET unwahrscheinlich. U23-Trainer Zinnbauer soll mit Sportdirektor Beiersdorfer im Gespräch sein.

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          Der Nächste, bitte! Lediglich sieben Monate durfte sich Mirko Slomka als Trainer des Hamburger SV ausprobieren. Am Montagabend verkündete der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer dem Mathematiklehrer aus Niedersachsen das Aus. Bei Slomkas Vorgänger Bert van Marwijk war schon nach fünf Monaten Endstation.

          Dagegen muten die knapp zwei Jahre zuvor von Thorsten Fink wie eine Ewigkeit an. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen: Beim HSV gibt es eine Drehtür zum Trainerzimmer, die im Dauerbetrieb kreiselt. Acht Trainer und fünf Interims-Übungsleiter in den vergangenen sieben Jahren sind reif fürs Guinnessbuch.

          Tuchel unwahrscheinlich

          Wer jetzt den bislang als Schleudersitz verrufenen Trainerstuhl einnimmt, ist noch nicht entschieden. Nach Informationen von FAZ.NET ist es sehr unwahrscheinlich, dass Tuchel dem HSV eine baldige Zusage geben könnte. Laut dem Radiosender NDR 90,3 soll der 41 Jahre alte Trainer sogar schon dezidiert abgesagt haben.

          Ein möglicher Kandidat: U23-Trainer Josef Zinnbauer
          Ein möglicher Kandidat: U23-Trainer Josef Zinnbauer : Bild: dpa

          Der frühere Mainzer Coach, der sich eine Auszeit gönnt und bis Saisonende beim FSV Mainz unter Vertrag steht, ist ein junger, dynamischer Trainer moderner Prägung. Käme er doch noch, würde eine Ablösesumme an Mainz fällig. Der HSV muss aber schon jetzt tüchtig bluten für die verkorkste Vergangenheit: Fink, van Marwijk und Slomka sowie Ex-Sportchef Oliver Kreuzer kosten stattliche Abfindungen. Ein Fass ohne Boden.

          Gerüchte von Magath bis von Heesen

          Interessanterweise werden auch Namen kolportiert, die das Gegenteil von Tuchel verkörpern: Felix Magath zum Beispiel. Der ehemalige Profi und Trainer des HSV ist mit seinem englischen Zweitligisten FC Fulham am Tabellenende angekommen und muss in England mit seinem Rauswurf rechnen. Zudem geistern die Namen Thomas von Heesen, Markus Babbel, Bernd Schuster, Stefan Effenberg, Thomas Doll und Huub Stevens durch den Volkspark.

          Auch Nachwuchstrainer Josef Zinnbauer wird genannt. Als Coach der U-23-Mannschaft des HSV hat er in der Regionalliga Nord acht Siege in Serie gefeiert. Prompt wurde er Dienstagmittag von Beiersdorfer zu einem langen Gespräch geladen. Denkbar ist, dass der 44-Jährige die Profis als Interimstrainer betreut.

          Schieflage und Sinkflug: Der HSV ist weiter in der Krise
          Schieflage und Sinkflug: Der HSV ist weiter in der Krise : Bild: dpa

          Wer auch immer kommt, am Samstag bekommt er es in der Bundesliga mit Bayern München zu tun. Ob gerade dann das Startsignal für den Aufbruch in eine erfolgreiche Zukunft gegeben werden kann, ist fraglich.

          Beiersdorfer bleibt der Hoffnungsträger

          Obwohl das Heuern und Feuern im Volkspark seit Jahren anhält, besteht leise Hoffnung auf Besserung. Grund: Die Strukturen beim Bundesliga-Dino  sind grundlegend andere geworden, die verantwortlichen Personen wurden ausgetauscht. Durch die ausgegliederte Profi-Abteilung, die auf Aktienbasis neue Finanzquellen erschließen will, ist eine andere Entwicklung des mittelständischen Unternehmens HSV möglich, als das in Form eines eingetragenen Vereins mit Mitgliedervetorecht bisher der Fall war. Größter Hoffnungsträger für eine Umwälzung beim HSV ist dabei Dietmar Beiersdorfer. Der 50 Jahre alte Vorstandsvorsitzende gilt als seriöser und emsiger Arbeiter, der im Gegensatz zu vielen anderen nicht das Bad in der Menge sucht und sich lieber die Zunge abbeißt, bevor er Interna ausplaudert.

          Fußball-Bundesliga : HSV entlässt Mirko Slomka

          Was beim HSV aber an frühere Zeiten erinnert: Leute wie HSV-Edelfan und Investor Klaus-Michael Kühne mischen sich ins operative Geschäft ein und torpedieren damit Beiersdorfers Kurs. Milliardär Kühne, der dem HSV bislang 25 Millionen Euro zu einem erklecklichen Zinssatz geliehen hat, posaunt seine Vorstelllungen von guten und schlechten Trainern und eben solchen Spielern heraus. Slomka mochte er nie.

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