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RB Leipzig nach dem 0:3 : „Die Bayern haben mit unseren Waffen geglänzt“

  • Aktualisiert am

Das war deutlich: Nach dem 0:3 in München üben die Leipziger deutliche Selbstkritik Bild: dpa

RB Leipzig gibt sich nach der deutlichen Pleite in München selbstkritisch. Sportdirektor Rangnick kritisiert vor allem eine Sache. Doch von Trainer Hasenhüttl gibt es eine neue Kampfansage.

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          Ralph Hasenhüttl mochte nichts schönreden. Nach der „Lehrstunde gegen die beste Mannschaft in Deutschland“ fiel nicht nur der Trainer des bundesweit bestaunten Liga-Neulings RB Leipzig mit wohltuender Selbstkritik auf. Die Schärfe, welche die jungen Wilden aus Sachsen in einem einseitigen Topspiel beim 0:3 gegen den übermächtigen FC Bayern ausnahmsweise auf dem Fußballplatz vermissen ließen, zeigten sie bei der Beurteilung der eigenen Fehlleistung.

          Von einem „Klassenunterschied“ sprach Verteidiger Marcel Halstenberg. „Die Bayern haben komplett ihr Ding durchziehen können“, rügte Kapitän Dominik Kaiser. Und Innenverteidiger Willi Orban stellte frustriert fest: „Die Elemente, die uns stark machen, hat Bayern umgesetzt. Es ist ärgerlich, aber wir müssen daraus lernen.“

          „Ein gutes Beispiel“

          Tatsächlich war es eine heftige Lektion in einem Topspiel, auf das ganz Deutschland geschaut hatte. Aber das sei „nicht schlimm“, behauptete Hasenhüttl: „Es ist für unsere junge Mannschaft ein gutes Beispiel, was passiert, wenn man nicht alles auf den Platz bekommt.“ Fast alles, was den besten Liga-Neuling in 54 Jahren Bundesliga bis Mittwochabend ausgezeichnet hatte, war gegen einen in allen Belangen besseren Gegner nicht zu sehen. „Die Bayern haben mit unseren Waffen geglänzt“, urteilte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick erschrocken.

          Anfang vom Ende: Nach dem Foul an Lahm muss Forsberg gehen Bilderstrecke

          Der Herausforderer lief körperlich und mental „ein bisschen auf der letzten Rille“, wie Hasenhüttl einwarf. Er gab sich eine Mitschuld am Untergang, weil er etwa einen sichtlich nicht fitten Akteur wie Naby Keita im Mittelfeld aufgestellt hatte. „Den Schuh ziehe ich mir auch ein bisschen selber an. Der eine oder andere Spieler war sicherlich nicht in der Lage, Topleistung zu bringen“, sagte Hasenhüttl.

          Kollektiv und individuell versagten die Gäste. Die noch fehlende Qualität in der Defensive fiel extrem auf, allein an den Ausfällen lag sie nicht. „Unser Spiel funktioniert nur, wenn wir synchron verteidigen, alle gemeinsam“, sagte Hasenhüttl. „Mit drei solchen Aussetzern kannst du nichts holen“, ergänzte Rangnick bei der Aufzählung der individuellen „Böcke“ von Keita vorm 0:2, Emil Forsberg bei dessen Roten Karte und Torwart Peter Gulacsi beim Foulelfmeter, der zum vernichtenden dritten Gegentor führte.

          „Die Bayern haben uns früh bestraft“, sagte Kaiser angesichts der Gegentore von Thiago (17. Minute), Xabi Alonso (25.) und Robert Lewandowski (45.). „Bayern ist eine Weltklassemannschaft“, meinte Forsberg, der sich für sein „großes Foul“ an Philipp Lahm beim Bayern-Kapitän und auch den eigenen Teamkollegen entschuldigte.

          „Er hat der Mannschaft keinen guten Dienst erwiesen“, rügte auch Hasenhüttl den Offensivspieler. Man müsse Forsberg aber wegen des Platzverweises „nicht verteufeln“. Rangnick ärgerte vor allem, dass der Leistungsträger nach der Winterpause gesperrt fehlen wird; mindestens im ersten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, aber womöglich auch noch gegen Hoffenheim und danach in Dortmund.

          Der FC Bayern ist noch keine Orientierungsgröße für RB Leipzig. Und darum fiel Hasenhüttls Gesamtfazit nach 16 Spielen und 36 Punkten total positiv aus: „Ich bin bis hierher sehr stolz auf das, was diese Mannschaft geleistet hat.“ Über den Jahreswechsel will er mit seinem Team „ein bisschen durchpusten“. Dann wird neu angegriffen. „Ich kann versprechen, dass wir mit einer ähnlichen Herangehensweise versuchen werden, in der Rückrunde ähnlich viele Punkte zu holen“, sagte der ehrgeizige Österreicher. 72 Punkte – das würde einen sicheren Champions-League-Platz im Bundesliga-Premierenjahr bedeuten.

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