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Hamburger Findungsphase : „Chelsea light“ in Nöten

  • -Aktualisiert am

Am Boden: Eljero Elia während des Testspiels gegen Valencia Bild: dpa

Heute Abend startet der Hamburger SV gegen Meister Dortmund in die neue Bundesligasaison. Das neuformierte Team scheint seinen Kredit bei den Fans schon jetzt verspielt zu haben. Nur zwei Außenverteidiger geben Grund zur Hoffnung.

          Aus der Vorfreude auf die neue Saison ist innerhalb von nur vier Tagen ein ziemliches Unbehagen geworden. Was kann die umgekrempelte Mannschaft des Hamburger SV leisten?

          Seit der HSV im Pokal mit großer Mühe 2:1 beim Fünftligavertreter VfB Oldenburg gewann und das letzte Testspiel vor mehr als 30.000 Zuschauern in der Hamburger Arena gegen den FC Valencia 1:2 verlor, gilt der Satz Mladen Petrics für das Spiel beim deutschen Meister an diesem Freitag (20.30 Uhr/ live in der ARD und FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker): „Wenn wir in Dortmund so spielen wie zuletzt, gehen wir unter.“ Trübe Aussichten beim HSV. Zumal der Rückhalt der Fans und das Verständnis für den großen Umbruch geringer sind als erhofft: Gegen Valencia pfiff ein Teil der Anhänger die neuformierte Mannschaft aus - und zwar schon sehr früh. Mit wenig Kredit startet der HSV also in eine Saison, an deren Ende ein Platz im Mittelfeld schon ein Erfolg wäre.

          Der neue HSV hat viel von einer Wundertüte. Neun Profis - von Frank Rost bis Ruud van Nistelrooy - verließen den Verein. Auch langjährige Stammkräfte wie Joris Mathijsen und bekannte Gesichter wie Piotr Trochowski waren dabei. Gleich vier junge Spieler brachte der neue Sportchef Frank Arnesen vom FC Chelsea mit; allesamt Akteure, die keine Chance hatten, als Stammkräfte der Londoner in der Premier League zu spielen. Ob die Version „Chelsea light“ den HSV voranbringt? Arnesen blieb keine Wahl, als auf junge Profis ohne Namen zu setzen. Sein Arbeitgeber muss in allen Abteilungen sparen. Die Hochpreispolitik des ehemaligen Vorstands Bernd Hoffmann ist zu den Akten gelegt.

          Erinnerung an Manfred Kaltz

          Auf der Schlüsselposition im defensiven Mittelfeld hat der HSV die größten Schwierigkeiten. Weder Jarolim noch Tesche noch Kacar noch Rincon genügen als „Sechser“ höheren Ansprüchen. Und seit seinem Auftritt gegen Valencia gilt plötzlich auch Kapitän Heiko Westermann als Wackelkandidat - der stets bemühte Innenverteidiger wurde bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Die Vertrags- beziehungsweise Verkaufsverhandlungen mit den formstarken Stürmern Petric und Guerrero bereiten zusätzliche Störung. So schüren nun zwei andere Profis die Hoffnung auf einen neuen, erfolgreichen HSV: die Außenverteidiger Dennis Diekmeier und Dennis Aogo.

          Nationalspieler Aogo überzeugte spielerisch schon in der vergangenen Saison und stößt nun mitteilungsfreudig in die Lücke, die die alten Wortführer Rost und van Nistelrooy hinterlassen haben. Diekmeier hingegen verpasste wegen einiger Verletzungen fast alle Spiele und führte erst zum Ende der Saison seine Interpretation des rechten Außenverteidigers auf: mutig, schnell, mit guten Flanken. Trainer Michael Oenning sieht ihn schon auf dem Weg in die Nationalmannschaft, sollte Diekmeier eine ganze Saison auf hohem Niveau spielen. In seiner offensiven Spielweise erinnert der 21 Jahre alte Profi jedenfalls an einen, der für die großen, alten Zeiten des HSV steht: Manfred Kaltz.

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