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Tristesse bei Dynamo Dresden : „Ich komme mir vor wie der HSV der dritten Liga“

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Mal wieder auf dem Boden: Julius Kade und Dynamo Dresden steigen ab. Bild: dpa

Zum dritten Mal in acht Jahren stürzt Dynamo Dresden in die dritte Liga. Der Abstieg wird überschattet vom Ärger mit einigen eigenen Fans. Der Frust ist groß. Und etliche Fragen sind unbeantwortet.

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          Der Abstieg ist besiegelt, die Mannschaft im Urlaub, die sportliche Führung schweigt. Nur Geschäftsführer Jürgen Wehlend stellte sich am Tag nach Dynamo Dresdens Relegationspleite gegen den 1. FC Kaiserslautern und blickte in die Zukunft. Seine Welt sind eigentlich die Zahlen, doch der dritte Absturz in die dritte Fußball-Liga binnen acht Jahren ging ihm sichtlich nah.

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          „Wie kann es sein, dass Dynamo Dresden nach so langer Zeit eine Fahrstuhlmannschaft ist? Ich komme mir vor wie der HSV der dritten Liga. Wir rennen immer an und investieren“, sagte Wehlend. Und trotz aller Bemühungen hielt sich der Traditionsklub nur eine Saison in der zweiten Liga.

          Die Zukunft der dafür sportliche Verantwortlichen ist unklar. Trainer Guerino Capretti ist eigentlich nicht zu halten, nachdem ihm kein einziger Sieg gelang. Sportchef Ralf Becker muss sich dafür verantworten, in Capretti den falschen Mann geholt und dessen Vorgänger Alexander Schmidt zu spät abgelöst zu haben. Becker räumte ein, „am Ende sind wir irgendwie vom Weg abgekommen.“ „Es sind Fehler gemacht worden. Die werden wir korrigieren“, betonte Wehlend.

          Die Verträge von Capretti und Becker gelten nicht in der dritte Liga. Eine Trennung würde Dynamo somit nichts kosten. Doch bei Becker deutet vieles auf einen Verbleib hin – auch aus Mangel an Alternativen. Als Formsache will Wehlend eine Vertragsanpassung des Sportchefs allerdings nicht verstanden wissen. Er betonte, es müssten vom Aufsichtsrat klare Leitplanken und Maßnahmen vorgegeben werden, „damit man weiß, worauf man sich einlässt, wenn man weitermacht“.

          Neben den sportlichen Themen sorgten mal wieder einige Anhänger für Aufregung. Nach dem 0:2 sollte mit zahlreich auf den Platz geworfener Pyrotechnik erst ein Abbruch des Spiels provoziert werden. Kurz vor Mitternacht hatten schließlich etwa 30 Anhänger versucht, durch den Eingang zum VIP-Raum in den Kabinentrakt zu gelangen. Dabei wurden zwei Ordner verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch. Nach Steinwürfen auf einen Bus wurden zudem Ermittlungen wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

          „Bei allem Verständnis für diesen Frust, den alle Beteiligten im Verein teilen und genauso fühlen, ist das Verhalten einiger Dynamo-Fans gegen Ende des Spiels und im Besonderen danach völlig inakzeptabel. Mit dem gewaltsamen Eindringen in den Kabinentrakt, bei dem zwei Ordner verletzt wurden, und der Bedrohung von Spielern, Betreuern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde eine klare Grenze überschritten“, sagte Wehlend. Wirtschaftlich bezeichnete er den Abstieg zwar als „Absturz“. Doch der Geschäftsführer hatte bereits vor Wochen klargestellt, dass das den Klub „nicht umhauen“ würde.

          Die finanzielle Kraft ist also durchaus vorhanden, um eine um den sofortigen Wiederaufstieg spielende Mannschaft zusammenzustellen. In den kommenden Tagen liegt viel Arbeit vor dem sächsischen Traditionsklub. Zahlreiche Spielerverträge haben keine Gültigkeit für die dritte Liga, wie schon 2020 droht ein radikaler Umbruch im Kader. Am Mittwoch traf sich das Team ein letztes Mal, danach ging es in den Urlaub. Der Trainingsstart ist für den 15. Juni vorgesehen. Der Auftakt in die neue Drittliga-Saison findet am 22. Juli statt.

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