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Karl-Heinz Körbel : Der ewige Charly wird museal

Ein Gehirn fürs Museum: Bundesliga-Rekordspieler Charly Körbel kommt ins Frankfurter Senckenberg Bild: Picture-Alliance

Ewig ist Charly Körbel schon lange. Fast zwangsläufig hält er nun Einzug ins Frankfurter Naturmuseum Senckenberg. Auf dem Weg dorthin hat er selbst den berühmtesten deutschen Wissenschaftler geschlagen.

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          Etwas Museales hatte Charly Körbel schon zu Zeiten, als er noch das Trikot trug. Denn in seinen letzten Jahren, in denen er als Bundesliga-Rekordspieler seine Fußballspiele bestritt, begleitete ihn schon der Spitzname „Der ewige Charly“, weil er eben fast ewig von 1972 bis 1991 nur für die Eintracht in der Bundesliga die Schuhe schnürte.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch wenn er dieses Diktum persönlich gar nicht mag, so stimmt es spätestens jetzt: Denn Charly Körbel, der Mann mit dem womöglich nicht mehr zu übertreffenden 602-Spiele-Rekord für die Ewigkeit, wird alsbald das Frankfurter Senckenberg-Museum als Ausstellungsstück bereichern. Und wenn nicht dieses Naturmuseum für Ewigkeit steht, welches dann?

          Körbel schlägt Einstein

          Natürlich wird Körbel nicht selbst ausgestellt, weil das dann doch ein bisschen verfrüht wäre, zwischen all den Dinosaurier-Knochen und anderen ausgestorbenen Tierarten. Denn Charly Körbel ist ja noch unglaublich lebendig und bei seiner Eintracht präsent mit Fußballschule und als Identifikationsfigur. Ins Museum kommt Körbels Gehirn in einer überdimensionalen 3D-Nachbildung, was wegen einiger wichtiger Kopfballtore auch einen Sinn im Fußballerischen ergibt. Fußball verlange dem Gehirn mehr ab als Schach, erklärte die Senckenberg Gesellschaft derweil dazu.

          Eintracht-Legende: Charly Körbel ist noch immer Identifikationsfigur
          Eintracht-Legende: Charly Körbel ist noch immer Identifikationsfigur : Bild: dpa

          Entschieden haben das die Nutzer der Senckenberg-Homepage und dabei hat Körbel mit 56 Prozent der Stimmen Albert Einstein (26 Prozent) so locker im Griff gehabt wie einst seinen Lieblingsgegenspieler Gerd Müller, der aus Fußballmuseen auch schon längst nicht mehr wegzudenken wäre.

          Für Körbel wird der Einzug ins Senckenberg-Museum natürlich nicht der erste museale Auftritt sein: Im deutschen Fußballmuseum wird an den Rekordspieler erinnert, im Eintracht-Museum liegt etwa der riesengroße Nagel, der nach einem Schien- und Wadenbeinbruch, der einzigen schweren Verletzung in der Körbel-Karriere, in den Knochen gehauen wurde.

          Bei so viel musealer Aufruhr kann freilich auch mal ein Missgeschick unterlaufen. Im vergangenen Jahr wurde dank des Spürsinns des Trikotsammlers und Nostalgietrikotherstellers Michael Hamann bekannt, dass im Eintracht-Museum das vermeintlich letzte von Körbel getragene Eintracht-Trikot nicht das richtige war. Ähnliches wird dem Senckenberg-Museum vermutlich nicht passieren.

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