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Darmstadt 98 : Warnung vor dem Defensiv-Dogmatiker

  • -Aktualisiert am

Trainer mit begrenzter Haltbarkeit: Dimitrios Grammozis. Bild: dpa

Vor dem Wiedersehen mit Dirk Schuster, dem Gründungsvater des Darmstädter Aufschwungs in diesem Jahrzehnt, warnt der aktuelle Lilien-Trainer Grammozis davor, Erzgebirge Aue zu unterschätzen.

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          Dirk Schuster ist der sportliche Gründervater, der es ermöglicht hat, dass die „Lilien“ seit Sommer 2014 in den ersten beiden Spielklassen daheim sind. Mit dem Sachsen als Cheftrainer ging es einst von Liga drei bis zum Klassenverbleib in der Bundesliga. Doch an Schusters Erbe hat Darmstadt 98 schwer zu tragen gehabt. Gleich zweimal. Zunächst nach dessen Abgang auf dem Höhepunkt der Vereinsgeschichte erster Klasse, und dann nach der zweiten südhessischen Amtszeit an der Schwelle zur dritten Liga.

          Seine Nachfolger standen jeweils vor der Herausforderung, Schusters von unverrückbaren Dogmen geprägten Sicherheitsfußball zu überwinden. Das war der erklärte Wunsch der Vereinsführung, mit dem auch Dimitrios Grammozis im Februar vergangenen Jahres am Böllenfalltor losgelegt hat. Die Spielweise des SVD hat sich unter dem Deutschgriechen verändert – wenn auch keine radikale Abkehr erfolgt ist. Und in einigen Spielen, so wie am Samstag beim überzeugenden 4:0-Heimsieg gegen St. Pauli, wird der Darmstädter Anhang mit Tempo, Offensivdrang und Spielfreude beglückt.

          Mit 39 Punkten und Tabellenrang sechs gehen die Darmstädter an diesem Dienstag (18.30 Uhr bei Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Bundesliga) äußerst kommod in das Duell gegen den Tabellennachbarn, Schusters FC Erzgebirge Aue. Schuster werde im Spiel „sein Darmstadt-Herz beiseitelegen und gegen uns gewinnen wollen“, mutmaßt Grammozis, der den Klub nach erfolglosen Vertragsverhandlungen nach Rundenschluss verlassen wird. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hätte Grammozis’ Zeit nach einer Niederlage gegen St. Pauli sogar vorzeitig geendet, weil der Klub ihn entlassen hätte. Mit Markus Anfang steht ein Nachfolger schon lange fest, der zudem sofort verfügbar ist. Spielen die Darmstädter mit dem Gedanken, die Zukunftslösung einzutauschen für den Trainer auf Abruf? „Wir haben immer gesagt, dass wir gemeinsam die Saison erfolgreich beenden wollen“, sagte Sportdirektor Carsten Wehlmann auf Nachfrage. „Dann lassen wir nach einem verlorenen Spiel doch nicht solche Überlegungen aufkommen.“

          Für das Match in Aue inmitten der englischen Woche stellt Grammozis abermals eine personell neu durchmischte Anfangsformation in Aussicht. Angreifer Felix Platte hat sich nach dem blutigen Zwischenfall gegen St. Pauli (Auswechslung wegen einer mit vier Stichen genähten Platzwunde an der Augenbraue) wieder einsatzfähig gemeldet.

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