https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/bundesliga-koeln-meldet-sich-torlos-zurueck-13111500.html

0:0 gegen HSV : Kölner Rückkehr ohne letzten Kick

  • -Aktualisiert am

Wer behält den Durchblick? HSV-Verteidiger Heiko Westermann und Kölns Torwart Timo Horn verpassen den Ball Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

Große Begeisterung, aber keine Tore: Der 1. FC Köln feiert seine Bundesliga-Rückkehr. Der Auftakt ist mühsam, aber solide. Beim 0:0 gegen den HSV steht die Defensive sicher.

          2 Min.

          840 Tage ohne erste Bundesliga: Verdammt lang her, dass der 1. FC Köln auf der großen deutschen Fußballbühne zu Hause war. Zur Rückkehr an einem herbstlichen Samstag wurden die Rheinländer von ihren wie immer enthusiastischen Fans mit einem Knalleffekt begrüßt, einem sehenswerten rot-weißen Konfettifeuerwerk. Es blieb der einzige „Kracher“ an diesem ersten Spieltag in der mit 50.000 Zuschauern ausverkauften Kölner Arena.

          Dennoch war das 0:0 zwischen dem Aufsteiger und dem Hamburger SV nicht so schlecht wie es das Ergebnis vermuten lässt, weil beide Mannschaften eine über neunzig Minuten konzentrierte Leistung ohne Hochglanzmomente boten.

          Der FC zeigte, dass er sich gegen höherklassige Konkurrenz zu wehren wissen wird; der HSV fand nach einer Chaos-Saison, die um ein Haar im Desaster geendet hätte, zur lange vermissten Ordnung im eigenen Spiel zurück und deutete speziell in der ersten Hälfte an, dass er in der Spielzeit 2014/15 zu besseren Auftritten als zuletzt imstande sein dürfte.

          Comeback-Feier: Köln ist zurück in der Fußball-Bundesliga Bilderstrecke
          Comeback-Feier: Köln ist zurück in der Fußball-Bundesliga :

          Damit sich die FC-Anhänger erst gar nicht an lauter neue Gesichter gewöhnen mussten, hatte der österreichische Trainer Peter Stöger zu seiner Bundesliga-Premiere zehn seiner Aufstiegshelden in seine Startformation berufen. Ein Vertrauensbeweis und ein Indiz für die angestrebte Kontinuität in Köln, zumal schon die erste Kraftprobe der neuen erstklassigen Saison zeigte, dass sich der Zweitligameister auch in der Ersten Bundesliga auf sein Prunkstück, die Abwehr, verlassen kann.

          Zwanzig Gegentore, so wenige wie zuvor kein Zweitligaverein hinnehmen musste, standen für den dreimaligen deutschen Meister zu Buche. Folglich verließ sich Stöger auf seine eingespielte Defensive gegen den Hamburger SV, der in der vorigen Spielzeit mit 75 die meisten Gegentreffer in der Bundesliga einstecken musste.

          Doch siehe da: Die in acht harten Wochen länger als jedes andere Bundesligateam auf die neue Spielzeit vorbereiteten Beinahe-Absteiger erwiesen sich als ausgesprochen stabil. Überhaupt mutete der erst über die Relegation nach einer miserablen Saison gerettete HSV viel sicherer, kompakter und geschlossener an als in der Saison davor. Van der Vaart, so rank und schlank wie lange nicht, führte in den ersten 45 Minuten klug Regie und versuchte sich dazu ein paar Mal, wenn auch vergeblich, als Torschütze.

          Neben ihm fiel der aus Neapel geholte defensive Mittelfeldspieler Valon Behrami positiv auf. Der 29 Jahre alte Schweizer organisierte und kontrollierte im Verbund mit seinem Landsmann Djourou und Westermann die defensiven Aktionen der insgesamt besseren Mannschaft. Die Kölner dagegen hatten in der ersten Halbzeit offensiv nicht allzuviel Sehenswertes zu bieten. Sie beschränkten sich auf die Tugenden, mit denen sich Niederlagen verhindern, aber keine Siege feiern lassen.

          Das besserte sich danach ein wenig, doch konnten die Kölner Ujah und Osako mit ihren Möglichkeiten ebenso wenig anfangen wie auf der anderen Seite Ilicevic bei seiner Kopfballchance. Obwohl das Tempo hüben wie drüben anzog und das Spiel temperamentvoller hin und her ging: Der letzte Kick fehlte diesem Duell zweier Traditionsklubs.

          Da der FC etwas besser und der HSV etwas schwächer wurde, war niemand mit dem 0:0 benachteiligt. Am Ende freuten sich beide Mannschaften darüber in Maßen. War es doch eine solide Rückmeldung der Kölner in der Bundesliga und der erste Auswärtspunkt nach zuvor neun Niederlagen in Serie, den die Hamburger gewannen. Kleine Präsente an einem Fußballnachmittag ohne große Highlights.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Meteoritenschauer : „Ich hab’ es Feuer regnen sehen“

          Was John Denver 1973 in seinem Lied „Rocky Mountain High“ besungen hat, ist der Höhepunkt des Meteoritenschauers der Perseiden. Jedes Jahr im August kann man nachts bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sehen.
          Patricia Schlesinger bei einem Fototermin im Dezember 2020

          RBB-Skandal : Luxustrip nach London, Generalstaatsanwalt am Zug

          Der RBB will zum Schlesinger-Skandal selbst recherchieren. Auf Anfragen von außen gibt der Sender keine Auskunft, etwa zum Kurztrip der Ex-Intendantin nach London. Strafrechtliche Ermittlungen führt nun der Generalstaatsanwalt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.