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2:3 gegen Leverkusen : Sechs völlig verrückte Schalker Minuten

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Max Meyer, sondern ganz Schalke fühlt sich nach diesem Spiel am Boden. Bild: AFP

Huntelaar verschießt einen Elfmeter, Schalke geht dennoch mit einem 2:0 gegen Leverkusen in die Halbzeit-Pause. Sechs turbulente Minuten danach werden die Königsblauen aber nicht so schnell vergessen.

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          Was für eine Enttäuschung für Schalke 04! Mit einem Heimsieg im unmittelbaren Vergleich hätten die Königsblauen bis auf drei Punkte an den Bundesliga-Dritten Bayer Leverkusen heranrücken können, danach sah es zunächst auch aus. „Wir haben eine Halbzeit lang richtig gut gespielt“, sagte der Schalker Trainer André Breitenreiter, und keiner konnte ihm widersprechen.

          Doch nach dem 2:0 zur Pause durch Treffer von Eric Maxim Choupo-Moting (14. Minute) und Leroy Sanè (29.) ließ sich seine Mannschaft aus dem Rhythmus bringen. Leverkusen legte plötzlich jede Schwäche ab und trat mit dem ganzen Selbstbewusstsein auf, das die Erfolgsserie der vergangenen Wochen den Rheinländern eingeflößt hatte.

          Schalke fiel nach Julian Brandts Tor (54.) in eine sechsminütige Schockstarre, die Karim Bellarabi nach einem Fehler von Torhüter Ralf Fährmann (56.) und Javier Hernandez (60.) nutzten, um das Spiel vollends zu drehen. Das 3:2 war Leverkusens sechster Sieg nacheinander, und Schalke liegt nun schon neun Punkte hinter Bayer.

          Völlig abgehoben: Bellarabi und Leverkusen drehen das Spiel. Bilderstrecke

          Als Schalke seine schwungvolle erste Viertelstunde mit dem Führungstreffer gekrönt hatte, ging für Bernd Leno eine beachtliche Serie zu Ende. Der Torhüter von Bayer Leverkusen war in der Bundesliga fast fünfhundert Minuten lohne Gegentor geblieben. Dem dynamischen und wuchtigen Vorstoß des Schalker Angreifers Choupo-Moting hatte aber auch der reaktionsschnelle Mann zwischen den Leverkusener Pfosten nichts entgegenzusetzen.

          Der Torschütze hatte nahe der Mittellinie einen Alleingang gestartet, sich bis an den gegnerischen Strafraum vorgekämpft und schließlich noch davon profitiert, dass der Leverkusener Abwehrchef Ömer Toprak den Ball abfälschte. Der Innenverteidiger hätte Schalke beinahe schon in der fünften Minute zur Führung verholfen. Topraks Foul an Sané wurde mit einem Elfmeter geahndet, Leno hatte jedoch keine große Mühe, den schwach geschossenen Strafstoß von Klaas-Jan Huntelaar, der zuletzt im Derby gegen Dortmund vom Punkt getroffen hatte, abzuwehren.

          Das Missgeschick des Niederländers bremste die Heimelf jedoch zunächst nicht in ihrem Tatendrang. Schalke baute Druck auf, und nach einem Doppelpass mit Max Meyer brachte Sané mit dem zweiten Treffer des Abends die Kräfteverhältnisse bis zu diesem Zeitpunkt angemessen zum Ausdruck. „Es war eine sehr schwache erste Halbzeit von uns“, sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt. „Wir lagen verdient 0:2 hinten.“

          Doch Schalke hätte gewarnt sein können, denn Leverkusen ist eine Mannschaft mit Comeback-Qualität. Sie hat in dieser Saison schon 16 Punkte nach einem Rückstand gewonnen, und vor einigen Wochen in Augsburg sogar mit drei Toren zurückgelegen und am Ende noch ein Remis erreicht. „Wir sind eine Mannschaft, die in einer solchen Spielgeschichte Unglaubliches leisten kann“, sagte Schmidt.

          Eine Mannschaft, die sich mitreißen lässt und dann bisweilen spielt wie im Rausch. 15 Minuten fegte Bayer über Schalke hinweg – und hätte Mitte des zweiten Durchgangs sogar höher führen können, doch Bellarabi traf nur den Pfosten und Charles Aranguiz scheiterte gleich zweimal an der Latte.

          Als sich der Rauch der Bayer-Angriffe gelegt hatte, war es Torhüter Leno, der den Sieg sicherte, als er einen Schuss von Huntelaar abwehrte - mit „einer Monsterparade“, wie Schmidt fand. Mehr als diesen Schuss von Huntelaar brachte Schalke in der Schlussoffensive aber nicht mehr zustande. Am Ende pfiffen die Fans auf die Heimmannschaft, die so stark begonnen hatte, und Trainer Breitenreiter zeigte sich tief enttäuscht. „Wir haben heute einen entscheidenden Schritt leichtfertig verspielt“, sagte er.

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