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3:1 gegen Schalke : Hamburg gewinnt sogar ohne van der Vaart

  • Aktualisiert am

Die Pose des Pistoleros: Maximilian Beister nach seinem Tor zum 1:0 Bild: dpa

Der Hamburger SV schlägt den FC Schalke 04 dank der Tore von Beister, Rudnevs und Badelj verdient mit 3:1. Huntelaar verschießt einen Elfmeter, schafft aber im Nachschuss das Ehrentor.

          Der Hamburger SV kann auch ohne Rafael van der Vaart gewinnen. Am Dienstagabend kamen die Hanseaten zu einem 3:1 (0:0)-Erfolg über den FC Schalke 04 und sorgten dafür, dass die Königsblauen wichtige Punkte im Verfolgungsrennen auf den FC Bayern verloren. Die Tore von Maximilian Beister (52.) mit seinem ersten Bundesliga-Treffer und Artjoms Rudnevs (65.) waren die ersten für den HSV ohne van der Vaart. Klaas-Jan Huntelaar markierte zehn Minuten vor dem Ende im Nachschuss an einen Handelfmeter, den René Adler im HSV-Tor pariert hatte, das Ehrentor. Milan Badelj (90.+2) machte in der Nachspielzeit mit einem Foulelfmeter den Sieg perfekt.

          HSV-Trainer Thorsten Fink musste einiges ändern, immerhin fiel neben van der Vaart (Muskelfaserriss im Oberschenkel) auch Stürmer Heung-Min Son (Oberschenkelzerrung) aus. In den drei Partien ohne den Holländer traf der HSV nicht einmal das Tor. Doch auch ohne den Regisseur begannen seine Kollegen vor 47.127 Zuschauern im Volkspark engagiert. Fink ließ mit einer Mittelfeldraute spielen, mit Rudnevs und Beister bot er zwei Stürmer auf. Auch Van-der-Vaart-Ersatz Tolgay Arslan bot eine ansprechende Leistung, unterstützt von Per Skjelbred, der zunächst Tomas Rincon ersetzte.

          Überraschend ließ Fink Marcell Jansen als linken Außenverteidiger auflaufen, Dennis Aogo spielte erstmals vor ihm. Der gut aufgelegte offensiv ausgerichtete Nationalspieler kam nach sieben Minuten gleich zur ersten Chance, traf aber nur den Pfosten. Vier Minuten später konnte Skjelbred eine gute Möglichkeit nicht verwerten. Nach einer Orientierungsphase wurden die Gäste mutiger und hätten durch Huntelaar (14.) und Obasi (22.) in Führung gehen können. Nach Ecke von Jefferson Farfan konnte Arslan die Chance von Obasi auf der Torlinie klären. In ihren Offensivbemühungen wirkten die Königsblauen durch die Doppelbelastung in Meisterschaft und Champions League aber weitgehend müde.

          Dem Torwart die Hände weg geschossen: Unnerstall zu langsam für Beisters Ball

          Mutig stürmten die Gastgeber auch im zweiten Durchgang, doch zunächst verfehlte Arslan (49.) das Gehäuse. Erst ein Gewaltschuss von Beister nach Vorlage von Milan Badelj aus 20 Metern brachte Zählbares. Keeper Lars Unnerstall war noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte gegen den strammen Schuss aber nichts ausrichten. Der Lette wurde danach bestens von Dennis Diekmeier eingesetzt und musste nur einschieben. Auf der Gegenseite hielt René Adler die Führung gegen Höwedes und Farfan (beide 68.) fest. Und auch Huntelaars Handelfmeter parierte der Nationaltorhüter in großem Stil. Gegen den Nachschuss war er aber machtlos. In der 90. Minute rettete Adler mit spektakulärer Parade bei einem Freistoß von Christian Fuchs seiner Mannschaft den Sieg, ehe Badelj per Elfmeter alles klar machte.

          Hamburger SV - FC Schalke 04 3:1 (0:0)

          Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen - Badelj - Skelbred (69. Rincón), Aogo - Arslan - Beister (90. Scharner), Rudnevs
          FC Schalke 04: Unnerstall - Uchida, Papadopoulos, Höwedes, Fuchs - Jones, Neustädter (69. Draxler) - Farfán (69. Holtby), Pukki, Obasi (63. Barnetta) - Huntelaar
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 47 127
          Tore: 1:0 Beister (52.), 2:0 Rudnevs (65.), 2:1 Huntelaar (80./Handelfmeter/Nachschuss), 3:1 Badelj (90.+2/Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: Aogo (1), Arslan (5) / Huntelaar (2)

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