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2:1 gegen Dortmund : Schalke behauptet sein Revier

  • -Aktualisiert am

Übliches Ritual, aber immer wieder gerne: Schalker Jubelkette nach dem Sieg gegen Dortmund Bild: dapd

Draxler und Huntelaar bescheren Schalke den zweiten Saisonsieg gegen den BVB, für den nur Lewandowski trifft. Im Gegensatz zum famosen 3:0 gegen Donezk bieten die Dortmunder eine enttäuschende Vorstellung.

          3 Min.

          Vor dem Anpfiff verkündete der Stadionsprecher des FC Schalke 04 voller Stolz eine Personalentscheidung, die bei den Anhängern der Königsblauen die erste Jubelarie des Tages hervorrief. Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes hat seinen Vertrag bis 2017 verlängert. Nach dem Schlusspfiff war das Gelsenkirchener Glück noch viel größer. Und nicht nur Höwedes, seit vielen Jahren im Verein, genoss gemeinsam mit Arbeitskollegen und Fans einen der schönsten Tage, die Schalke in dieser wechselvollen Saison erlebt hat.

          Die Gelsenkirchener besiegten im 142. Revierderby ihren Erzrivalen Borussia Dortmund 2:1. Für den deutschen Meister, der zuletzt noch in der Champions League geglänzt hatte, fühlte sich dieser nasskalte Nachmittag noch bitterer an, weil es für den deutschen Meister schon die zweite Niederlage in dieser Spielzeit gegen den ungeliebten Nachbarn war.

          Julian Draxler (12. Minute) und Klaas-Jan Huntelaar (35.) hatten für Schalke mit ihren beiden Toren ausreichend Vorsorge getroffen, um den Angriffen des BVB im zweiten Durchgang standzuhalten. Dortmund gelang nur noch der Anschlusstreffer von Robert Lewandowski (59.). Mit dem dritten Bundesligasieg in Serie steigerten die Schalker ihre Chancen, sich auch in der nächsten Saison für die Champions League zu qualifizieren, den Wettbewerb, in dem sie an diesem Dienstag gegen Galatasaray Istanbul das Viertelfinale erreichen können.

          Mageres Spiel seiner Mannschaft: entsprechendes Mienenspiel beim Dortmunder Trainer Bilderstrecke
          Mageres Spiel seiner Mannschaft: entsprechendes Mienenspiel beim Dortmunder Trainer :

          Bevor der Ball rollte, machten einige BVB-Fans ihren Block mittels Pyrotechnik zu einer Art Feuerball. Als das Spiel begonnen hatte, flackerten immer noch Reste von Flammen auf, und Schiedsrichter Peter Gagelmann drohte damit, die Partie aus Sicherheitsgründen zu unterbrechen. Doch der Brand auf der Tribüne ließ sich letztlich leichter löschen, als das Feuer, das die Profis des FC Schalke, nach einer kurzen Findungsphase, auf dem Rasen in der Dortmunder Hälfte entfachten. Wie im ersten Ruhrgebietsderby dieser Saison wirkten die Königsblauen wacher und gewitzter - und lagen mit zwei Toren Unterschied vorn.

          Dortmund braucht lange, um sich in die Partie hineinzudenken

          Schon der erste Angriff, den sie zu Ende brachten, führte zum Erfolg. Draxler, erst jüngst in Wolfsburg zweimaliger Torschütze, kam im Strafraum unbehelligt zum Schuss und nutzte eine Vorlage von Atsuto Uchida entschlossen zum Führungstreffer. Später machte sich die Rückkehr japanischen Verteidigers, der längere Zeit verletzt gefehlt hatte, abermals bezahlt. Auch den zweiten Streich bereitete der Japaner präzise vor. Diesmal erreichte seine Flanke Huntelaar, und der Stürmer war so frei, den Vorsprung mit einem Kopfball auszubauen. Die Gelegenheit dazu hatte sich zuvor auch Joel Matip und Draxler geboten, doch der eine scheiterte an Mario Götze, der auf der Linie rettete; der andere an am hervorragend reagierenden BVB-Torhüter Roman Weidenfeller.

          Wie im Hinspiel brauchte Dortmund lange, um sich in die Partie hineinzudenken und zu -arbeiten. Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte Trainer Klopp, seiner Elf mit zwei Auswechslungen auf die Sprünge zu helfen. Er nahm den angeschlagenen Innenverteidiger Mats Hummels aus dem Spiel und ersetzte ihn durch Mittelfeldspieler Nuri Sahin, Lars Bender rückte aus dem defensiven Mittelfeld ins Abwehrzentrum. Auf dem linken Flügel löste Marco Reus den Ur-Borussen Kevin Großkreutz ab, der sein Derbyfieber dieses Mal nicht in positive Energie umzuwandeln wusste. Die Umstellung tat dem Dortmunder Spiel gut, besonders Reus trug mit seiner Dynamik dazu bei, die Borussen in Fahrt zu bringen. Mit der Aufstellung änderte sich auch die Einstellung. Sie gingen bissiger, aggressiver und zielstrebiger zu Werke. Und Lewandowski erzielte den Anschlusstreffer - noch eine Parallele zum Hinspiel.

          Die Partie bekam eine andere Richtung

          Wie im Oktober blieb dem deutschen Meister mehr als eine halbe Stunde Zeit, eine Niederlage abzuwenden. Die Partie bekam eine andere Richtung, und der Brennpunkt verlagerte sich in Richtung Schalker Strafraum. Während Dortmund stürmte, suchte die Heimelf ihren Vorteil im Konterspiel und zeigte sich dabei durchaus gefährlich. Teemu Pukki und der völlig freistehende Jefferson Farfán vergaben die Chance, wieder klare Verhältnisse zu schaffen. Pukki war für Huntelaar eingewechselt worden, der sich in der 54. Minute das Knie verdreht hatte.

          Der Niederländer erlitt einen Innenband-Teilanriss und wird für mehrere Begegnungen - darunter auch am Dienstag im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Galatasary Istanbul - ausfallen. Für Dortmund verpasste Lewandowski kurz vor Schluss die große Gelegenheit zum Ausgleich, er scheiterte an Torwart Timo Hildebrand. Es blieb bis in die Nachspielzeit spannend - bis die Schalker ihren zweiten Derbysieg in dieser Saison lautstark bejubeln konnten.

          FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:1 (2:0)


          FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac - Höger, Neustädter (73. Fuchs) - Farfán, Draxler (82. Raffael), Bastos - Huntelaar (54. Pukki)
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels (46. Sahin), Schmelzer - Gündogan (76. Leitner), Bender - Blaszczykowski, Götze, Großkreutz (46. Reus) - Lewandowski
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 61 673 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Draxler (12.), 2:0 Huntelaar (35.), 2:1 Lewandowski (59.)
          Gelbe Karten: Huntelaar (3), Höger (3), Kolasinac (1) / -

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