https://www.faz.net/-gtl-9qon6

0:4 gegen Wolfsberg : Mönchengladbach blamiert sich gegen Außenseiter

  • Aktualisiert am

Sprachlos: Mönchengladbachs Laszlo Benes beim Spiel gegen Wolfsberg Bild: dpa

Die Borussia vermasselt den Europa-League-Auftakt völlig. Gegen den Wolfsberger AC aus Österreich verlieren die Mönchengladbacher zu Hause deutlich. Die nächsten Gegner sind nicht einfacher

          2 Min.

          Borussia Mönchengladbach hat beim Europacup-Comeback nach zweieinhalb Jahren ein Debakel erlebt. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose verlor zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League gegen den österreichischen Provinzklub Wolfsberger AC am Donnerstag 0:4 (0:3) und kassierte damit die höchste Europapokal-Heimpleite in der Vereinsgeschichte. Damit steht die Borussia angesichts der weiteren Gruppengegner AS Rom und Istanbul Basaksehir bereits gehörig unter Druck. Zugleich nimmt die Heimmisere immer dramatischere Züge an: Seit elf Spielen und fast acht Monaten sind die Gladbacher vor eigenem Publikum ohne Sieg.

          Europa League
          ANZEIGE

          Eine leichte Pflichtaufgabe sollte es zwischen den beiden Derbys gegen den 1. FC Köln (1:0) und Fortuna Düsseldorf am Sonntag sein. Tatsächlich entpuppte sich der Europacup-Neuling aus Kärnten, der gerade einmal einen Jahresetat von sieben Millionen Euro aufweist, als lästiger Stolperstein. Die Gäste bestraften die Gladbacher Nachlässigkeiten vor allem in der Defensive eiskalt und sorgten durch Tore von Shon Weissman (13.), zweimal Mario Leitgeb (31. und 68.), und Marcel Ritzmaier (41.) für einen verdienten Überraschungscoup.

          „Das war ein gebrauchter Tag. Ich habe mich eigentlich auf das Spiel gefreut, aber wir sind ganz böse erwacht. Wir haben gedacht, wir spielen sie auseinander. Wir haben nicht nur verloren, sondern richtig verloren. Daraus sollten wir die Schlüsse ziehen“, kritisierte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl beim TV-Sender Nitro und Weltmeister Christoph Kramer fügte hinzu: „Manchmal ist es auch eine Willens- und Kopfsache, wenn man so zurückliegt.“

          Nichts war bei den Gladbachern vor 34.846 Zuschauern im Borussia-Park vom leidenschaftlichen Auftritt gegen Köln übrig geblieben. Individuelle Aussetzer in der Hintermannschaft, fehlende Laufbereitschaft und viel zu pomadige Aktionen im Spiel nach vorn – Trainer Rose war an der Seitenlinie sichtlich schockiert vom Auftritt der Borussia. 0:3 zur Pause hatten die Gladbacher in einem internationalen Heimspiel letztmals 1978 im Weltpokal gegen die Boca Juniors Buenos Aires zurückgelegen.

          Entsprechend gab es für die Borussia von den Rängen ein gellendes Pfeifkonzert. Dabei herrschte vor dem Anpfiff noch große Euphorie. „Auf nach Danzig – mit voller Kraft“, war auf einem Plakat mit Blick auf den Finalort in Polen zu lesen. Nach diesem Auftritt muss eher das Überwintern auf internationaler Bühne in Frage gestellt werden.

          Schon in der 13. Minute brachte der israelische Torjäger Weissman Wolfsberg in Führung, als er nach einem abgefälschten Schuss von Romano Schmid am schnellsten reagierte. Florian Neuhaus war bei dieser Aktion wie auch beim zweiten Gegentreffer nicht auf der Höhe, als er Leitgeb nach Freistoß des früheren Zweitligaprofis Michael Liendl frei einköpfen ließ. Die Österreicher waren auch sonst aggressiver, leidenschaftlicher und engagierter. So wurde Ritzmaier beim dritten Treffer überhaupt nicht attackiert, als er zunächst noch an Sommer scheiterte und im Nachschuss dann traf. Während Gladbach überhaupt keine Torchance im ersten Durchgang besaß, hatte Wolfsberg in Person von Anderson Niangbo eine weitere Großchance (28.).

          Zur zweiten Halbzeit musste der schwache Neuhaus für Breel Embolo weichen. Mit dem in dieser Saison bislang so stark aufspielenden ehemaligen Schalker kam es aber auch nicht zur Aufholjagd. Alassane Plea vergab eine Großchance (60.) – das war's. Stattdessen traf auf der Gegenseite noch einmal Leitgeb per Kopf und sorgte dafür, dass viele Borussia-Fans aus dem Stadion flüchteten.

          Keine guten Voraussetzungen also für das Heim-Derby gegen die Fortuna. Für das Nachbarschaftsduell hatte Rose eine Rotation angekündigt. Angesichts der Vorstellung gegen Wolfsburg dürfte der Coach genügend Argumente haben, einige Akteure aus dem Team zu nehmen.

          Europa League

          Weitere Themen

          Bayerns Basketballer zaubern wieder

          Euroleague : Bayerns Basketballer zaubern wieder

          Die Basketballer des FC Bayern haben sich für die Pokalniederlage gegen Bonn rehabilitiert und in der Euroleague ihre bislang beste Saisonleistung gezeigt. Ein deutscher Nationalspieler war mal wieder in Topform.

          Topmeldungen

          Die Demokratin Nancy Pelosi gerät im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump aneinander.

          Trump gegen Pelosi : Da oben ist was nicht in Ordnung

          Syrien, Ukraine – und die eigene Partei: Donald Trump kämpft an mehreren Fronten. Das geht an die Substanz des amerikanischen Präsidenten. Das zeigt auch der heftige Streit mit Nancy Pelosi. Unterdessen verschärft sich die Konfrontation mit dem Kongress.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.