In der Kantine sind alle gleich : So schmeckt die Egalität

Von wegen Merkel oder Steinbrück: Die wichtigste Entscheidung, die Deutschlands Wähler am 22. September fällen, betrifft die Frage, wer künftig in der Bundestagskantine essen darf.
Die Bundestagskantine ist der wahre Ort der deutschen Demokratie. Hier gibt es kein Parlamentspräsidium, keine Regierungsbank, keine Fraktionstischchen mit schwarzen Telefonen und auch keine Hinterbänke. Hier gibt es nur eine Schlange, in die sich alle einzureihen haben, der Bundesminister ebenso wie der persönliche Referent, die Garderobendame genauso wie der Chefredakteur. Man wartet geduldig - manchmal reicht die Schlange bis nach draußen auf den Flur im zweiten Stock des Reichstagsgebäudes -, bis man vor der Metalltheke steht und wählen kann zwischen Wienerle, belegten Brötchenhälften oder einfach Obst. Sage keiner, den deutschen Volksvertretern mangele es an Bodenhaftung. Die Kantine verbreitet einen Duft der Egalität.





