Vermächtnis des Unruhestifters :
Wie Christoph Schlingensiefs Traum Realität wurde

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Ein Dorf mit vielen Gesichtern: Die Marokkanerin Leila Bencharnia (oben) beschäftigt sich im Residenzprogramm mit der kolonialen Geschichte der Baumwolle.
Ein Dorf mit vielen Gesichtern: Die Marokkanerin Leila Bencharnia (oben) beschäftigt sich im Residenzprogramm mit der kolonialen Geschichte der Baumwolle.Florian Siebeck

Das Operndorf war das letzte große Projekt des Künstlers und vielleicht sein radikalstes. 15 Jahre später steht in dem kleinen Ort in Burkina Faso immer noch kein Opernhaus. Und doch ist etwas gewachsen. Ein überraschender Besuch in Laongo.

Als Christoph Schlingensief kam und sagte, er baue ein Operndorf in Afrika, dachten alle, er spinnt. Der Künstler, damals keine 50 Jahre alt, war schon vom Lungenkrebs gezeichnet, als er erschöpft, aber unbeirrt durch den Kontinent reiste. Nach Kamerun und Mosambik landete er in Burkina Faso. Der Kulturminister fuhr ihn persönlich durchs Land, zeigte ihm karge Ebenen und unberührtes Land, auch wenn er, wie er später zugab, lange nicht begriff, was Schlingensief da eigentlich plante.

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