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Hansi Hinterseer im Gespräch : „Der Sport ist die beste Schule des Lebens“

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Ein einheimischer Promi in Kitzbühel: Hansi Hinterseer (rechts) mit seiner Frau Romana. Bild: dpa

Hansi Hinterseer ist als Volksmusiker und Moderator bekannt, war aber auch einst ein Weltklasse-Skifahrer. Im FAZ.NET-Interview spricht er über die heutige Generation, Gefahren für den Nachwuchs und den Promi-Auflauf in Kitzbühel.

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          Hansi Hinterseer ist als Volksmusiker und Moderator bekannt, war aber auch ein Weltklasse-Skifahrer, Weltcup-Sieger am Ganslernhang, WM-Zweiter im Slalom 1974 und später Abfahrt-Weltmeister bei den Profis in Amerika. Im Interview, das während des Super-G vor den Unfällen in derAbfahrt am Samstag geführt wurde, spricht der Kitzbüheler über seine Liebe zum Skisport, die Gefahren und das Entscheidende beim Fahren.

          Wenn Sie so ein Weltcuprennen sehen, würden Sie dann gerne noch mal mitfahren?

          Wenn ein ehemaliger Skiläufer, der selber mal Rennfahrer war, irgendwann die Erkenntnis hat, er hört auf – dann darf man ihm die Frage nicht mehr stellen. Es geht einfach nicht.

          Aber Sie sind immer noch begeisterter Skifahrer, so gut es geht, so oft es geht?

          Richtig. Ich fahre wahnsinnig gerne Ski. Skilaufen ist nach wie vor mein Hobby. Und als Ex-Skiläufer gehört man natürlich zur großen Skifamilie. Man kennt die Wehwehchen, man kennt die guten Seiten, leidet mehr oder weniger mit.

          Es gibt sie wirklich, die große Skifamilie?

          Ja, es ist der Respekt da, man schätzt sich, weiß, was der andere geleistet hat. Jeder versucht das Beste zu geben. Und das ist das Schöne, wenn man da steht und das miterlebt.

          Sie standen beim Super-G im Zielraum in der ersten Reihe, haben sichtlich mitgefiebert. Sie haben noch das Feeling für die Rennfahrer?

          Ja, das verliert man nicht. Man weiß um die Schwierigkeiten. Gerade, wenn junge Leute kommen, die Talent haben, aber Verletzungen hatten. Oder die auf dem Sprung sind, aber es funktioniert noch nicht. Da leidet man mit. Man fühlt es einfach.

          Gibt es denn überhaupt noch genug Nachwuchs im alpinen Skisport. Probieren die jungen Leute nicht eher andere Disziplinen aus?

          Es gibt schon noch gute Nachwuchsarbeit, nach wie vor. Was mir ein bisschen Bedenken macht, ist dieses aggressive Setting von den Skiern. Wenn man sieht, wie viele sich jedes Jahr verletzen, gerade die Kinder, die sind ja noch nicht ausgewachsen, fahren aber trotzdem das aggressive Material. Also hoffe ich, dass irgendwann jemand auf die gute Idee kommt, dass man das wieder ein bisschen entschärft.

          Es ist wohl dem „höher, schneller, weiter“ geschuldet, dass das Material immer besser wird, aber die Knie halten es eben nicht aus.

          Was heißt schneller? Der Rekord auf der Streif ist 1997 aufgestellt worden. Und ich weiß es ja noch von meiner Zeit, da haben wir auch „das beste Material“ gehabt. Da haben wir gesagt: „Das geht nicht mehr besser“. Und im nächsten Jahr hatten wir wieder etwas anderes gehabt. Es ist immer wieder etwas Neues gekommen. Nur so wie es jetzt ist, war es nicht: Jeder tüftelt über jeden Millimeter. Aber das Entscheidende ist, wie du auf dem Ski drauf stehst.

          Und das hat man oder man hat es nicht?

          Naja, nehmen Sie den Marcel Hirscher und den Henrik Kristoffersen im Vergleich: Marcel ist ein Trainierer, ein Arbeiter, da geht nicht mehr mehr. Der hat 30 Paar Skischuhe, und ich weiß nicht, wie viele Ski. Mit unterschiedlichen Millimeter-Abstimmungen. Jetzt kommt ein Kristoffersen: Der fährt einfach mit Gefühl. Das ist ein ganz anderer Skifahrer.

          Der stellt sich einfach drauf?

          Nein, nein, der testet schon auch. Aber nicht so extrem. Weil, wenn es dann nicht läuft, dann ist diese Testerei hinderlich, weil man dann nicht mehr weiß: Was soll ich jetzt noch testen? Wenn es funktioniert, ist alles leicht.

          Sie selbst kommen aus Kitzbühel, sind auf der Seidl-Alm groß geworden, und als Kind mit den Skiern zur Schule gefahren. Ist das die maßgebliche Karriere-Schule für Sie gewesen?

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