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Eisschnelllauf-Weltcup : „Wahnsinn nach all den Querelen“

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Samuel Schwarz fühlt sich wohl auf dem japanischen Eis Bild: dpa

Die Bahn im japanischen Obihiro scheint den deutschen Eisschnellläufern zu liegen. Samuel Schwarz wird Dritter über 1000 Meter. Und auch die Damen um Claudia Pechstein sorgen für beste Stimmung.

          Claudia Pechstein hat das deutsche Team beim Weltcup der Eisschnellläufer im japanischen Obihiro völlig überraschend auf den dritten Platz geführt. „Diesmal haben wir uns als echtes Team präsentiert. Ich habe immer daran geglaubt, dass ein Podestplatz gelingen kann, wenn wir so konstant durchlaufen“, sagte Pechstein glücklich. Und Bente Kraus ergänzte: „Wahnsinn, dass uns das jetzt nach all den Querelen gelungen ist. Wir haben uns jetzt mal richtig belohnt.“

          Lange hatte infrage gestanden, ob überhaupt ein Team würde starten können, da Stephanie Beckert über 3000 Meter als Zehnte der B-Gruppe keine Fortschritte nachgewiesen hatte. So versuchten es die Trainer mit Sprinterin Gabi Hirschbichler - und die Rechnung ging auf.

          „Bente und Claudia haben sie schön in die Mitte genommen, es gab keinen Leistungsabfall. Gabi hat das gut gemacht“, lobte Teamchef Helge Jasch, nachdem die Inzellerin nur eine Runde Führungsarbeit machen musste. In 3:06,51 Minuten mussten die Deutschen, die im vorigen Winter aufgrund zahlreicher Konflikte sogar die Olympia-Tickets verspielt hatten, nur den Teams aus den Niederlanden (3:02,54) und Japan (3:04,78) den Vortritt lassen.

          Auch für Samuel Schwarz bleibt das Hokkaido Takachi Oval ein gutes Eis. Vier Jahre nach dem ersten Weltcupsieg seiner Karriere gelang dem 31 Jahre alten Berliner mit Rang drei in 1:09,77 Minuten nun die erste Podestplatzierung der Deutschen in der nacholympischen Saison. Über 1000 Meter waren nur der Russe Pawel Kulischnikow (1:09,23) und der Niederländer Kjeld Nuis (1:09,27) noch schneller.

          „Wahnsinn, dass uns das jetzt nach all den Querelen gelungen ist“: Claudia Pechstein

          Es war die insgesamt sechste Podestplazierung für Schwarz (2/1/3), nachdem er vor zwei Jahren im chinesischen Harbin seinen zweiten Weltcupsieg erkämpft hatte. „Ich wollte das sauber durchziehen und bin ruhiggeblieben - genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagte der Berliner. „Ein wirklich tolles Rennen von Samu. Obihiro ist eben sein Eis“, betonte auch Teamchef Jasch. Der Chemnitzer Nico Ihle lag bis 600 Meter mit Schwarz gleichauf, konnte aber das Tempo nicht halten und wurde Zehnter.

          Die Erfurterin Judith Hesse lief in 1:17,33 Minuten auf den neunten Rang über 1000 Meter, nachdem sie tags zuvor über 500 Meter Vierte geworden war. Die Niederländerin Marrit Leenstra holte sich in Bahnrekordzeit von 1:16,23 Minuten den Sieg vor Olympiasiegerin und Teamgefährtin Ireen Wüst (1:16,34).

          Das deutsche Herren-Team konnte in Ermangelung eines dritten Langstrecklers neben Patrick Beckert und Alexej Baumgärtner mit den Besten nicht ganz mithalten und wurde Achter. Der Erfurter Sprinter Denis Dressel konnte drei Runden vor Schluss dem Tempo nicht mehr folgen. „Er hat alles probiert. Wir wussten, dass es schwer wird“, sagte Jasch (3:54,01). Mehr als zehn Sekunden schneller war Olympiasieger Niederlande, der in 3:43,68 Minuten Bahnrekord lief.

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