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Biathlon-WM : Bronze für die deutsche Damen-Staffel

  • -Aktualisiert am

Im Wechsel zu Bronze: Maren Hammerschmidt (r.) übergibt an Laura Dahlmeier Bild: dpa

Die erhoffte Titelverteidigung wurde es nicht: Aber die deutsche Damen-Staffel sichert sich immerhin eine Medaille bei der Biathlon-WM. Norwegerinnen und Französinnen waren zu gut.

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          Die Menge kreischt, die Menge tobt, die Holmenkollen-Arena bebt. Weil vier norwegische Mädels vor den knapp 25.000 Zuschauern einen Coup landen, den ihnen nicht einmal der glühendste Fan zugetraut hat. Schließlich war die Norge-Staffel in dieser Saison nie besser als Platz fünf. Schlussläuferin Marte Olsbu hat zwar keine Zeit mehr, sich die Fahne zu schnappen, aber für eine Triumphgeste reicht es noch. Wer die Französin Marie Dorin Habert im Nacken hat, lässt sich lieber auf keine Experimente.

          Weit hinter der dominierenden Frau dieser Biathlon-Weltmeisterschaft trudelt Laura Dahlmeier ins Ziel. Der Abstand von 28,6 Sekunden und ihre Körpersprache zeigen: Der Akku ist leer, die Strategie nicht aufgegangen. Titelverteidiger Deutschland, in der Formation Franziska Preuß, Franziska Hildebrandt und Maren Hammerschmidt, muss sich mit Bronze begnügen.

          Vier Nachlader sind zu viel

          „Der ganze Rummel ist vielleicht doch nicht spurlos an mir vorbeigegangen“, sagte Laura Dahlmeier, die mit 23,3 Sekunden Rückstand auf Norwegen die letzten der insgesamt 4x6 Kilometer angegangen ist. In der herausragenden Laufform, die ihr Bundestrainer Gerald Hönig vorher attestiert hatte, normalerweise noch machbar, zumal Marte Olsbu am Schießstand vier Nachlader brauchte. Und Laura Dahlmeier „sauber“ blieb.

          Franziska Preuß hatte an ihrem 22, Geburtstag gleich am Anfang eine Schrecksekunde zu verkraften: Ein Stockbruch und vor allem zwei Nachlader stehend kosteten Zeit. Franziska Hildebrand bewies eindrucksvoll, dass sie eine sehr stabile Athletin und tadellose Schützin ist. Maren Hammerschmidt hatte bei ihrem WM-Debüt die schwere Aufgabe, den Rückstand auf die norwegische Sprint-Siegerin Tiril Eckhoff in Grenzen zu halten.

          Zu gut in Schuss: Die Norwegerinnen um Marte Olsbu gewinnen Gold
          Zu gut in Schuss: Die Norwegerinnen um Marte Olsbu gewinnen Gold : Bild: AFP

          Das gelang vielleicht nicht ganz. Von Enttäuschung will dennoch niemand sprechen. „Es ist schwer genug, überhaupt eine Medaille zu bekommen, also freuen wir uns über Bronze“, sagte Franziska Preuß. Laura Dahlmeier gab zu, dass der Erfolg auch müde machen kann. „Ich merke schon die Belastung der letzten Tage. Abends immer runter fahren nach Oslo, bis man wieder ins Hotel kommt, das ist einfach Zeit, die für die Regeneration fehlt. Eine Zeitlang kann man das kompensieren, heute habe ich es einfach ein bissel deutlicher gemerkt.“

          Und Franziska Hildebrand fand, dass die Norwegerinnen sich diesen Sieg redlich verdient hätten. „Die standen unter unheimlichem Druck und haben ihm standgehalten“, sagte sie.

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