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Erste Runde in Wimbledon : Kerber hat ihre Geduldsprobe bestanden

  • -Aktualisiert am

Geschafft! Angelique Kerber zieht in Wimbledon in die zweite Runde ein. Bild: AFP

Einen Tag nach dem Aus für Alexander Zverev macht es Angelique Kerber in Wimbledon besser. Dabei muss sie mit einer besonderen Gegnerin zurechtkommen. Danach spricht Kerber über ihre Emotionen. Auch Görges schafft es in die nächste Runde.

          Leicht machte es ihr Tatjana Maria nicht. Aber am Ende gelang Angelique Kerber dann doch ein überzeugender Start ihrer Mission Titelverteidigung. Die 31 Jahre alte Norddeutsche benötigte am Dienstag auf dem Centre Court in Wimbledon 1:21 Stunden, um ihre gleichaltrige Fed-Cup-Kollegin 6:4, 6:3 zu besiegen. „Den Centre Court wieder zu betreten, war sehr besonders. Es sind viele Emotionen zurückgekommen. Es war eine knifflige Gegnerin. Aber es ist großartig, zurück zu sein“, sagte Kerber, nachdem sie Maria am Netz herzlich umarmt hatte. Lächelnd verließ sie die berühmte Bühne, auf der Tribüne klatschten sich Mutter Beata und Trainer Rainer Schüttler ab. Am Donnerstag trifft Kerber nun auf die Amerikanerin Lauren Davis.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Als Kerber im ersten Satz mit einem Break in Führung ging, schien es eine deutliche Angelegenheit für die Favoritin zu werden. Doch schnell zeigte sich, dass in diesem Match ein gewonnener gegnerischer Aufschlag nicht viel wert war. Die beiden Deutschen holten sich Breaks fast nach Belieben. Dass die Wimbledonsiegerin von 2018 einmal am Ende des ersten Durchgangs ihren Aufschlag durchbrachte, entschied den Satz.

          Maria bereitete Kerber von Beginn an mit ihrer unorthodoxen Spielweise Probleme. Die Schwäbin, die mittlerweile in der Nachbarschaft von Serena Williams wohnt, schlug die Bälle fast ausschließlich mit viel Unterschnitt – nicht nur mit der Rückhand, sondern auch mit der Vorhand. Einerseits plazierte sie aus der Defensive hervorragend, andererseits übernahm sie zwischendurch immer wieder mit harten Schlägen die Offensive und rückte auch ans Netz vor.

          Für Kerber war es schwierig, einen Rhythmus zu finden. Doch in den entscheidenden Momenten bewies sie Nervenstärke und die etwas größere Durchschlagskraft. Die Norddeutsche war mit ihrem Auftakt recht zufrieden. „Ich will so weitermachen, wie ich die letzten Wochen auf Rasen und im letzten Jahr hier gespielt habe.“ Der Schlüssel zu ihrem Erfolg sei die Geduld gewesen. „Am Anfang war ich unfassbar nervös. Als Titelverteidigerin den Centre Court zu betreten, ist etwas ganz Besonderes. Aber dann habe ich mich immer wohler gefühlt und das Spiel und die Atmosphäre genossen.“

          Neben Angelique Kerber erreichten auch Laura Siegemund und Julia Görges die zweite Runde. Die Schwäbin besiegte die englische Qualifikantin Katie Swan 6:2, 6:4. Görges, die im vergangenen Jahr das Halbfinale erreicht hatte, hatte beim 7:5, 6:1 gegen die Rumänin Elena-Gabriela Ruse keine Mühe. Dagegen schied die Darmstädterin Andrea Petkovic gegen die Rumänin Monica Niculescu 6:2, 2:6, 5:7 aus.

          Bei den Männern schaffte überraschend Dominik Köpfer den Einzug in die zweite Runde. Der 25-Jährige aus Furtwangen setzte sich mit 6:3, 4:6, 7:6 (11:9), 6:1 gegen den Serben Filip Krajinovic durch. Und auch der Achtelfinalist der French Open, Jan-Lennard Struff, erreichte die zweite Runde. Er gewann gegen Radu Albot aus Moldau souverän 6:4, 6:3, 6:2. Damit waren nur er und der Weltranglisten-130. Köpfer erfolgreich. Zuvor waren Philipp Kohlschreiber, Mischa Zverev, Peter Gojowczyk, Cedrik-Marcel Stebe und überraschend auch Alexander Zverev bei dem Grand-Slam-Turnier in London am Montag ausgeschieden. Köpfer hatte eine Wildcard für Wimbledon erhalten, weil er das Challenger-Turnier im britischen Ilkley gewonnen hatte.

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