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US Open : Alexander Zverev kämpft sich durch

  • Aktualisiert am

Alexander Zverev bei den US Open Bild: USA TODAY Sports

Einen Tag nach dem Erstrunden-Aus von Angelique Kerber macht es Alexander Zverev zwar spannend, aber am Ende besser. Grund zur Freude gibt es auch für weitere deutsche Tennisprofis.

          2 Min.

          Frustriert pfefferte Alexander Zverev seinen Tennisschläger auf den blauen Hartplatz, vermied in einem Fünf-Satz-Krimi aber bei den US Open doch noch den nächsten Tiefschlag. Anders als Angelique Kerber kämpfte sich der beste deutsche Tennisprofi beim Grand-Slam-Spektakel in New York in die zweite Runde. Zunächst überraschend dominant und dann mit einer Energieleistung rang der 22 alte alte Tennisprofi aus Hamburg Radu Albot aus der Republik Moldau am Dienstag mit 6:1, 6:3, 3:6, 4:6, 6:2 nieder.

          „Er hat angefangen, unglaubliches Tennis zu spielen. Es war schwierig am Ende“, sagte Zverev bei Eurosport und räumte ein: „Nach den letzten Monaten ist es wichtig, so ein Match zu gewinnen. Es gibt einfachere Matches, aber natürlich wird es mir sehr helfen im Turnier.“ Am Donnerstag spielt der beste deutsche Tennisprofi nun gegen Frances Tiafoe um den Einzug in die dritte Runde. Der Amerikaner führte 6:2, 6:3, 1:2 gegen Ivo Karlovic, als sein kroatischer Gegner verletzt aufgeben musste.

          Struff in guter Form

          Mit erheblich weniger Problemen meisterte Zverevs Davis-Cup-Kollege Jan-Lennard Struff mit einem lockeren Dreisatz-Erfolg den Auftakt. Struff gewann 6:4, 6:4, 6:2 gegen den Norweger Caspar Ruud. Damit bestätigte der Davis-Cup-Spieler seine gute Form in diesem Jahr, nun muss der Sauerländer gegen den favorisierten Amerikaner John Isner ran. Auch Cedrik-Marcel Stebe zog in die zweite Runde ein.

          Bei den Damen hübschten am zweiten Turniertag Julia Görges und Andrea Petkovic die deutsche Bilanz auf. Erst nach Abwehr eines Matchballs vermied Görges allerdings eine weitere herbe Enttäuschung und kämpfte sich zu einem 1:6, 6:1, 7:6 (7:1) gegen die Russin Natalia Wichljanzewa. „So ein Sieg ist besser, als wenn du 6:1, 6:1 gewinnst“, bilanzierte die Bad Oldesloerin. „Ich hätte es nicht unbedingt so eng machen müssen. Am Ende hat sich die Erfahrung ausgezahlt.“

          Petkovic steht nach dem erstaunlich souveränen 6:3, 6:4 gegen die Rumänin Mihaela Buzarnescu ebenfalls vor einer schwierigen Aufgabe und trifft auf die zweimalige Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova aus Tschechien. „Ich würde fast so weit gehen, dass es eines meiner besten Erstrundenmatches war“, sagte Petkovic zufrieden. Das Aus kam dagegen für Tatjana Maria und Qualifikant Tobias Kamke.

          Im vierten Duell mit der Russin war es für die 30-jährige Julia Görges aus Bad Oldesloe der vierte Sieg.

          Der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker hatte für den ersten Auftritt von Zverev fünf Sätze prognostiziert – und so kam es auch. Der Weltranglisten-Sechste gab den Vorteil eines frühen Breaks im entscheidenden Durchgang zunächst wieder her, wechselte hadernd seine Tennisschuhe – und sicherte sich dann dank vier Spielgewinnen nacheinander nach 3:10 Stunden doch noch den Erfolg. Dabei hatte es zwei Sätze lang nach einem lockeren Durchmarsch für den Gewinner der ATP-WM 2018 ausgesehen. „Das ist wirklich ein hervorragendes Niveau. So habe ich ihn länger nicht mehr gesehen“, urteilte der deutsche Herren-Chef Becker bei Eurosport zwischenzeitlich.

          In dem Weltranglisten-41. Albot hatte Zverev eine unangenehme Aufgabe erwischt. Nach dem eindeutigen ersten Satz ließ er sich im zweiten Satz auch nicht von einer langen Pause seines Kontrahenten und einem 0:2 irritieren. Dann leistete sich der Norddeutsche aber Nachlässigkeiten. Acht Doppelfehler und 57 leichte Fehler listete die Statistik am Ende für ihn auf. Auch Probleme abseits des Platzes hatten Zverev abgelenkt, wie er zugab. Zum Streit mit seinem Manager Patricio Apey kam die Trennung von seinem Trainer Ivan Lendl.

          Ein Punkt vorm Erstrunden-Aus

          Wie Zverev musste auch Görges um den Sieg Kämpfen und wendete die nächste herbe Enttäuschung aus Sicht der deutschen Damen gerade noch ab. Den ersten Satz verlor die deutsche Nummer zwei glatt, beim Stand von 5:6 im dritten Durchgang war die Nummer 30 der Welt nur einen Punkt vom Erstrunden-Ausscheiden entfernt. Mit einem Doppelfehler hatte sie der Weltranglisten-98. Wichljanzewa einen Matchball ermöglicht, den sie dann mit einer risikoreichen Rückhand abwehrte.

          Am Donnerstag gegen die Amerikanerin Francesca Di Lorenzo hat Görges beste Aussichten auf den Einzug in die dritte Runde. „Ganz ehrlich, ich weiß nicht, wer das ist“, meinte sie.

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