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Nachfolger von Hörmann : Mayer will doch nicht DOSB-Präsident werden

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CSU-Politiker Stephan Mayer will doch nicht mehr DOSB-Präsident werden. Bild: dpa

Der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium erklärt bei der Vorstellung der Kandidaten für die Nachfolge von Alfons Hörmann seinen Rückzug. Die stärkt die Favoritenrolle von Thomas Weikert.

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          Turbulente Zeiten im deutschen Sport. Am Sonntag ist dem Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) einer seiner drei Präsidentschaftskandidaten abhanden gekommen. Der CSU-Politiker Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium und damit für die Spitzensportförderung zuständig, überraschte die Vertreter von Fachverbänden und Landessportbünden bei deren Tagung in Düsseldorf, indem er am Ende seiner zwanzigminütigen Rede mitteilte, nicht zu kandidieren. Der Sport brauche Einigkeit. Die Gräben seien zu tief für einen Wahlkampf. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der scheidende Präsident Alfons Hörmann positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er sei drei Mal geimpft und zeige leichte Symptome.

          Der Rückzug Mayers stärkt die Favoritenrolle von Thomas Weikert, Rechtsanwalt und Präsident des Weltverbandes für Tischtennis, für die Präsidentenwahl, die am 4. Dezember in Weimar stattfinden soll. Gegen ihn kandidiert Claudia Bokel, ehemalige Athletensprecherin des Internationalen Olympischen Komitees und Präsidentin des Deutschen Fechterbundes. Mayer wolle gleichwohl dem Sport dienen und werde in anderer Position zurückkehren, kündigte Basketball-Präsident Ingo Weiss an, Sprecher der Verbände.

          Die Aufräumarbeiten im DOSB könnten profund werden. Der Bayer Jörg Ammon, Sprecher der Landessportbünde, kündigte an, das „sehr gravierenden Sachverhalte“ ebenso wie Haftungsfragen zu klären seien. Er bezog sich auf Vorgänge, mit denen Hörmann versuchte, die Vorwürfe aus einem anonymen Brief aus dem Mai – Stichwort: Kultur der Angst – zu entkräften.

          In der vergangenen Woche machte das ehemalige Vorstandsmitglied Karin Fehres bekannt, dass Hörmann und die Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker sie mit juristischen Drohungen zu dem Eingeständnis zu bringen versuchten, sie habe das Schreiben verfasst; Sprachgutachten bewiesen dies. Fehres bestreitet den Vorwurf. Verbände und ehemalige Kollegen kritisierten das Vorgehen scharf. Teile von Präsidium und Vorstand distanzierten sich von dem Vorgehen.

          Die Ethikkommission hatte sich im Juni mit dem Schreiben beschäftigt, in dem angeblich Beschäftigte des DOSB den Führungsstil von Hörmann beklagten. Hörmann nahm die Empfehlung, die Vertrauensfrage zu stellen, zum Anlass, seinen Rücktritt anzukündigen. Die Verbände beschäftigen sich nun mit der Frage, welche Kosten Hörmann mit Rechtsstreitigkeiten, Gutachten und womöglich der Bestellung von Detekteien verursacht hat. Er habe unglaubliche Sachen gehört und gesehen, sagte Basketball-Präsident Ingo Weiss. Der personelle Neubeginn des Verband habe an diesem Wochenende begonnen.

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