Sportlerehrungen : Hallen der Ambivalenz

Der Sport im moralischen Dilemma: Der Landtag in Magdeburg ehrt den DDR-Diktatur-Unterstützer „Täve“ Schur, die „Hall of Fame“ der Sporthilfe ringt mit nationalsozialistisch belasteten Mitgliedern.
An diesem Mittwoch um 11 Uhr ist Sportstunde im Landtag von Sachsen-Anhalt. Gustav Adolf „Täve“ Schur, 94 Jahre alt, erhält als einer von sieben Auszuzeichnenden aus den Händen des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff den Verdienstorden des Landes. Es ist aber auch ein Politstück, das hier in die Verlängerung geht. Weil es eben nicht nur Schur, die Legende des DDR-Sports, gibt, den zweimaligen Friedensfahrtgewinner und Weltmeister, sondern auch Schur, den langjährigen Volkskammerabgeordneten und Apologeten des DDR-Systems. Und im Grunde geht es dabei um noch viel mehr: Wie der deutsche Sport insgesamt mit seinen Helden umgeht, wie er an sie erinnert, vor der historischen Folie der zwei Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts.


