Ecclestone-Prozess : Endspiel für Bernie

Für Bernie Ecclestone geht es im am Donnerstag beginnenden Korruptionsprozess von München um alles. Wird der Fomel-1-Boss verurteilt, ist der schillerndste Sportfunktionär Geschichte. Einstweilen aber treibt er sein Spiel weiter.
Er muss eine Verurteilung vermeiden, um jeden Preis. Mit diesem Ziel wird Bernard Charles Ecclestone von diesem Donnerstag an vor dem Landgericht München um die Führungsrolle in der Formel 1 kämpfen, um sein System, um sein Leben. Ecclestone ist 83 Jahre alt. Seit Mitte der siebziger Jahre hat er zwischen dem Aufstehen und dem Nachtlager nichts anderes getan, als die berühmteste Rennserie der Welt zu regieren, gewogene Mitspieler reich zu machen, aufmüpfige gnadenlos auszubremsen. Selbst eine seiner Hochzeiten quetschte er im Terminkalender zwischen zwei Vertragsverhandlungen. Immer stand er im Zentrum. Wenn der kleine Brite durch das Fahrerlager geht, weichen die Menschen wie einst das Meer vor Moses. Regierungschefs stellen sich vor seinen als Machtzentrale beschriebenen Bus und warten auf Einlass. Er hört Kleinen wie Großen zu, wenn sie bitten und manche betteln. Die Briten nennen ihn Godfather, den Paten.





