https://www.faz.net/-gzn-8pf56

Karl-Heinz Körbel : „In der Rückrunde gibt es keinen Einbruch“

  • -Aktualisiert am

Eintracht-Legende: Charly Körbel ist noch immer Identifikationsfigur Bild: dpa

Karl-Heinz Körbel, Leiter der Fußballschule, spricht im F.A.Z.-Interview über das Frankfurter Erfolgsgeheimnis, die Disziplin des Trainerteams und die Tore von Alexander Meier.

          5 Min.

          Mit der Erfahrung von gefühlt hundert Trainingslagern als Spieler: Wie sind die Bedingungen für die Profis hier in Abu Dhabi?

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Einfach perfekt.

          Was hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verändert?

          Im letzten Jahr mit Trainer Armin Veh herrschte eine ganz andere Situation. Das war Abstiegskampf pur, und entsprechend war auch die Stimmung und Anspannung. Dann kamen mit Huszti und Fabian noch zwei Fremdkörper, im Grunde genommen, zur Mannschaft, die uns retten sollten. Jetzt sind wir Vierter, die Stimmung ist super, und die beiden Kovac-Brüder führen das weiter, was sie in der erfolgreichen Vorrunde praktiziert haben: Disziplin, Ordnung, sie gehen nicht von ihrem Weg ab. Wenn man sieht, wie akribisch hier gearbeitet wird, ist das beeindruckend. Man hat immer das Gefühl, dass jede Einheit bis ins Letzte durchdacht ist. Jeder Spieler wird angepackt, jeder weiß, was er zu tun hat, was von ihm verlangt wird. Das ist für mich so ein bisschen das Erfolgsgeheimnis.

          Ohne zu sagen, dass Veh ein schlechter Trainer war, aber die Unterschiede fallen doch auf: Niko Kovac scheint viel direkter und näher an den Spielern dran zu sein, führt und prägt sie in stärkerem Maße. Ist es das, was die Eintracht braucht?

          Armin ist Armin. Er war schon vor 20 Jahren so, er kommt eben aus einer anderen Generation, in der die Bundesligatrainer mehr zuschauten und sich ihre Gedanken machten. Niko ertappt sich wahrscheinlich manchmal noch als Spieler. Wenn man sieht, wie er auf dem Platz steht und mit den Spielern spricht, dann ist das so leidenschaftlich, als wäre er noch Mitspieler. Er hat immer eine Lösung und eine Erklärung für sie, falls etwas nicht geklappt hat. Gerade bei den Passübungen, defensiv wie offensiv, zeigt er die Vorteile auf, wenn sich die Spieler richtig verhalten, und die Nachteile, wenn sie sich falsch verhalten. Das hilft ihnen ungemein weiter, gerade den Jungen. Bei Armin war es viel lockerer. Aber man darf nicht vergessen: Auch unter Veh hatte die Eintracht eine gute und erfolgreiche Zeit, mehrere Methoden und Ansätze können zum Erfolg führen. Die Kovac-Brüder und das ganze Trainerteam leben jedoch das Profitum vorbildlich vor, und auch der neue Sportvorstand Fredi Bobic ist ein Vorbild mit seinem Verhalten und seiner Vita. Er tritt als Persönlichkeit auf. Das nimmt die Mannschaft auch wahr. Da wird gesagt, so ist es, und da gibt es kein rechts oder links. Dürfen wir an den Strand? Nein! Und Schluss, Aus! Letztes Jahr wurde gesagt: Geh mal. Das ist der Unterschied.

          Vergangenes Jahr fast abgestiegen, nun hat die Eintracht die Champions League in Reichweite. Es gab viele Erklärungen für das Wunder. Wie lautet Ihre?

          Ich war auch sehr, sehr skeptisch am Anfang. Auch, weil ich kaum einen Spieler kannte, der geholt wurde. Jetzt habe ich aber den neuen Chefscout Ben Manga näher kennengelernt, und ich muss sagen, er ist ein absoluter Profi. Und nun weiß ich auch, warum wir genau diese Spieler haben. Sicherlich auch in Verbindung mit Fredi, denn er hat wirklich ein außergewöhnliches Netzwerk. Und ohne Kontakte kannst du heute nichts mehr machen auf dem Transfermarkt. Aber es ist auch klar, dass dieses Jahr alles zu 100 Prozent geklappt hat, das kann sich nicht jedes Jahr wiederholen.

          Von den Neuen haben jedoch nur Vallejo und Mascarell einen Stammplatz in der Startelf. Viele Spieler, die schon da waren, haben sich deutlich verbessert. Oder sehen Sie das anders?

          Stimmt, Chandler ist für mich die größte Überraschung. Er war schon fast weg, und jetzt überholt er im Bayern-Spiel Alaba. Da dachte ich: Was ist denn jetzt los? Ist er runderneuert? Auch Oczipka. Zuletzt hat er unter Veh nur verwaltet, jetzt ist er mutig und offensiv. Und dann haben wir natürlich einen überragenden Torwart. Hradecky hält uns immer im Spiel. Auch Abraham und Hasebe haben eine ganz tolle Vorrunde gespielt. Hasebe, der schon immer ein vorbildlicher Profi war, hat nun seine optimale Position gefunden. Ich dachte erst, was soll denn das? Libero, mal vor der Abwehr, mal hinter der Abwehr, quasi meine Rolle in der Traditionsmannschaft. Aber es hat der Defensive zu sehr viel Stabilität verholfen.

          Was ist in der Rückrunde möglich?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.