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Sensation bei Winterspielen : Snowboarderin wird Ski-Olympiasiegerin

  • -Aktualisiert am

„Das kann doch nicht wahr sein“: Etser Ledecká gewinnt Gold im Super-G. Bild: dpa

Die Österreicherin Anna Veith feiert schon ihren Sieg im Super-G bei den Olympischen Spielen. Auch die übrigen Medaillen scheinen verteilt. Und dann kommt Ester Ledecká.

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          Die Siegerinterviews beim Super-G der alpinen Skifahrerinnen wurden schon geführt, die erste Agenturmeldung war schon verschickt. Und dann kam Ester Ledecká. Die 22 Jahre alte Tschechin ist zweifache Snowboard-Weltmeisterin und als Multitalent bekannt. Doch kein Mensch rechnete damit, dass sie das Siegertableau bei den Skiläuferinnen durcheinanderbringen könnte. Am wenigsten sie selbst.

          Als nach ihrer Fahrt mit Startnummer 26 die große „1“ auf der Anzeigetafel aufleuchtete, stand in Jeongseon für einen Moment die Skiwelt still – und dann brach unbändiger Jubel aus, wie ihn die alpinen Wettbewerbe zumindest bei diesen Olympischen Spielen noch nicht gesehen hat. Ledecká selbst dachte: „Jetzt ändern sie gleich die Zeit, das kann doch nicht wahr sein.“ Sekundenlang guckte sie nur ungläubig auf das Resultat, ehe ihr dämmerte, welch Husarenritt ihr soeben gelungen war.

          Ester Ledecká aus Tschechien ist Olympiasiegerin im alpinen Super-G. In einer Zeit von 1:21,11 Sekunden verdrängte sie die Österreicherin Anna Veith um die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde auf Rang zwei. Auch ein Olympiasieg von Anna Veith wäre eine tolle Geschichte gewesen, schließlich hat sie schon in Sotschi Gold im Super-G gewonnen, hatte aber vor drei Jahren eine schwere Knieverletzung erlitten. Es war lange unklar, ob ihr ein Comeback gelingen sollte. Nun sah es an diesem Samstag kurzzeitig so aus, als wäre es ein goldenes. Doch dann kam Ester Ledecká. „Im ersten Moment dachte ich, das darf nicht wahr sein“, sagte Veith über die sensationelle Fahrt der Tschechin. „Doch Silber ist für mich wie Gold nach meiner Verletzung.“

          Bronze gewann Tina Weirather, der auch gerade mal 0,11 Sekunden zur Olympiasiegerin fehlte. Doch die Liechtensteinerin schätzte sich glücklich mit ihrer Medaille, hatte sie doch die Schweizerin Lara Gut nur um eine Hundertstel auf Rang vier verdrängt. „Es ist atemberaubend“, sagte sie über den Sieg von Ledecká: Als ich sie zum ersten Mal skifahren sah, dachte ich schon: Wow. Sie ist ein absolutes Multitalent.“ Lara Gut sagte tapfer: „Es gibt schlimmeres“, über ihr Pech, um einen Wimpernschlag an der Medaille vorbeigerutscht zu sein, doch ihre Augen verbarg sie dabei hinter einer riesigen Skibrille. Vollsten Respekt zeigte auch sie vor Snowboard-Weltmeisterin Ledecká, die sich nun Ski-Olympiasiegerin nennen darf: „Es ist schon schwer genug, in einer Disziplin eine Medaille zu gewinnen. Und sie macht das in zwei verschiedenen Sportarten.“ 

          Der amerikanische Superstar Lindsey Vonn zeigte bei seinem Olympia-Comeback nach acht Jahren eine beherzte Fahrt, verpatzte die Medaillenchance aber mit einem dicken Fehler in der letzten Linkskurve vor dem Zielschuss. Mit 0,38 Sekunden wurde sie Sechste. Viktoria Rebensburg  belegte den zehnten Rang in 0,51 Sekunden. Mit ihrer Leistung war die Kreutherin recht zufrieden. Richtig begeistert zeigte auch sie sich von Ledeckás Performance: „Es ist richtig cool, sie hat es richtig gut runtergezogen. Das sind Geschichten, die Olympia schreibt.“ Und dann saß Ledecká später in der Pressekonferenz und wusste kaum, wie ihr geschah. Auf die Frage, warum sie auf dem Podium mit Skibrille sitze, sagte sie: „Ich war nicht darauf vorbereitet so wie die anderen Mädels. Ich trage kein Makeup.“

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