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Beachvolleyball : Gute Kommunikation führt zum Erfolg

Team der Zukunft: Chantal Laboureur (r.) spielt nun mit Sarah Schulz Bild: Laboureur/Schulz

Chantal Laboureur und Cinja Tillmann hatten vorher noch nie zusammengespielt und überraschen beim Beachvolleyball-Turnier in Cancun mit einem Siegeszug. Ihr Schlüssel zum Sieg gilt für alle Partnerschaften.

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          Richtig miteinander reden wird ja allgemein als Schlüsselelement funktionierender Partnerschaften angesehen. Wobei bisweilen im Unklaren bleibt, was die Güte von Kommunikation eigentlich ausmacht. Chantal Laboureur und Cinja Tillmann haben offenbar das richtige Maß gefunden. Die beiden erfahrenen deutschen Beachvolleyball-Spielerinnen fanden sich nur übergangsweise als Team zusammen, legten beim hochwertigen Vier-Sterne-Turnier in Cancún aber sogleich eine Siegesserie hin.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Erst im Halbfinale unterlagen sie den Weltmeisterinnen Sarah Pavan und Melissa Humana-Paredes aus Kanada und waren damit das mit Abstand beste deutsche Team im Tableau, holten gar beinahe eine Medaille. Im Spiel um Platz drei unterlagen sie allerdings nach hartem Kampf den Brasilianerinnen Agatha/Duda 0:2 (35:37, 16:21). Die Nationalteams Laura Ludwig/Margareta Kozuch sowie Karla Borger/Julia Sude schieden dagegen bereits im Achtelfinale aus. Kim Behrens und Sandra Ittlinger scheiterten sogar in der ersten K.-o.-Runde.

          Als Geheimnis ihres unerwarteten Erfolgs nannte Chantal Laboureur die „vielen Ballkontakte in den wenigen Trainingseinheiten und sehr viel Kommunikation“. Sie und ihre Aushilfspartnerin verbindet, dass beide zuletzt mit anderen Partnerinnen unterwegs waren, ehe es jeweils zu unerwarteten Trennungen kam. Zusammen gespielt hatten sie zuvor noch nie. Die Abwehrspezialistin Laboureur hatte vergangenes Jahr noch mit Sandra Ittlinger den deutschen Meistertitel gewonnen und sich sogar Chancen auf eine Olympiateilnahme ausgerechnet. Dies sah Sandra Ittlinger aber anders, beendete die Zusammenarbeit und schloss sich wieder mit ihrer früheren Partnerin Kim Behrens zusammen.

          Die wiederum hatte zuvor mit Cinja Tillmann sogar EM-Silber gewonnen – und zudem einen aufsehenerregenden Prozess gegen den Deutschen Volleyball-Verband (DVV). Der Verband hatte dem Duo Tillmann/Behrens die internationale Wettbewerbsfähigkeit abgesprochen und sie immer wieder bei internationalen Turnieren abgemeldet. Dagegen hatten die Spielerinnen ihr Recht auf freie Berufsausübung eingefordert und gegen den Verband geklagt. DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand verteidigte seine Vorgehensweise mit der Nominierungshoheit durch den Verband, musste sich aber zumindest in erster Instanz vor Gericht eines Besseren belehren lassen.

          Der DVV führte nun vor den drei Turnieren des Weltverbandes am karibischen Meer die sportlich sinnvolle „Country Quota“ wieder ein, gegen die er sich zuvor so vehement gewehrt hatte. Sie sieht vor, dass der vierte Startplatz, den eine Nation bei internationalen Turnieren maximal beanspruchen darf, unter allen Teams ausgespielt wird, die sich bewerben und nicht direkt über die Weltrangliste qualifiziert sind.

          Für das Überraschungsduo Chantal Laboureur und Cinja Tillmann wird es noch in der kommenden Woche beim zweiten Turnier in Cancún weitergehen, ehe sich ihre Wege wieder trennen. Beide haben für die weitere Saison jeweils zehn Jahre jüngere Partnerinnen gefunden. Die frühere Weltranglistenerste Chantal Laboureur (31) tritt mit Sarah Schulz (21) an, die sie nach ersten gemeinsamen Spielen im März in Düsseldorf schon sehr lobte: „Sie lernt sehr schnell und hat gute Ideen, was man im Spiel ändern kann, wenn es mal nicht läuft.“ Cinja Tillmann (29) spielt mit der ehemaligen Junioren-Weltmeisterin Svenja Müller (20) zusammen. Den beiden Erfahrenen wird in ihren neuen Teams mit den hochtalentierten Nachwuchskräften die Führungsaufgabe zufallen. Doch beide wissen ja, auf was es dabei vor allem ankommt.

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