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Triumph bei Golf-Masters : Mr. Reed behält die Nerven

  • -Aktualisiert am

Im traditionellen grünen Jackett des Siegers: Patrick Reed mit dem Pokal in Augusta. Bild: AFP

Beim prestigeträchtigen Golfturnier In Augusta gelingt dem Amerikaner Patrick Reed der erste Major-Sieg seiner Karriere – und das mit einem denkbar knappen Vorsprung. Eine Enttäuschung erlebt vor allem ein deutscher Teilnehmer.

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          Patrick Reed hat auch die letzte Nervenprobe souverän bestanden. Am Sonntagabend schob der 27 alte Amerikaner den Ball am 18. Loch aus 1,20 Meter zum Par und einer Schlussrunde von 71 Schlägen ins Loch. Der Texaner gewann damit das 82. Masters im Augusta National Golf Club mit 273 (69+66+67+71) Schlägen und einem Schlag Vorsprung vor seinem amerikanischen Landsmann Rickie Fowler (274/70+72+65+67).

          Der Masters-Champion von 2015, Jordan Spieth, der das Turnier nach dem ersten Tag angeführt hatte, kam mit zwei Schlägen Rückstand auf Rang drei (275/66+74+71+64). Reeds Mitspieler Rory McIlroy, der ihm im Ryder Cup 2016 ein packendes Duell gelieferte hatte, enttäuschte. Der Nordire, der als sechster Profi mit einem Sieg den Karriere-Grand-Slam, den Gewinn aller vier Majors, hätte vollenden können, spielte mit 74 Schlägen die schlechteste Runde der gesamten Spitzengruppe und fiel noch hinter dem Spanier Jon Rahm (277 Schläge) auf den fünften Platz zurück. Diesen Rang teilt er sich mit 279 Schlägen mit dem Australier Cameron Smith, dem zweimalige amerikanischen Masters-Sieger Bubba Watson und dem Schweden Hendrik Stenson.

          Erster Major-Sieg

          McIlroy, der mit drei Schlägen Rückstand auf Reed auf die letzte Runde gegangen war, verabschiedete sich schon nach neun Löchern aus dem Rennen um das grüne Sieger-Jackett. Dafür sah es für eine Weile so aus, als könne Jordan Spieth einen Rückstand von neun Schlägen aufholen. Der 24 Jahre Texaner aus Dallas konnte zwar kurzfristig zu Reed aufschließen, spielte mit 64 Schlägen die beste Runde des Schlusstags, aber nach einem Bogey am Schlussloch fiel die Entscheidung zwischen Reed und Fowler. „Ich wusste, dass mein Vorsprung irgendwann zusammenschmelzen wird“, sagte Reed „ich war aber auch sicher, dass ich noch etliche Gelegenheit hatte, Birdies zu spielen. Das Birdie am 12. Loch hat mir die Gewissheit gegeben, dass ich es schaffen kann. Aber es ist niemals leicht, das erste Major zu gewinnen.“ 

          Da ist die Faust: Patrick Reed hat die Nervenprobe bestanden. Bilderstrecke
          Da ist die Faust: Patrick Reed hat die Nervenprobe bestanden. :

          Reed hat mit dem überraschenden Erfolg, dem sechsten und dem ersten seit August 2016 auf der PGA Tour, etliche Zweifler eines Besseren belehrt. Der Mann aus San Antonio, der jetzt in einem Vorort von Houston mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, hatte sich bisher vor allem in den Mannschaftswettbewerben Ryder Cup und Presidents Cup hervorgetan, was ihm den Spitznamen Captain America eingetragen hatte. Beim Masters war seine Bilanz bei vier Teilnahme zuvor äußerst bescheiden ausgefallen. Er hatte vor dieser Woche noch in Augusta nie eine Runde in  weniger als 70 Schlägen geschafft, hatte als beste Plazierung Platz 22 erreicht und war zweimal am Cut gescheitert.  Doch diesmal hatte der Profi, der in der Weltrangliste nur auf Rang 24 geführt wurde, überraschend am Freitag die Führung übernommen und bis zum Schluss verteidigt, eine Leistung mit der er sich das grüne Jackett und 1,98 Millionen Dollar Preisgeld redlich verdiente.

          Im Duell der beiden deutschen Teilnehmer mit Tiger Woods hatte am Ende doch der Amerikaner die Nase vorne. Mit einer Abschlussrunde von 69 und insgesamt 289 Schlägen schon sich der viermalige Masters-Champion noch auf den 32. Platz vor. Bernhard Langer konnte sich nach seiner Schlussrunde von 72 und insgesamt 291 Schlägen damit trösten, dass auf Platz 38 gemeinsam mit Fred Couples vor Vijay Singh (Fidshi/295) der beste der Altersgruppe Ü 50 war.

          Martin Kaymer aus Mettmann gehörte nach einer Schlussrunde von 73 Schläge zu den Spielern, die sich wie Singh den 48. Platz teilten. Zwei Bogeys auf den Schlusslöchern verdarben dem 33 Jahre alten Rheinländer am Sonntag ein besseres Ergebnis. In 34 Runden im Augusta National Golf Club gelangen dem ehemaligen Weltranglistenersten nur drei Runden unter dem Platzstandard von 72 Schlägen, verständlich, dass er diesen Platz nicht mag.

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