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Golf-Masters in Augusta : Bubba Watson kommt wieder in Schwung

  • -Aktualisiert am

Bubba Watson am Freitag bei der zweiten Runde des Golf-Masters in Augusta Bild: AP

Der Champion von 2012 übernimmt überraschend die Führung beim Golf-Masters in Augusta. Auch Martin Kaymer zeigt eine gute Leistung. Für etliche Favoriten ist das Turnier bereits zu Ende.

          2 Min.

          Die Rückkehr kam plötzlich und unerwartet. Auf einmal tauchte auf dem Platz des Augusta National Golf Club beim 78. Masters eine Version von Gerry Lester Watson auf, besser bekannt unter seinem Spitznamen Bubba, die fast ein Jahr lang in der Versenkung verschwunden war. „Als ich vor zwei Jahren das Masters gewann, war das Jahr für mich gelaufen“, sagte der Linkshänder aus Bagdad (Florida) und fügte an: „Wenn man ein grünes Jackett gewinnt, feiert man ein, zwei Jahre. Mein Jahr, meine Karriere waren damals komplett. Ich wusste einfach nicht, wie ich mit dem plötzlichen Ruhm umgehen musste. Und deshalb habe ich nicht mehr gut gespielt.“

          Nach einem verlorenen Jahr 2013, in dem er als Titelverteidiger beim Masters nur den 50. Platz belegt hatte, kam er erst in diesem Jahr wieder in Schwung. Er landete bei der Phoenix Open auf dem zweiten Platz und gewann die Northern Trust Open im berühmten Riviera Country Club in Pacific Palisades, einem Vorort von Los Angeles.

          Neue Fahnenpositionen machen den Platz schwer

          Am Freitag, als starker Wind und einige neue, ungewohnte Fahnenpositionen den Platz extrem schwer machten, sorgte Watson mit fünf Birdies in Folge an den Löchern 12 bis 16 und der tagesbesten Runde von 68 Schlägen für Furore. Bei Halbzeit des ersten Majors des Jahres führte Watson mit insgesamt 137 (69+68/7 unter Par) Schlägen mit drei Schlägen Vorsprung vor dem Australier John Senden (140/72+68/4 unter Par). Auf dem dritten Platz folgten gemeinsam der australische Titelverteidiger Adam Scott, der Schwede Jonas Blixt, der Däne Thomas Björn und der amerikanische Jungstar Jordan Spieth, die alle mit 141 Schlägen auskamen.

          Auf Platz sieben liegt mit dem 54 Jahre alten Freddie Couples (142 Schläge) der erste Profi, der seinem Job normalerweise auf der Champions Tour für Herren jenseits des 50. Lebensjahres nachgeht. Neben dem Masters-Sieger von 1992 überstanden noch vier weitere ehemalige Masters-Champions den Cut von 148 Schlägen (4 über Par). Bernhard Langer (56 Jahre/1985 und 1993), Larry Mize (55/1987) und Vijay Singh (51/2000), hatten alle 146 Schläge (2 über Par) auf dem Konto, Sandy Lyle (57 Jahre/1988) qualifizierte sich mit 148 Schlägen für die beiden Schlussrunden. Da auch der 50 Jahre alte Spanier Miguel Angel Jimenez (148 Schläge) weiter mitspielen darf, ist die Altersgruppe Ü 50 am Wochenende so stark vertreten, wie noch nie in der 80-jährigen Geschichte des Turniers.

          Langer, der bei Halbzeit auf dem 26. Platz lag, benötigte am Freitag, an einem Tag an dem er die Fahnenpositionen als „lächerlich schwer“ beschrieb, 74 Schläge, für den Routinier aus Anhausen mit Wohnsitz Boca Raton (Florida) unter diesen Bedingungen nach eigener Einschätzung eine sehr solide Runde. Martin Kaymer, der in Augusta in diesem Jahr mit seiner 25. Teilnahme an einem der vier Majors ein Jubiläum begeht, bezeichnete seine Runde von 72 Schlägen gar als die beste, die er jemals auf dem Platz des Augusta National Golf Clubs gespielt habe. Vom Abschlag bis zum Grün spielte der 29 Jahre alte Rheinländer großartig, versäumte es aber auf den letzten Metern den Lohn für seine guten langen Schläge zu ernten. „Ich habe acht gute Birdiechancen ausgelassen“, klagte er. Kaymer lag nach zwei Runden mit 147 Schlägen auf dem 37. Platz.

          Dagegen ist das Turnier für etliche der großen Favoriten schon nach zwei Tagen beendet, allen voran für  43 Jahre alten Amerikaner Phil Mickelson, drei Mal Sieger des Masters und amtierender British-Open-Champion. Er  musste erstmals seit 17 Jahren nach Runden von 76 und 73 Schlägen abreisen, ein Schicksal, das er mit den ehemaligen Siegern Charl Schwartzel (Südafrika/2011), Zach Johnson (USA/2007), Angel Cabrera (Argentinien/2009) und Trevor Immelman (Südafrika/2008) teilte. Weitere prominente Opfer des Cuts waren der amerikanische PGA Champion Jason Dufner, der frühere englische Weltranglistenerste Luke Donald, der Spanier Sergio Garcia, der Südafrikaner Ernie Els und der Nordire Graeme McDowell. Der am höchsten vorgewettete Nordire Rory McIlroy rettet sich mit einem Par-Putt am 18. Loch und mit der höchst möglichen Schlagzahl von 148 Schlägen ins Wochenende.

          US Masters, in Augusta/Georgia, (8 Mio. Dollar/Par 72)

          Stand nach der 2. Runde:

          1. Bubba Watson (USA) 137 (69+68) Schläge
          2. John Senden (Australien) 140 (72+68)
          3. Adam Scott (Australien) 141 (69+72)
          Jonas Blixt (Schweden) 141 (70+71)
          Thomas Bjørn (Dänemark) 141 (73+ 68)
          Jordan Spieth (USA) 141 (71+70)
          7. Jimmy Walker (USA) 142 (70+72)
          Fred Couples (USA) 142 (71+71)
          Jim Furyk (USA) 142 (74+ 68)
          10. Kevin Stadler (USA) 143 (70+73)
          Kevin Streelman (USA) 143 (72+71)
          Stephen Gallacher (Schottland) 143 (71+72)
          Russell Henley (USA) 143 (73+70)
          Jamie Donaldson (Wales) 143 (73+70);

          ...26. Bernhard Langer (Anhausen) 146 (72+74)
          37. Martin Kaymer (Mettmann) (147 (75+72)

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