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Golf in Augusta : Für Langer ist das Masters schon zu Ende

  • -Aktualisiert am

Zu viel gegrübelt? Golf-Veteran Bernhard Langer in Augusta. Bild: EPA

Der deutsche Golfer Martin Kaymer überzeugt am zweiten Tag des Masters mit 68 Schlägen. Für Bernhard Langer läuft es bei seinem 34. Masters-Start nicht so gut.

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          Der amerikanische Außenseiter Charley Hoffman führt auch nach dem zweiten Tag des 81. Masters im Augusta National Golf Club. Aber der Vierzigjährige aus Las Vegas hat Gesellschaft bekommen. Bei Halbzeit des ersten Majors des Jahres liegen Hoffman (140/65+75 Schläge), der Spanier Sergio Garcia (140/71+69), der Belgier Thomas Pieters (140/72+68) und der Amerikaner Rickie Fowler (140/73+67) gemeinsam in Führung. Obwohl Hoffman am Freitag zehn Schläge mehr benötigte als zum Auftakt, gab er sich optimistisch: „Ich habe noch immer eine gute Ausgangsposition fürs Wochenende.“ Aber das gilt für eine Reihe von Spielern, vor allem lauern mit dem Weltranglistenachten Fowler, dem die beste Tagesrunde von 67 Schlägen gelang und dem drei Ränge tiefer eingestuften Garcia zwei der Favoriten.

          Das Feld rückte am Freitag eng zusammen, zumal auch der Amerikaner William McGirt seine Vortagesleitung von 69 Schlägen nicht wiederholen konnte. Nach 73 Schlägen rangiert er allein auf dem fünften Platz, gefolgt von den Amerikaner Ryan Moore und Freddie Couples, sowie dem Spanier Jon Rahm und dem englischen Olympiasieger Justin Rose, die alle drei Schläge zurückliegen.

          Selbst Martin Kaymer, dem mit 68 Schlägen eine Verbesserung um sage und schreibe zehn Schläge gegenüber dem ersten Tag gelang, kann sich auf Platz 16 mit sechs Schlägen Rückstand noch Hoffnungen auf einen Spitzenplatz, vielleicht gar auf den Sieg machen.

          Langer scheidet aus

          Während Kaymer bei seiner zehnten Masters-Teilnahme die bisher beste Runde - bisher standen für ihn 70 Schläge aus dem Jahr 2013 in den Annalen - scheiterte Bernhard Langer am Cut (6 über Par). Nach Runden von 75 und 78 Schlägen gehört der 59 Jahre alte Wahl-Amerikaner aus Anhausen nicht zu den 50 Profis und zwei Amateuren, die auch am Samstag und Sonntag mitspielen dürfen. Prominentest Opfer dieses Schnitts waren der schwedische Weltranglistenfünfte Henrik Stenson, der amtierende British-Open-Sieger, sein Landsmann Alex Noren (Nummer 10) und der englische Titelverteidiger Danny Willett.

          „Ich habe sehr solide und gut gespielt“, resümierte Kaymer „ich hätte noch zwei, drei Putts mehr lochen können. Ich wusste, dass ich den Platz spielen kann.“ Jetzt hat er es endlich bewiesen, dazu unter schwierigen Bedingungen: Wieder blies der Wind mit 35 Kilometern, bei Böen sogar mit 50 Kilometer in der Stunde über den Platz. „Es war ähnlich wie gestern, nur zwei, drei Grad wärmer“, sagte Kaymer. Der 32 Jahre alte Rheinländer freute sich besonders darüber, dass er erstmals in Augusta ohne ein einziges Bogey über die Runde gekommen war, ärgerte sich aber über seinen Mitspieler Jordan Spieth.

          Klage über Trödelei

          Der 23 Jahre alte Texaner aus Dallas, der Masters-Sieger von 2015, ließ sich vor jedem Schlag so viel Zeit, dass es seinem deutschen Mitspieler schwerfiel, die Konzentration aufrecht zu erhalten. „Wenn man einen Birdie-Putt vor sich und lange warten muss, denkt man zu viel nach“, meinte Kaymer, „aber es sind noch zwei Runden zu spielen, da ist vieles möglich.“

          Das gilt auch für Spieth, der nach 69 Schlägen auf den zehnten Platz mit nur vier Schlägen Rückstand vorrückte, den er sich mit zwei weiteren ehemaligen Champions teilte, mit dem Australier Adam Scott und dem Amerikaner Phil Mickelson.

          Dagegen kam Bernhard Langer mit den widrigen Bedingungen am zweiten Tag überhaupt nicht zurecht: „Ich habe den Wind immer falsch eingeschätzt“, klagte der Routinier, „dazu habe ich keinen Putt gelocht.“ Langer, dessen gesamte Familie angereist ist, bleibt noch übers Wochenende im gemieteten Haus in Augusta. Er wird vielleicht noch die vorzüglichen Trainingsmöglichkeiten des Platzes nutzen. Denn schon in der nächsten Woche kehrt Langer auf die PGA Tour Champions (Ü 50) zurück. Dort muss er sich nicht auf einem extrem langen Platz gegen jüngere Kollegen abmühen, die den Ball viel weiter schlagen. Wie Golffans in mehr als 200 Ländern wird Langer das Turnier im Fernsehen verfolgen: „Das Masters ist mein absolutes Lieblingsturnier.“ Umso bitterer war es für ihn, dass bei seiner 34. Teilnahme zum zehnten Mal den Cut verpasste.

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