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Lukrative Senioren-Tour : Ein ganz besonderer Coup von Bernhard Langer

  • -Aktualisiert am

Der „altersloser“ Golfer: Bernhardt Langer stellt Rekorder auf. Bild: dpa

Bernhard Langer gewann wieder die Saisonwertung der Senioren-Tour. Dabei gelang ihm sogar ein spezielles Kunststück. Nun aber reiste er nach Deutschland – und wird lange keinen Schläger anfassen.

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          Um die Altersvorsorge muss sich Bernhard Langer mit Sicherheit keine Gedanken mehr machen. Am vergangenen Sonntag gewann der 64 Jahre alte Golfprofi zum sechsten Mal den Charles Schwab Cup. Das ist nicht nur ein weiterer Rekord, denn kein anderer Spieler hat die seit 2001 ausgespielte Saisonwertung der PGA Tour Champions mehr als zweimal für sich entscheiden können, sondern überdies auch finanziell lukrativ.

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          Der bayerische Schwabe aus Anhausen verdiente dadurch abermals eine Million Dollar (rund 880.000 Euro), die als Rente ausgezahlt wird. Insgesamt hat er, seit er 2007, nach seinem fünfzigsten Geburtstag, auf die amerikanische Senioren-Tour wechselte, an Preisgeld und Bonuszahlungen des Charles Schwab Cups mehr als 40 Millionen Dollar spielend verdient – viel mehr, als er auf der regulären PGA Tour (rund zehn Millionen Dollar) und auf der European Tour (rund 11 Millionen Euro) einnahm.

          Trotz dieser üppigen Alterssicherung denkt Langer noch lange nicht an Ruhestand. Warum auch? Wie gut der „alterslose“ Profi noch immer Golf spielen kann, bewies er ein weiteres Mal beim Abschlussturnier der 36 Saisonbesten der PGA Tour Champions im Phoenix Coun­try Club in Arizona – und das, obwohl er vor allem an den ersten beiden Tagen von Rückenschmerzen geplagt war, den schlimmsten seit dreißig Jahren, wie er sagte.

          „Ich bin einfach überwältigt“

          Am ersten Tag überlegte er sogar, nach drei Löchern aufzugeben. Doch Langer hielt durch, glänzte am Samstag mit einer Runde von 63 Schlägen (acht unter Par), das erste Mal, dass er sein Alter unterbot – für Golfer ein ganz besonderer Coup. Er fiel zwar am Tag danach mit seiner Schlussrunde von 69 Schlägen (zwei unter Par) vom 9. auf den 17. Platz zurück.

          Doch das reichte, weil sein ärgster Verfolger, der Amerikaner Jim Furyk, seine Spitzenposition am Schlusstag nicht behaupten konnte und nur auf dem geteilten fünften Rang landete. „Ich bin einfach überwältigt, dass ich mit 64 Jahren diesen Cup sechsmal gewonnen habe. Es wird wahrscheinlich das letzte Mal sein, da bin ich mir fast sicher, aber es ist etwas ganz Besonderes“, sagte Langer.

          Das Abschlussturnier dieser „Best Agers“-Serie gewann Phil Mickelson, dank einer bogeyfreien Schlussrunde von 65 Schlägen und kassierte dafür 440.000 Dollar (rund 390.000 Euro). Der kalifornische Linkshänder egalisierte damit einen Rekord von Jack Nicklaus. Beide benötigten gerade mal sechs Turniere auf dieser Senioren-Tour, um vier Siege zu schaffen.

          Dass „Lefty“, der PGA-Champion, der dominierende Mann dieser Tour sein könnte, weiß auch Langer: „Wenn Phil mehr auf unserer Tour spielen würde, würde er diesen Pokal in den Händen halten“, sagte Langer bei der Siegerehrung. Aber der 51 Jahre alte Mickelson, der noch im Mai dieses Jahres als bisher ältester Spieler ein Major, sein sechstes, und zum 45. Mal auf der PGA Tour gewonnen hatte, wird wohl auch in Zukunft nur gelegentlich auf der PGA Tour Champions antreten.

          Langer dagegen wird sich 2022 vermutlich nur einmal, beim Masters Anfang April in Augusta (Georgia), mit der jüngeren Konkurrenz messen. Um für die neue Saison der PGA Tour Champions, die am 17. Januar mit der Mitsubishi Electric Championship at Hualalai in Ka’upulehu-Kona (Hawaii) beginnt, bestens gerüstet zu sein, flog er am Tag nach seinem letzten großen Erfolg nach Deutschland. „Ich habe den zwölfstündigen Flug ohne Rückenschmerzen überstanden“, sagte Langer der F.A.Z. am Telefon.

          Er wird sich in den nächsten zehn Tagen von seinem Leibarzt Dr. Norbert Dehoust in Herrsching am Ammersee mit einer Spritzenkur behandeln lassen, um endlich die Schmerzen im linken Knie und Oberschenkel loszuwerden. Dazu wird er sechs bis acht Wochen keinen Golfschläger anfassen. Dennoch glaubt er fest daran, in neun Wochen beim Saisonstart mitzuspielen – und wieder mit großen Ambitionen: „Ich gehöre immer noch zu den fünf oder zehn besten Spielern auf dieser Tour. Ich glaube, dass ich noch immer Turniere gewinnen kann. Vielleicht spiele ich ohne Schmerzen im Knie noch besser.“

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