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CHIO : Freud und Leid zu Pferde

  • Aktualisiert am

Reitsport-Mekka: Die Deutschen sind in Aachen beim CHIO erfolgreich Bild: EPA

Die deutsche Vielseitigkeits-Equipe verpasst Podium das Podium, aber ihre beste Reiterin gewinnt das Einzel. Die Dressurreiter gewinnen nach einer Aufholjagd.

          Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben beim CHIO in Aachen den zehnten Sieg im Nationenpreis überraschend deutlich verpasst. Die vor der letzten Teilprüfung noch in Führung liegende Equipe um die deutsche Meisterin Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot, Europameisterin Ingrid Klimke (Münster) mit Hale Bob, Andreas Dibowski (Döhle) mit Corrida und Kai Rüder (Blieschendorf) mit Colani Sunrise fiel am Samstag im Gelände auf den fünften Platz zurück.

          Mit 206,60 Fehlerpunkten lag der Titelverteidiger, der kurzfristig auf den dreimaligen Olympiasieger Michael Jung (Horb) und Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) verzichten musste, weit hinter Sieger Neuseeland (112,90). Zweiter wurde Frankreich (130,50) vor Schweden (146,30). „Das ist nicht schön, das ist echt eine Enttäuschung“, sagte Bundestrainer Hans Melzer: „Wir hatten vor, hier zu gewinnen.“

          Allerdings triumphierte Krajewski in der Einzelwertung auf ihrem Zweitpferd Chipmunk (26,10) vor dem Australier Christopher Burton (26,70) auf Quality Purdey und dem Neuseeländer Tim Price (30,30) auf Cekatinka. Titelverteidigerin Klimke (54,50) kam nur auf Rang 19.

          „Reiterlich eine absolute Meisterleistung“, kommentierte Melzer die Darbietung Krajewskis auf Chipmunk, diese war „absolut begeistert“ von ihrem zehnjährigen Wallach und sprach von einem „Wahnsinnsgefühl“.

          Mit Samourai du Thot hatte Krajewski vor der abschließenden Prüfung auf dem zweiten Platz gelegen. Doch Krajewski schied im Gelände aus, da ihr Wallach an Hindernis 16A dreimal verweigerte, und lieferte damit automatisch das Streichresultat für die deutsche Equipe. Klimkes Hale Bob verweigerte am selben Hindernis einmal, das Paar kassierte dadurch 20 Strafpunkte. Rüder entging auf Colani Sunrise am zweiten Wasserhindernis einem bösen Sturz nur haarscharf.

          In den ersten beiden Teilprüfungen am Freitag hatten die deutschen Buschreiter noch dominiert. Krajewski legte im Springen sowohl auf Chipmunk als auch auf ihrem Mannschaftspferd Samourai du Thot fehlerfreie Ritte hin und ging auf den Plätzen eins und zwei ins Gelände.

          In der Dressur hatte Krajewski auf Chipmunk gar einen Vierfachsieg der Gastgeber angeführt. Dahinter folgten Klimke mit Hale Bob, die ehemalige Team-Weltmeisterin Bettina Hoy (Rheine) auf Designer und Krajewski auf Samourai du Thot.

          Dressurreiter erfolgreich

          Die deutsche Dressur-Nationalmannschaft hat nach einer erfolgreichen Aufholjagd den Teamwettbewerb gewonnen. Schon vor dem abschließenden Ritt von Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera stand das Gastgeber-Quartett als Sieger vor den Vereinigten Staaten fest. Nach Platz zwei im Grand Prix am Donnerstag zeigte sich das deutsche Team im Special deutlich verbessert. Vor allen Isabell Werth, in der ersten Wertungsprüfung noch schlechteste deutsche Reiterin, überzeugte im Special und gewann mit Emilio zudem die Einzelwertung. Zweite wurde Helen Langehanenberg mit Damsey vor der US-Amerikanerin Kasey Perry-Glass mit Dublet.

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