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Golf-Masters in Augusta : Bubba Watson holt sich das Sieger-Jackett

  • -Aktualisiert am

Bubba Watson gewinnt das Golf-Masters in Augusta Bild: AFP

Vor zwei Jahren brauchte Bubba Watson noch einen spektakulären „Bananen-Schlag“ zum Sieg, nun hat er es einfacher. Der Amerikaner gewinnt das Masters in Augusta. Auch ein Deutscher hat Grund zur Freude.

          2 Min.

          Diesmal musste der Sieger nicht sein berühmtes „Bubba-Golf“ zelebrieren, jene Zauberschläge, die seine Bälle auf Flugkurven ins Ziel steuern, die kein anderer Profi beherrscht. Vor zwei Jahren hatte Bubba Watson beim Masters erst am zweiten Extra-Loch des Stechens den Südafrikaner Louis Oosthuizen mit einem spektakulären „Bananen-Schlag“ aus dem Wald bezwingen können. Am Sonntag konnte der 35 Jahre alte Profi die letzten Löcher ganz entspannt angehen.

          Als sein zwanzigjähriger Mitspieler Jordan Spieth den Ball am 12. Loch ins Wasser geschlagen hatte, war das Turnier praktisch entschieden, auch weil keiner der Verfolger entscheidenden Boden gut machen konnte. Watson beendete das Turnier mit einer Schlussrunde von 69 und insgesamt 280 (8 unter Par) und dem komfortablen Vorsprung von drei Schlägen.

          Platz zwei teilten sich mit 283 Schlägen der  Amerikaner Jordan Spieth und der Schwede Jonas Blixt. Auf Rang vier kam der 50 Jahre alte Spanier Miguel Angel Jimenez (284 Schläge) ein. Rang fünf belegten gemeinsam die Amerikaner Rickie Fowler und Matt Kuchar (beide 285).

          Am Abend half der Vorjahressieger  Adam Scott, der diesmal den 14. Platz belegte, seinem Nachfolger ins grüne Siegesjackett – eine Umkehr der Rollen, denn im Vorjahr hatte Watson, der Sieger des Jahres 2012, diese Ankleidehilfe für den Australier geleistet. „Wir sollten das jetzt immer abwechselnd machen“, scherzte Watson, der auch diesmal wieder vom Glück des Erfolgs überwältigt war und erst seinem Caddie Ted Scott und dann seiner Frau Angie schluchzend in den Armen lag.

          Mit dem führenden Jordan Spieth (rechts) war der spätere Sieger Watson auf die letzte Runde gegangen
          Mit dem führenden Jordan Spieth (rechts) war der spätere Sieger Watson auf die letzte Runde gegangen : Bild: AFP

          Den Weg zurück ins Clubhaus absolvierte er gemeinsam mit seinem zweijährigen Adoptivsohn Caleb. „Diesmal war es viel nervenschonender“, sagte Watson. Mit seinen gewaltigen Abschlägen von mehr als 300 Metern, vor allem aber auch mit seinem Feingefühl – auf zehn Grüns benötigte er nur einen Putt – beeindruckte er beim Masters.

          Watson kassierte für seinen zweiten Saisonsieg 1,62 Millionen Dollar, seinen siebten auf der PGA Tour, und wird in der Weltrangliste von Platz zwölf auf den vierten Rang vorrücken. „Hier bin ich, geboren in Pensacola, aufgewachsen in Bagdad, Florida, ein Junge aus einer Kleinstadt und habe zwei Mal das grüne Jackett gewonnen“, sagte Watson, der sein Glück kaum fassen konnte.

          Immer noch auf der Höhe: Bernhard Langer wird Achter
          Immer noch auf der Höhe: Bernhard Langer wird Achter : Bild: AFP

          Auch die beiden Deutschen erhielten Trophäen: Zwei Kristallgläser mit denen das Masters Eagles honoriert. Bernhard Langer gelang dies am zweiten Loch, Martin Kaymer am 13. Loch. Aber damit hatte es sich schon auch mit den Gemeinsamkeiten. 

          Der 56 Jahre alte Altmeister schob sich mit einer Schlussrunde von 69 und insgesamt 288 Schlägen noch auf den hervorragenden achten Platz vor, den er sich unter anderem mit dem am höchsten vorgewetteten Nordiren Rory McIlroy teilte. Damit erreichte der bayrische Schwabe seine beste Plazierung seit 2004 als er Rang vier belegt hatte.

          „Es ist okay gelaufen“: Martin Kaymer
          „Es ist okay gelaufen“: Martin Kaymer : Bild: AP

          Aber es hätte für Routinier aus Anhausen noch besser laufen können: „Wenn ich nicht drei Abschläge weggehauen hätte, hätte es eine großartige Runde werden können.“ Zwei dieser verzogenen Drives kostet ihn Double-Bogeys – und dennoch war Langer am Ende „sehr zufrieden“. Denn der zweimalige Masters-Champion (1985 und 1993) wurde in dieser Woche von einer starken Bronchitis geplagt und konnte nur dank Antibiotika überhaupt spielen.

          „Ich habe mich gefühlt wie ein alter Mann“, sagte Langer. In dieser Woche misst sich Langer wieder mit Kollegen seiner Altersgruppe Ü 50, darunter auch der Spanier Jimenez. Er tritt als Titelverteidiger auf der Champions Tour im nur zweieinhalb Autostunden entfernten Duluth an.

          Beste Bedingungen: Hier lässt es sich gut Golf spielen
          Beste Bedingungen: Hier lässt es sich gut Golf spielen : Bild: AFP

          Auch Kaymer kann außer seinem zweiten Eagle in Augusta – im Vorjahr war ihm dies am achten Loch gelungen – Positives mitnehmen. Einmal erreichte er insgesamt 293 Schlägen (5 über Par) mit Platz 31 sein bestes Ergebnis bei seiner siebten Teilnahme, zum anderen schloss er endlich mit der extrem hügeligen Anlage seinen Frieden. „Ich spiele hier einfach immer so um Par herum“, klagte Kaymer, der am Sonntag 73 Schläge (1 über Par) benötigte.

          „Es ist okay gelaufen“, bilanzierte der 29 Jahre Rheinländer dennoch, „darauf kann ich in den nächsten Wochen aufbauen.“ Auf seinem Programm stehen fünf Turniere in den kommenden sechs Wochen. Schon am Sonntagabend ging die Reise weiter zum nächsten Stopp der PGA Tour nach Hilton Head Island, auch das mit drei Stunden keine lange Autofahrt.

          US Masters in Augusta/Georgia (8 Mio. Dollar/Par 72) - Endstand

          1. Bubba Watson (USA) 280 (69+68+74+69) Schläge
          2. Jonas Blixt (Schweden) 283 (70+71+71+71)
          Jordan Spieth (USA) 283 (71+70+70+ 72)
          4. Miguel Ángel Jiménez (Spanien) 284 (71+76+66+71)
          5. Matt Kuchar (USA) 286 (73+71+68+74)
          Rickie Fowler (USA) 286 (71+75+67 +74)
          7. Lee Westwood (England) 287 (73+71+70+73)
          8. Bernhard Langer (Anhausen) 288 (72+74+73+69)
          John Senden (Australien) 288 (72+68+75+73)
          Thomas Bjørn (Dänemark) 288 (73+68+73+74)
          Jimmy Walker (USA) 288 (70+72+76+70)
          Kevin Stadler (USA) 288 (70+73+72 +73)
          Rory McIlroy (Nordirland) 288 (71+77+71+69)

          ...31. Martin Kaymer (Mettmann) 293 (75+72+73+73)

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