Fußball ohne Sommerpause : „Die Klub-WM ist ein innerer Ermüdungsbruch“

Kulturwissenschaftler Andreas Bernard spricht im Interview über das Fehlen der Sommerpause im Fußball, Nostalgie und Narzissmus von heute und sein olles Baumwolltrikot des FC Bayern.
Die Klub-WM wirkt wie eine Linderung des trockenen, jähen Sommerlochs. Aber es ist eine falsche Linderung. Das Glück des Fußballjahres bedurfte nämlich dieser Pausen. Um sich zu sammeln, sich vorzubereiten, wieder Lust zu bekommen. Auch als Fan. Nun schrumpfen die Pausen immer weiter zusammen. Das Prinzip kannst du vom Jahr auf die Woche aufziehen: Du hattest früher nichts von Mai bis August, du hattest Spiele nur Samstag, Mittwoch, Samstag. Jetzt wird geworben: Jeden Tag Fußball. Das ganze Jahr lang. Das ehemalige Sommerloch ist vollgepfropft. Wie es für die Spieler physisch schlimm ist – ein Kimmich, der spielt durch, das ganze Jahr –, so ist es für den Zuschauer gemütsmäßig schlimm. Du bekommst den inneren Ermüdungsbruch.
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